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In Traunstein

„Nur zur Weihnachtszeit“ präsentiert Künstler Axel Götz seine spannenden Werke

Bei der Eröffnung der Ausstellung „…nur zur Weihnachtszeit“ stellte Dr. Jürgen Eminger, Leiter des Traunsteiner Stadt- und Spielzeugmuseum, den Besuchern das Werk des Münchner Künstlers Axel Götz vor. Effner
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Bei der Eröffnung der Ausstellung „…nur zur Weihnachtszeit“ stellte Dr. Jürgen Eminger, Leiter des Traunsteiner Stadt- und Spielzeugmuseum, den Besuchern das Werk des Münchner Künstlers Axel Götz vor.
  • Axel Effner
    VonAxel Effner
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Mit der facettenreichen Ausstellung von Axel Götz „… nur zur Weihnachtszeit“ schließt das Stadt- und Spielzeugmuseum Traunstein an sehenswerte Präsentationen in der Adventszeit an, wie sie vor der Corona-Pandemie regelmäßig zu sehen waren.

Traunstein – Heimathaus-Leiter Dr. Jürgen Eminger hat sich mit der Ausstellung bis 8. Januar einen langgehegten Wunsch erfüllt, der sicher auch die Besucher des Stadtmuseums mit Staunen und feinsinnigem Humor erfüllen wird. Eine besondere Rarität sind nämlich die mit viel technischer Raffinesse, einer Prise Witz und reichlich Poesie gestalteten 33 Weihnachtskarten. Allesamt kleinformatige, kunstvoll ausgearbeitete und kolorierte Kupferstiche, die Axel Götz nur in kleiner Zahl an persönliche Freunde verschickt hat.

Sammlung gab Anstoß für Ausstellung

Wie Eminger bei der Eröffnung verriet, gab seine Sammlung der Karten aus den vergangenen 33 Jahren den Anstoß, eine größere Ausstellung mit dem befreundeten Künstler zu organisieren. Das mit Spannung erwartete Öffnen des jährlichen Weihnachtsbriefes von Götz mit einer Karte habe für ihn „den ganz persönlichen Beginn der Weihnachtszeit markiert“.

Auch als Erwachsener kann man angesichts der Farben-, Formen- und Ideenvielfalt mit heiterem Lächeln auf den Lippen beim Anblick der Künstlerkarten in vorweihnachtliches Staunen geraten. Wir erfahren, wie „ein Stück vom Sternzeichen Glück“ oder „Engelstrophäen“ aussehen, beobachten Leuchtkränze der „Feierlichter“ oder „Weihnachtsblitze“, erfahren „Erhellung“ oder welche Wirkung ein „seitlicher Eiszapfen“ hat.

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Interessant ist auch eine Bildmeditation „über das Grün der Bäume im Winter“. Die Weihnachtskarten kombinieren dabei die Prägung mit Kupferstichen, deren originelle Druckformen in einem Glaskasten daneben zu sehen sind, und die Kolorierung der Papiere mit Pinsel und Farbtinten.

Zwei Motive aus der Sammlung von 33 originellen Künstler-Weihnachtskarten des Münchner Bildhauers Axel Götz,

Dass Axel Götz überdies ein leidenschaftlicher Grafiker und Metallwerker ist, der mit unserer Raumwahrnehmung spielt und dabei auch gerne Grenzen verschiebt oder Parodoxien auslotet, zeigen die weiteren Stationen der Ausstellung.

Gewitzte Kleinformen mit neuer Aussage

Ein gutes Beispiel dafür sind die aus konvexem und konkavem V2A-Stahl kombinierten „Eckreliefs“. Die aus mehreren Einzelteilen zusammengesetzten kleinteiligen Raumstücke hat Götz aus Rohren herausgeschnitten und neu kombiniert. Mehrere schwarz lackierte Stahlplastiken mit Längs- und Querverstrebungen in einer Glasvitrine reizen zu Gedankenspielen über Rauminhalte und Größenverhältnisse. Dr. Jürgen Eminger sprach von „Stabheuschrecken“.

Wie geheimnisvolle Hieroglyphen oder Chiffren einer technischen Science-Fiction-Welt erscheinen in der Ausstellung Reststücke von Formen, die per Laser aus Stahlplatten herausgeschnitten wurden. Götz nimmt den Metallabfall und verschweißt die Einzelteile zu gewitzten Kleinformen mit neuer Aussagekraft. Damit aber noch nicht genug, fotografiert er diese Stahlformen nochmals und lässt daraus mittels foto- und drucktechnischen Manipulationen sowie Verfremdungen Grafiken mit eigentümlicher Tiefenwirkung entstehen.

Vielfalt und Ausdrucksfreude

Die Vielfalt und Ausdrucksfreude von Götz zeigt sich darin, dass er nicht nur an der Münchner Kunstakademie Bildhauerei studiert hat. Neben dem Staatsexamen zum Kunsterzieher hat er auch noch eine Ausbildung zum Kunst- und Bauschlosser mit Gesellenprüfung abgeschlossen und sich mit DAAD-Stipendium in London weitergebildet. Dass er in Großformaten denken kann, zeigen Experimentaldrucke mit der Dampfwalze oder die Verwandlung von Häuserwänden in Leinwände.

Dass er auch ein virtuoser Meister des Kleinformats ist, demonstriert die Ausstellung in Traunstein.

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