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„Kostenzuschuss wie Sechser im Lotto“

Der Filialkirche St.Petrus in Gstadt geht‘s an den Turm

Der Turmhelm sitzt auf einem verfaulten Balkenkranz, auch der Dachstuhl muss saniert werden: An der Filialkirche St.Petrus haben jetzt Handwerker das Sagen.
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Der Turmhelm sitzt auf einem verfaulten Balkenkranz, auch der Dachstuhl muss saniert werden: An der Filialkirche St.Petrus haben jetzt Handwerker das Sagen.
  • VonElisabeth Kirchner
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Das Gerüst rund um den Glockenturm steht, die drei Hauptgewerke sind längst an drei lokale Firmen vergeben, jetzt rücken die Handwerker an: Rund um die Filialkirche St.Petrus in Gstadt haben sie ab sofort das Sagen.

Gstadt – Schon 2021 mussten für einige Wochen die Glocken von St. Petrus schweigen, teilweise war es sogar nicht gestattet, den Gstadter Friedhof zu betreten (wir berichteten). Denn der Turmhelm der Kirche St. Petrus sitzt auf einem verfaulten Balkenkranz, auch der Dachstuhl muss saniert werden.

Sanierung immer wieder aufgeschoben

Schon der Vorgänger des jetzigen Pfarrers, Andreas Przybylski, hatte auf die Sanierungsbedürftigkeit der Kirche, deren Ursprünge bis auf das 10. Jahrhundert zurückgehen, hingewiesen, doch die Sanierung wurde immer wieder aufgeschoben.

„Die beauftragten Handwerker bilden ein sehr erfahrenes und motiviertes Team“, versicherte Christian Staber, Verwaltungsleiter des Pfarrverbands „Selige Irmengard“, der Chiemgau-Zeitung bei einer Besichtigung der Baustelle. Sie seien beispielsweise auch mit der Sanierung weiterer Kirchen in der Region wie in Halfing oder Westerndorf betraut.

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„Dank der konstruktiven Zusammenarbeit mit dem Landesamt für Denkmalpflege darf nun auch am Kirchturm das Material gewechselt werden, denn die derzeitige Holzdeckung des Turms ist ungeeignet“, erklärt Staber. „Holz ist bekanntermaßen feuchtigkeitsanfällig. Durch die Seenähe leidet die Holzdeckung. Und die Holzschindeln können nicht nach innen abtrocknen. So fühlen sich Moosgeflechte, allerhand Kleingetier und der Specht dort sehr wohl. „Auf dem Kirchenschiff liegen als Decke Betonfaserplatten, die dicht, aber schon allein vom Umweltaspekt definitiv nicht mehr zeitgemäß sind.“ Der Dachstuhl weise erhebliche Schäden auf, auch wenn er in der Vergangenheit bereits gesichert worden sei, so der Verwaltungsleiter. Staber: „Beide Deckungen werden nun durch Schieferplatten ersetzt, die eine sehr hohe Lebenserwartung haben und zudem ein gutes Bild abgeben werden. Was dem Denkmalamt wichtig ist.“

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Für die Turmsanierung seien knapp eine halbe Million Euro angesetzt worden, verweist Staber auf die Finanzierung der Renovierungskosten. Bis auf 25 000 Euro steuere die Erzbischöfliche Finanzkammer den größten Anteil bei. Aber: „Die Höhe dieses Zuschusses ist alles andere als selbstverständlich und kann vor Ort durchaus als Sechser im Lotto gewertet werden.“

Wenn alles nach Plan läuft, wird die Turmsanierung im September oder Oktober dieses Jahres abgeschlossen sein. Ursprünglich waren für die Dachsanierung laut Staber 250 000 Euro angesetzt, „die aber aufgrund gestiegener Materialpreise auf 350 000 Euro angewachsen sind“. Die Gemeinde Gstadt habe für den zweiten Renovierungsabschnitt bereits einen 50 000 Euro-Zuschuss zugesagt, freut sich der Verwaltungsleiter. „Auch die Kirchenstiftungen in Gstadt und Breitbrunn werden sich mit 100 000 Euro beteiligen. Gegebenenfalls kann die Finanzierungslücke von 150 000 Euro noch durch Zuschüsse des Landesamtes für Denkmalpflege, der Bayerischen Landesstiftung und der Regierung von Oberbayern reduziert werden, aber dies ist noch komplett unsicher“, so Staber. „Vielleicht sind ja noch Einsparungen an der einen oder anderen Stelle möglich“, meint der Verwaltungsleiter.

Kirchenschiff soll auch renoviert werden

Die Kirchenverwaltung habe zudem selbst Hand angelegt: Staber verweist hierzu auf die frisch renovierte Friedhofsmauer. „Das haben wir ohne schweres Gerät und Statiker bewältigt.“ Ein Kirchenschiff sei allerdings eine andere Hausnummer. Im Herbst soll entschieden werden, ob auch die Renovierung des Kirchenschiffs ab kommenden Mai in Angriff genommen werden kann. Als der Gemeinderat Gstadt im vergangenen Herbst den Zuschuss für die Kirchensanierung genehmigte, habe sagte Bürgermeister Bernhard Hainz gesagt, „die Kirche gehöre zum Dorf“. In der Bürgerversammlung habe Hainz diese Aussage wiederholt.

Staber: „Damit es nicht nur bei Worten bleibt, bitten wir um Spenden und um weitere Zuschüsse von öffentlichen wie auch privaten Stiftungen.“

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