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Trotz Pandemie

Der elegantere Daumenstopp – Prien hat jetzt Mitfahrbankerl

Sie testen schon mal: Dritter Bürgermeister der Marktgemeinde, Martin Aufenanger (von links), Gärtnereimitarbeiter der PriMa, Benedikt Lederer, Geschäftsführerin der PriMa Andrea Hübner, Gärtnereimitarbeiter Thomas Bugla und der Erste Bürgermeister der Marktgemeinde, Andreas Friedrich, an dem Priener Mitfahrbankerl in der Hochriesstraße.
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Sie testen schon mal: Dritter Bürgermeister der Marktgemeinde, Martin Aufenanger (von links), Gärtnereimitarbeiter der PriMa, Benedikt Lederer, Geschäftsführerin der PriMa Andrea Hübner, Gärtnereimitarbeiter Thomas Bugla und der Erste Bürgermeister der Marktgemeinde, Andreas Friedrich, an dem Priener Mitfahrbankerl in der Hochriesstraße.
  • Heidi Geyer
    VonHeidi Geyer
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Fremde Leute im Auto? Immer noch sind die Infektionszahlen hoch, trotzdem setzt Prien nun auf Mitfahrbankerl. Was genau dahintersteckt und wie andere Kommunen mit dem Konzept umgehen.

Prien/Rimsting/Siegsdorf – Umweltschutz und teure Spritpreise – viele Argumente braucht es nicht, um jemanden davon zu überzeugen, dass Mitfahrgelegenheiten sinnvoll sein können. Das hat man auch in Prien erkannt und die sogenannten Mitfahrbankerl ins Leben gerufen – trotz Corona-Pandemie.

Am Runden Tisch Verkehr – ein beratendes Gremium, welches einstimmig vom Marktgemeinderat berufen wurde – werden Ideen entwickelt, um die Verkehrssituation in Prien zu verbessern. Handlungsbedarf sah man dort, was die Erreichbarkeit von Zielen innerhalb des Ortszentrums betrifft. Zugleich rechnet im Gremium niemand mit einer Attraktivitätssteigerung des ÖPNV mit erhöhter Taktfrequenz.

Gemeinsames Projekt mit PriMa

Um trotzdem eine Verbesserung zu schaffen, stehen seit Anfang April 2022 auf Initiative der ehemaligen Priener Marktgemeinderätin Marie-Luise Ganter zehn „Mitfahrbankerl“ in der Seegemeinde. Die praktischen Arbeiten wurden in Zusammenarbeit von den Mitarbeitern der Gärtnerei und der Marketingabteilung der Prien Marketing GmbH (PriMa), von den Mitarbeitern des gemeindlichen Bauhofs und den ehrenamtlichen Helfern der „Bürgerwerkstatt Prien“ realisiert.

Ins Auge sind die gelb-blau gestrichenen Bankerl vermutlich schon vielen Prienern gefallen. An den seitlich angebrachten Schildern sind jeweils neun Zielorte aufgeführt, sodass Wartende mit einem verstellbaren Pfeil den Autofahrern anzeigen können, wohin sie wollen.

Aufgestellt wurden die Mitfahrbänke in Prien/Stock, am Herrenberg, Wendelsteinpark, Bernauer Kreisel sowie in Harras, am Kreiskrankenhaus, in Trautersdorf, in der Beilhackstraße, in Westernach und am Gewerbepark in der Hochriesstraße.

Mobilitätslücken schließen

Martin Aufenanger, Referent für Soziales und Dritter Bürgermeister, erhofft sich, mit dem neuen Projekt Mobilitätslücken zu schließen, und Abhilfe zu schaffen, damit gerade Menschen ohne Auto zu mehr Mobilität verholfen wird. Ziel sei es, vor allem ältere Menschen und Jugendliche zu unterstützen. Bei Minderjährigen liege es im Ermessen der Eltern, ab welchem Alter das Angebot genutzt werden dürfe, erklärt Aufenanger.

Erster Bürgermeister Andreas Friedrich (ÜWG) hält viel von dem Projekt. „Wir sind der festen Überzeugung, dass das ‚Priener Mitfahrbankerl‘ das Zusammenleben im Ort fördert und ein Zeichen für mehr Miteinander setzt.“ Ein weiterer wichtiger Punkt ist für die Initiatoren das Thema Umwelt und Klimaschutz sowie der stetig zunehmenden Verkehrsbelastung im Ort entgegenzuwirken. Bei guter Annahme ließe sich das Angebot auch weiter ausbauen, heißt es vonseiten der Gemeinde.

Auch die Geschäftsführerin der Prien Marketing GmbH Andrea Hübner zeigt sich von der innerörtlichen Mitfahr-Initiative begeistert: „Schließlich steht die Umsetzung des Projektes ganz im Zeichen unseres Markenleitbildes, nämlich der Entwicklung von Prien zur ‚lebenswertesten Seegemeinde im Alpenraum‘.“

Rimsting wartet ab, Siegsdorf probiert

Neugierig werden die Rimstinger darauf schauen, wie sich die Priener Bankerl etablieren. Dort war nämlich ein ähnlich gelagerter Antrag kurz vor Beginn der Corona-Pandemie durchgefallen. Gemeinderat Raimund Feichtner (ÜWG) hatte damals vorgeschlagen, zuerst Erfahrungen bei anderen Gemeinden einzuholen und mit der Polizei über die Anforderungen an Haltestellen zu sprechen.

In Siegsdorf hingegen gibt es auf Initiative der Grünen bereits seit Sommer vergangenen Jahres Mitfahrbankerl. Doch hier hat die Pandemie Spuren hinterlassen: „Die Nutzung war wegen Corona sehr untergeordnet“, sagt Hermann Haslinger, Geschäftsleiter im Siegsdorfer Rathaus. Denn wer wolle schon unter solchen Rahmenbedingungen jemanden mitnehmen, den er nicht kennt.

Nicht nur wegen Corona, sondern auch wegen allgemeiner Sicherheitsbedenken gibt es auch Kritiker der Bankerl. Haslinger appelliert an die Eigenverantwortung der Menschen: „Jeder hat selbst in der Hand, wen er mitnimmt, oder bei wem er als Mitfahrer einsteigt.“

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