Demonstration gegen Corona-Auflagen in Traunstein unter massivem Polizeiaufgebot

Walter Strobl, Zahnarzt aus Bayerisch Gmain, hob in seiner Rede bei der Demo im Traunsteiner Stadtpark die Bedeutung eines gestärkten Immunsystems für die Gesundheit hervor. Effner
+
Walter Strobl, Zahnarzt aus Bayerisch Gmain, hob in seiner Rede bei der Demo im Traunsteiner Stadtpark die Bedeutung eines gestärkten Immunsystems für die Gesundheit hervor. Effner

Traunstein – Mit einem massiven Polizeiaufgebot sahen sich am Samstag rund 100 Teilnehmer einer Demonstration im Traunsteiner Stadtpark vor dem Kulturzentrum konfrontiert.

Geschätzte 200 Beamte und Unterstützungskräfte hatten sich in der Innenstadt mit Schwerpunkt im Stadtpark und auf dem Stadtplatz zur Kontrolle der Hygiene- und Sicherheitsauflagen postiert.

Hintergrund ist das aktuelle Verbot von Demonstrationen auf dem Stadtplatz, nachdem sich dort am 9. Mai bei einer ungenehmigten Spontan-Demo Hunderte von Menschen zum Teil eng und ohne Mundschutz gedrängt hatten. Auch in München hatten Demonstrationen zu harscher Kritik geführt.

+++

Tipp der Redaktion: Kennen Sie schon unseren kostenlosen Feierabend-Newsletter? Die Top-Themen der Region um 17 Uhr per E-Mail – sauber ausrecherchiert und aufgeschrieben von Ihrer OVB-Redaktion. Jetzt Newsletter ausprobieren!

+++Unter dem Motto „Eintreten für Grundrechte: Impfpflicht und Immunitätsausweis auf europäischer Ebene“ ermunterte am Samstag Veranstalter Joachim Bernshausen, stellvertretender Kreisvorsitzender der AfD, die Teilnehmer aus unterschiedlichsten Gesellschaftsgruppen zu eigenen Redebeiträgen. Einleitend unterzog er eine gemeinsame Rede der Ministerpräsidenten Markus Söder und Winfried Kretschmer zur Corona-Krise von vor drei Wochen einer kritischen Betrachtung. Aus seiner Sicht habe sich die Politik zu einseitig an den Empfehlungen des Robert-Koch-Instituts orientiert.

Bernshausen verwies im Bereich der Gesundheitspolitik auf den großen Einfluss zahlreicher Lobbyistengruppen auf Regierungsorganisationen und Gesellschaft sowie auf Versuche auf EU-Ebene, Naturheilkundlern die Existenz zu entziehen.

Veranstalter wirbt für Prophylaxe

Statt der Fixierung auf pharmazeutische Produkte machte er sich für ein „konsequenteres Verfolgen der Gesundheitsprophylaxe“ in der Bildungs- und Gesundheitspolitik stark.

Ein Schüler kritisierte die späte Reaktion mit Vorbeugemaßnahmen nach dem Corona-Ausbruch in China, etwa im Flugverkehr.

Die vielen Widersprüche in der Verordnung und Wirksamkeit der Maskenpflicht nahm Felicitas Englisch aus Siegsdorf aufs Korn und erklärte: „Europa ist die Kultur des offenen Gesichts.“

„Mehr Menschlichkeit“ bei der Begleitung schwerbehinderter Angehöriger in Pflegeheimen und Sterbender proklamierte Jacqueline Kretschmer. Ein weiterer Redner verwahrte sich dagegen, alle Kritiker der gegenwärtigen massiven Einschränkungen pauschal als „Verschwörungstheoretiker“ zu stigmatisieren. Der Widerstand ziehe sich durch alle Schichten der Gesellschaft.

Nach einer Schweigeminute für alle Corona-Opfer und Betroffenen bedankte sich Bernshausen für die Disziplin der Teilnehmer ebenso bei der Polizei und Vertretern des Landratsamtes, die die Kundgebung wohlwollend begleiteten.

Kommentare