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Verhandlungsauftakt gegen das Dealer Duo der Hells Angels

Drogen und Waffen im großen Stil verkauft: Packen die beiden Angeklagten aus?

Dealer der Hells Angels vor Gericht: Drogen und Waffen in Südbayern verkauft
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Die Rosenheimer Hells Angels mit Drogen und Waffen beliefert? Zwei Dealer aus München ab Montag in Traunstein vor Gericht.
  • Sascha Ludwig
    VonSascha Ludwig
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Nachdem mehrere Mitglieder der Rockergruppierung „Hells Angels“ aus der Region bereits hinter Gitter gewandert sind, stehen nun ab Montag zwei Dealer in Traunstein vor dem Richter. Die beiden Männer sollen im großen Stil Drogen und auch scharfe Waffen im gesamten südbayerischen Raum verkauft haben. Die Beweislast gegen das Duo wiegt schwer.

Update, 24. Oktober, 10.50 Uhr - Rosenheimer Raum im Visier der Dealer

Die Liste der Tatvorwürfe gegen den 37-jährigen Neubiberger und den 43-jährigen Taufkirchener ist lang. Den Männern legt die Staatsanwältin unter anderem gemeinschaftlichen Drogenhandel zur Last: Spätestens im Jahr 2020 sollen sich die beiden zusammengeschlossen haben, um Betäubungsmittel verschiedenster Art, Waffen und später auch gefälschte Impfpässe zu verkaufen. Besonders den Raum Rosenheim sollen die Dealer dabei verstärkt ins Visier genommen haben. Mithilfe des örtlichen Chapters der Hells Angels sollen die Angeklagten diese Pläne schließlich in die Tat umgesetzt haben.

Laut Ermittlungen der Staatsanwaltschaft habe der 37-Jährige dabei die Kontakte in die Drogen-Szene und zu den Lieferanten gehalten, während sich der 43-Jährige um die Logistik gekümmert haben soll. Zur Auslieferung der Drogen und zum Einsammeln der Erlöse soll ein gemeinsam beschaffter BMW gedient haben. Damit sollen die Beiden regelmäßig und mehrmals pro Woche auf Tour gegangen sein.

Riesiges Drogen-Lager und scharfe Schusswaffen entdeckt

Staatsanwältin Barbara Miller fährt fort: „Bereits im Jahr 2020 veräußerten die Angeschuldigten knapp 4 Kilogramm Kokain“, die Abnehmer sind den Behörden allerdings noch nicht bekannt. Ende 2020 soll dann der Kontakt zu den Rosenheimer Hells Angels zustande gekommen sein. Ein paar Monate später sei es dann zum ersten Mal zu einer Drogenlieferung an die Biker-Gruppierung gekommen. Fortan und bis zum Oktober 2021 kam es zu beinahe wöchentlichen Lieferungen an die Kontakte im Raum Rosenheim.

Mitte Oktober schnappte die Falle von Polizei und Staatsanwaltschaft dann allerdings zu. In einem Kellerabteil, das beide wohl schon seit Längerem gemietet hatten, fanden die Beamten ein umfangreiches Arsenal an Drogen und auch Waffen. Über 14 Kilogramm Cannabis, knapp 4 Kilogramm Kokain und weitere Betäubungsmittel konnten im sogenannten Bunker sichergestellt werden. Daneben fanden die Polizisten insgesamt vier scharfe Feuerwaffen - drei davon mit einer Vorrichtung zur Verwendung eines Schalldämpfers ausgestattet. Die passende, scharfe Munition wurde ebenfalls sichergestellt. Wenige Tage vor dem Zugriff durch die Polizei sollen die beiden Angeklagten bereits eine Pistole im Kaliber 7,65 mm Browning samt Schalldämpfer und zehn Schuss Munition erfolgreich verkauft haben.

Machen die Angeklagten Angaben zu ihren Taten?

Nach der Verlesung der Anklageschrift richtet die vorsitzende Richterin Christina Braune ihr Wort an die beiden Beschuldigten beziehungsweise deren Anwälte. Dr. Kai Wagler, der Beistand des 43-Jährigen, signalisiert die Bereitschaft zu einem Rechtsgespräch. Sollte sich sein Mandant darauf einlassen und tatsächlich Angaben machen, könnte der Prozessverlauf deutlich verkürzt werden. Bislang sind sieben weitere Verhandlungstage angesetzt.

Mit dieser Perspektive unterbricht die vorsitzende Richterin die Verhandlung. Am 2. November wird der Prozess voraussichtlich fortgesetzt. Auch dann berichtet chiemgau24.de wieder live und in Ausschnitten aus dem Gerichtssaal.

Vorbericht

Traunstein/Rosenheim/München – Im Kampf gegen die organisierte Rocker-Kriminalität in der Region gelang den Beamten des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd im Oktober des vergangenen Jahres ein großer Schlag. Mehrere Mitglieder des heimischen Chapters der Hells Angels wurden in diesem Zuge verhaftet und bereits rechtskräftig verurteilt. So ging unter anderem der Chef der Rosenheimer Biker nach einem Urteil des Frankfurter Landgerichts für 10 Jahre und 2 Monate hinter Gitter. Wegen nachgewiesener Zuhälterei und schwerer Zwangsprostitution zog das Gericht zusätzlich 200.000 Euro ein, die der 36 Jahre alte Angeklagte drei Frauen zuvor über einen längeren Zeitraum abgenommen hatte.

Über Jahre den Großraum Rosenheim mit Drogen versorgt

Jetzt stehen zwei Männer aus dem Umland von München in Traunstein vor dem Richter: Ein 43-Jähriger aus Taufkirchen und ein 37-Jähriger aus Neubiberg sollen spätestens seit dem Jahr 2020 gemeinschaftlich große Mengen Betäubungsmittel und auch scharfe Waffen in Südbayern in Umlauf gebracht haben. Hauptabnehmer sollen dabei unter anderem die Hells Angels in Rosenheim gewesen sein.

Bei der Verhaftung des Dealer-Duos Mitte Oktober 2021 beschlagnahmten die Polizisten in deren „Bunker“ - einem Kellerabteil eines Wohnhauses in Taufkirchen - ein umfangreiches Arsenal an Betäubungsmitteln: Über 14 Kilogramm Cannabis, knapp 4 Kilogramm Kokain, rund 20.000 Ecstasy-Tabletten, ein Kilogramm MDMA und knapp 5 Kilogramm Crystal-Meth. Darüber hinaus entdeckten die Polizisten auch vier funktionsfähige, scharfe Feuerwaffen. Rund 250 Schuss Munition mit unterschiedlichem Kaliber wurden ebenfalls sichergestellt.

Welche Erkenntnisse ergeben sich über die Hintergründe?

Vor der Verhaftung sollen die Dealer bereits große Mengen Drogen in Südbayern verkauft haben. Auf die Spur kam die Polizei den beiden Männern nach umfangreichen Ermittlungen. Im Verlauf der Ausforschung wurde sogar deren gemeinsames Fahrzeug mit Hilfe moderner Abhör-Technik dauerhaft observiert. Die daraus gewonnenen Erkenntnisse führten letztendlich zu den Verhaftungen in den Reihen der Rosenheimer Hells Angels.

Der Prozess gegen den 43-jährigen Taufkirchener und den 37-jährigen Neubiberger wegen des Handels mit Betäubungsmitteln, Schusswaffen und Munition beginnt am Montag (24. Oktober) und ist bislang auf drei Verhandlungstage angesetzt.

+++chiemgau24.de berichtet live und in Ausschnitten ab Montagmorgen aus dem Gerichtssaal+++

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