Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.


Keine Häuser im Hochwassergebiet

Traunsteiner Grüne freuen sich über Bau-Stopp in der Daxerau: „Vernunft hat gesiegt“

Auf diesem 15000 Quaftatmeter großen Areal in der Daxerau, einst ein Tennispark, sollten 120 Wohnungen entstehen. Doch das Gebiet ist hochwassergefährdet und wird nun nicht bebaut.
+
Auf diesem 15000 Quaftatmeter großen Areal in der Daxerau, einst ein Tennispark, sollten 120 Wohnungen entstehen. Doch das Gebiet ist hochwassergefährdet und wird nun nicht bebaut.
  • Elisabeth Sennhenn
    VonElisabeth Sennhenn
    schließen

Als Erste haben sich die Traunsteiner Grünen zu Wort gemeldet, als bekannt wurde, dass sich der Stadtrat gegen die Bebauung im Hochwassergebiet Daxerau entschieden hatte. Der Bau war von vornherein umstritten, nun trugen die Unwetter zum Entschluss bei.

Traunstein – Die Bebauung in der Daxerau ist nach dem jüngsten Traunsteiner Stadtratsbeschluss vom Tisch. „Die Vernunft hat endlich gesiegt“, begrüßt die Traunsteiner Landtagsabgeordnete Gisela Sengl (Grüne) diesen Beschluss, „aber es ist auch traurig, dass es für dieses Umdenken erst Ereignisse wie die schweren Hochwasserschäden der letzten Wochen braucht.“ Die Anwohner hatten wiederholt auf die Hochwassergefährdung aufmerksam gemacht, unter anderem mit mehreren Petitionen im Bayerischen Landtag, erinnert Sengl in einer aktuellen Mitteilung.

Umfrage: 805 Leser gegen Bebauung

Mit dem Beschluss sei der Traunsteiner Stadtrat nun doch der Empfehlung des Petitionsausschusses des Bayerischen Landtags gefolgt. Die Ausschussvorsitzende Stephanie Schuhknecht betont: „Auch wenn der Petitionsausschuss aufgrund der kommunalen Planungshoheit in dieser Sache nicht direkt helfen konnte, haben die eingereichten Petitionen sicher mit für die nötige Aufmerksamkeit für die Problematik gesorgt.“

Es sei angesichts der schweren Schäden durch Starkregenereignisse in den letzten Wochen mehr als vernünftig, auf die Bebauung zu verzichten. Auch der Petitions-Berichterstatter, MdL Christian Hierneis (Grüne), zeigt sich erleichtert: „So schön diese Entscheidung nun ist, sie hätte schon viel früher fallen können, wenn man auf die Anwohner und uns gehört hätte.“

+++ Weitere Nachrichten aus dem Chiemgau finden Sie hier. +++

Erst am Wochenende hatten Hunderte Leser der OVB-Heimatzeitungen an einer Umfrage auf OVB-online mitgemacht und kommentiert, wie sie den Baustopp für das geplante Gebiet Daxerau in Traunstein finden. Richtig aufgrund der Gefahr durch Hochwasser fanden diesen 805 Teilnehmer an der Umfrage, oder 87,03 Prozent. 120 Stimmen oder 12,97 Prozent fanden dagegen, Traunstein hätte den neuen Wohnraum dringend gebraucht und bewerteten die Entscheidung als falsch.

15 000 Quadratmeter Fläche

Erst am vergangenen Freitag war das Thema Daxerau überraschend in die Tagesordnung des Traunsteiner Stadtrats „gerutscht“, nachdem Oberbürgermeister Christian Hümmer (CSU) erzählt hatte, er sei „mal wieder mit Gummistiefeln“ auf dem Gelände gestanden und verstehe jetzt den jahrelangen Protest der Anwohner gegen das Bauvorhaben.

Mit großer Mehrheit stimmt der Stadtrat anschließend dafür, das Verfahren zur Aufstellung des Bebauungsplans für das 15 000 Quadratmeter große Areal einzustellen.

Lesen Sie auch: Stadtrat Traunstein: Baugebiet Daxerau gestoppt - Bürgerentscheid zu Klimakonzept

Dort wollte ein Investor 13 Mehrparteienhäuser mit insgesamt rund 120 Wohnungen bauen – aus Sicht der meisten Stadträte angesichts der großen Wohnungsnot in der Region ein begrüßenswertes Vorhaben. Die Grünen waren von Anfang an dagegen, und so zeigte sich Traunsteins zweite Bürgermeisterin Burgi Mörtl-Körner erleichtert darüber, dass die Pläne nun vom Tisch sind: Die Grünen würden sich schon immer dagegen wehren, Flussauen zu bebauen – nicht nur aus Sicherheitsgründen für die Anwohner, sondern auch aus Gründen des Umwelt- und Artenschutzes in Auenlandschaften.

Früher Protest der Anwohner

Man sei noch vor Kurzem ausgelacht worden wegen dieser Haltung, erinnerte Mörtl-Körner. Auf dem Areal war bis 2016 das Tennis-Center von Martha Vogl beheimatet. Schnell regte sich bei Anwohnern Widerstand, als die Pläne zur Bebauung veröffentlicht wurden. Sie befürchteten, dass dadurch noch öfter Überschwemmungen drohten. Die jüngsten Unwetter hatten schließlich auch OB Hümmer davon überzeugt, auf Abstand zum Vorhaben zu gehen.

Mehr zum Thema

Kommentare