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Reihe der Diakonie Achental bringt Nationalitäten zusammen

Das unsichtbare Gepäck der Geflüchteten Thema beim Wössner Dialog

Diakon Michael Soergel, Jean-Marie Sindani und Stephan Wegner (von links), der Organisator der Ausstellung, im Alten Bad in Unterwössen.
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Diakon Michael Soergel, Jean-Marie Sindani und Stephan Wegner (von links), der Organisator der Ausstellung, im Alten Bad in Unterwössen.
  • VonSybilla Wunderlich
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Die Buchautorin Jeanne-Marie Sindani gastierte jüngst im Rahmen der Reihe „Wössner Dialog“ der Diakonie Achental im Alten Bad Unterwössen. Sie sprach über Ängste und Traumata von Migranten.

Unterwössen – „ Zuwanderung muss keine „Last für den Sozialstaat werden. Kompromissbereitschaft ist ein wechselseitiger Prozess von Geben und Nehmen.“ Das sagte die Kongolesin Jeanne-Marie Sindani beim jüngsten „Wössner Dialog“ in ihrem Referat im Alten Bad. Das ist eine Reihe der Diakonie Achental, die damit Menschen zusammenbringen möchte. Begleitend zu der Veranstaltung war eine Kunstausstellung zu sehen, in der traumatisierte Geflüchtete ihre Gefühle und Wünsche in Bildern ausdrücken.

Deutsche und syrische Besucher

Diakon Michael Soergel aus dem Freundeskreis Diakonie in der Evangelischen Kirchengemeinde Marquartstein freute sich bei der Begrüßung über die zahlreich erschienenen Besucher aus Deutschland und Syrien. Für den Vortrag und Austausch Sindani war als Referentin gewonnen worden. Sie ist Buchautorin, Sozialwissenschaftlerin, Pädagogin und Migrationsbeauftragte.

Sindani zeigte die Probleme und Ängste der Schutzsuchenden, Migranten und Zuwanderer auf der einen Seite und die Befürchtungen und Ängste der einheimischen Bevölkerung auf der anderen Seite.

Sie erinnerte an die Zeit als die Flüchtlingsströme 2015: „Wenn man die Menschen sieht, dann sieht man nicht, was sie an unsichtbarem Gepäck mit sich herumschleppen.“

Syrerin verlor auf der Flucht Baby und Mann

Als Beispiel erzählt sie von einer Syrerin, die die Angebote zum Deutschlernen und Arbeitsangebote nicht annehmen konnte. In Gesprächen mit ihr habe sie, dass diese Frau in Aleppo im Krieg ihr Baby verloren hat und auf dem Fluchtweg ihren Mann im Meer ertrinken sah. Diese schrecklichen Traumata mussten erst ausgesprochen und psychologische Hilfe geleistet werden. Heute kann diese Frau Deutsch und hat eine Arbeitsstelle, erzählte Sindani abschließend.

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Die Besucherin Aisha aus Syrien sagte, das Wichtigste sei für die Migranten, die Sprache zu lernen. In der weiteren Diskussion wurde von einer Besucherin die Situation der deutschen Bevölkerung und die zum Teil „sehr großen existenziellen Probleme“ angesprochen. Auch Diakon Soergel bestätigte, dass er in verschiedenen Projekten mit dem Thema Armut zu tun hat. Sein Rat war „aufeinander zugehen und zusammenhalten“.

Lange Wartezeiten bei der Beratungsstelle

Ein weiterer Besucher fragte nach Möglichkeiten zur Hilfe bei den Traumata der Flüchtlinge. Sidani nannte die die vielen Angebote zur psychologischen Beratung in München, zum Beispiel von der Caritas. Allerdings gebe es viel zu lange Wartezeiten.

Wie können das Herz und die Seele Ängste und Träume verarbeiten? Dieser Frage widmete sich die Kunstausstellung von geflüchteten und traumatisierten Menschen auf der Flucht vor dem Krieg. Über diese Träume und Ängste sprach auch Sindani. Schutzsuchende müssten Weg aus der Heimat vor Krieg, Terror, Umweltkatastrophen fliehen und suchten Sicherheit. Dem gegenüber stünden Ängste der einheimischen Bevölkerung, die sich aufgrund der Zuwanderung um Verluste sorgten.

Afghane träumt vom Wiedersehen mit seiner Familie

Bei der Kunstausstellung waren bewegende von Flüchtlingen gemalte Bilder zu sehen mit erklärenden Worten wie „Ich bin Wagas, ich komme aus Afghanistan und träume von einem Wiedersehen mit meiner Familie“ oder „Ich bin Luwam, ich komme aus Eritrea und träume von einer Ausbildung zur Grafikdesignerin oder zur Altenpflegerin“ . Träume, von denen die Künstler meist gar nicht wussten, dass sie überhaupt noch Träume haben, Träume, die erst beim Malen zum Vorschein kamen.

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