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Interview nach einem Jahr

Das sagt Reit im Winkls Bürgermeister Matthias Schlechter zum Amtsstart in der Corona-Zeit

Matthias Schlechter hofft, dass Reit im Winkl touristisch wieder einen guten Sommer erlebt.
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Matthias Schlechter hofft, dass Reit im Winkl touristisch wieder einen guten Sommer erlebt.
  • Heidi Geyer
    VonHeidi Geyer
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Reit im Winkl – Matthias Schlechter (49) ist seit knapp einem Jahr Bürgermeister in Reit im Winkl. Derzeit ist er an Covid-19 erkrankt, wenn auch nur mit leichten Symptomen. Die Chiemgau-Zeitung hat online mit ihm über sein erstes Jahr im Amt gesprochen.

Herr Schlechter, Sie haben ihr erstes Jahr in der denkbar schwierigsten Krise des Ortes erlebt...

Matthias Schlechter: Ja, auf jeden Fall. Unser Ort und der kommunale Haushalt leben größtenteils vom Tourismus. Der Kurbeitrag und der Fremdenverkehrsbeitrag finanzieren die Touristinfo, Da fehlen uns einige 100 000 Euro. Selbst bei Wasser und Kanal spüren wir fehlende Einnahmen: Jetzt duschen halt keine Urlauber, aber die Fixkosten laufen fort. Hier fehlt die Hälfte am Verbrauch. Wir wissen noch nicht, wie oder wann wir das ausgleichen können.

Woran werden die Bürger zukünftig spüren, wenn das Geld nicht mehr reicht?

Schlechter: Meine Hoffnung ist, dass es nach zwei Jahren bergauf geht. Nächstes Jahr werden wir noch die Auswirkungen von den Ausfällen bei Gewerbesteuer und Fremdenverkehrsabgabe spüren wirken. Wie sich das auf uns auswirkt, wird hauptsächlich an Bund und Land liegen und deren Entscheidung für einen Ausgleich. Der Haushalt, den wir im Dezember aufgestellt haben, war eigentlich schon Makulatur, als wir ihn verabschiedet haben, Corona hat uns jede Planung genommen. Einige Punkte müssen wir schieben. Etwa eine Straßensanierung. Die Straße bricht deshalb nicht völlig auseinander, aber wir müssen das zurückstellen.

Aktuell sind die Fallzahlen in Reit im Winkl sehr hoch. Können Sie sich erklären, woher das kommt?

Schlechter: Um ehrlich zu sagen, nein, obwohl es mich auch getroffen hat. Auf der Straße sieht man, dass wenige Menschen unterwegs sind. Ich habe mit einem Arzt aus Reit im Winkl gesprochen, der meinte dass wir im Ort halt auch nicht auf der Insel der Glückseligen leben und es uns auch mal erwischt. Im Rathaus haben wir uns wieder in zwei Teams aufgeteilt, sodass immer nur eine Hälfte im Rathaus ist.

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Was hören Sie von Leuten, die derzeit nicht vermieten oder ihr Gasthaus aufmachen können?

Schlechter: Ich hab den Eindruck, dass die Leute einem Hoffnungsschimmer hinterherjagen. Wir waren schon oft an dem Punkt, an dem sich die Öffnung dann doch wieder verschoben hat. Wobei ich nicht weiß, wie ich das anstelle der großen Politik entscheiden würde – da will ich auch nicht g‘scheid sein. Ich hab aber schon den Eindruck, dass die Zuversicht in weiten Teilen da ist. Wir werden wieder einen guten Sommer bekommen, wobei der aber nicht das Geschäft vom Winter reinholen wird.

Wie stark dominiert das Thema Corona Ihren Arbeitsalltag?

Schlechter: Es kostet uns teilweise viel Zeit, weil Corona als Grund für viele Verzögerungen dient, was nicht immer der Realität entspricht. Und immer digital zu arbeiten, ist teilweise auch sehr umständlich. Wobei ich es ja nicht ohne Corona kenne. Ich wundere mich schon, dass in Pressekonferenzen etwas verkündet wird, verkündet wird, was aber in der Umsetzung zu lange dauert oder an der Realität scheitert. Es dauert dann einfach sehr lang und ist aufwendig, bis wir dem Bürger Auskunft geben können. Bei den Unterstützungen würde ich mir wünschen, wenn man das einhalten würde, was man verspricht.

Wie geht‘s Ihnen mit der Arbeitsbelastung?

Schlechter: Mein Vorgänger hat mal gesagt, dass Amt sei fordernd. Da hat er recht. Ich schlafe gut, aber ich denke schon oft auch in der Freizeit ans Amt. Es macht aber einfach viel Spaß zu gestalten und etwas umzusetzen, auch im Kleinen. Ich bin gerne Bürgermeister.

Was sind Ihre Pläne für die Zukunft von Reit im Winkl?

Schlechter: Die Pflegesituation ist mir wichtig, da wir keine stationären Plätze mehr haben und nur einen Pflegedienst, der allerdings nicht alles abdeckt. Außerdem sollen über 20 Wohnungen mit preisgedeckelten Mieten über einen regionalen Investor entstehen. Wir haben noch ein paar andere Themen, die aber noch nicht ausdiskutiert sind.

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