CORONA SCHIEBT EINEN RIEGEL VOR

Das Priener Maibaumaufstellen 2021 ist wegen der Pandemie abgesagt

Unter großen Anstrengungen richten die Priener Trachtler den fast 30 Meter hohen Baum mit langen Stangen, den „Schweiberln“, auf, wie auf unserem Bild aus dem Jahr 2018 zu sehen ist.
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Unter großen Anstrengungen richten die Priener Trachtler den fast 30 Meter hohen Baum mit langen Stangen, den „Schweiberln“, auf, wie auf unserem Bild aus dem Jahr 2018 zu sehen ist.

In den zurückliegenden Monaten wurden zahlreiche Veranstaltungen in Prien abgesagt oder verschoben. Nun steht fest: Auch das Maibaumaufstellen 2021 muss dem Coronavirus weichen.

Prien – Die Priener Bürger zelebrieren brauchtumsgemäß meist alle drei bis vier Jahre das Aufstellen des Maibaums. Angesichts der ungewissen Entwicklung der Corona-Pandemie haben sich die Marktgemeinde Prien, die Prien Marketing GmbH und der Vorstand des Priener Trachtenvereins dazu entschieden, die Traditionsveranstaltung am Samstag, 1. Mai, abzusagen.

„Uns fällt diese Entscheidung sehr schwer“, sagt Bürgermeister Andreas Friedrich. „Für uns und unsere Besucher von nah und fern ist das Maibaumaufstellen ein tief verwurzelter und beliebter Frühjahrsbrauch.“

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Die Festlichkeiten beginnen stets mit Verhandlungen – die „Maibaum-Räuber“ feilschen um die Auslöse ihrer Diebesbeute. Anschließend erfolgt der Einzug mit der Blaskapelle Prien, dem Priener Trachtenverein und den benachbarten Vereinen. Dabei wird der mit Girlanden und Kränzen geschmückte Maibaum mit einem Rossgespann auf den Priener Marktplatz gefahren. Unter großen Anstrengungen richten die Trachtler den bis zu 30 Meter hohen, dekorierten Baum mit langen Stangen, den „Schweiberln“, auf.

Mehrere Dutzend Männer sind dafür nötig. In kleinen Schritten bringen sie den Maibaum nach alter Tradition und ohne technische Hilfsmittel dem Himmel näher. Ist das Gemeinschaftswerk geglückt, wird zusammen mit den Zuschauern bei Musik, Speis´ und Trank gefeiert.

Traditionsveranstaltung fällt dem Virus zum Opfer

In einer gemeinsamen Besprechung Anfang Februar sei lange abgewogen worden, unter welchen Bedingungen die Maifeierlichkeiten in diesem Jahr hätten stattfinden können. Schließlich sind die Organisatoren zu dem Schluss gekommen, dass nur eine Absage dem gelebten Brauchtum gerecht wird.

„Den Charme des Maibaumaufstellens macht das gesellige Miteinander aus. Vereinstreffen und Menschentrauben beim Einzug an den Straßen gehören genauso dazu wie das gemeinsame Aufstellen und das gemütliche Feiern auf dem Marktplatz“, so die Geschäftsführerin der Prien Marketing GmbH Andrea Hübner. „2021 zeigen wir unseren lebendigen Zusammenhalt, indem wir Abstand halten.“ Das nächste Maibaumaufstellen gibt es somit erst 2022. (re)

re

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