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Nach Rückzug des privaten Betreibers

Das Bayerische Rote Kreuz übernimmt Teststelle in Grassau

Beteiligt an der Bekämpfung der Pandemie: (von links) Andreas Scheck, Josef Loferer, Ludwig Entfellner, Daniela Ludwig, Gabi Braun, Herbert Strauch und Thorsten Brandstätter weihten das neue Zelt ein.
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Beteiligt an der Bekämpfung der Pandemie: (von links) Andreas Scheck, Josef Loferer, Ludwig Entfellner, Daniela Ludwig, Gabi Braun, Herbert Strauch und Thorsten Brandstätter weihten das neue Zelt ein.
  • Tanja Weichold
    VonTanja Weichold
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Für Aufruhr sorgte in Grassau jüngst der kurzfristige Rückzug des privaten Betreibers der Corona-Schnelltestzentren in Grassau und Übersee. Hilfe kam vom Kreisverband des Bayerischen Roten Kreuzes (BRK), das nach eintägiger Schließung den Betrieb in Grassau weiterführt. Droht trotzdem bald das Aus?

Grassau/Übersee – Aus personellen Gründen sind die Öffnungszeiten nun allerdings kürzer, außerdem wurde die Station in Übersee aufgelöst. Unsicherheit herrscht beim BRK indes wegen der bevorstehenden Änderung bei der Abrechnung von Schnelltests, wie die OVB Heimatzeitungen auf Nachfrage erfuhr. Ab 11. Oktober wird laut Auskunft der Bundesregierung das Angebot kostenloser Bürgertests deutlich eingeschränkt.

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Lediglich für Personen, die nicht geimpft werden können und für die keine allgemeine Impfempfehlung vorliege, werde es weiterhin die kostenlosen Antigen-Schnelltests geben. Das betreffe insbesondere Schwangere sowie Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren.

Thorsten Brandstätter, der stellvertretende Traunsteiner BRK-Kreisgeschäftsführer, dazu: „Uns fehlen die politischen Vorgaben.“ Das weitere Vorgehen sei unkalkulierbar und nicht geklärt, wie „wir das draußen abgerechnet kriegen sollen“. Brandstätter weiter: „Voraussichtlich werden wir am 10. Oktober unser Angebot beenden.“ Hinzu komme der zu erwartende Unmut aus der Bevölkerung, den das Personal vor Ort abbekomme. Schon jetzt sei es manchmal nicht einfach, der Erwartungshaltung Mancher gerecht zu werden.

Unzufriedenheit verständlich

Der BRK-Kreisverband stemme die Abwicklung mit wenigen fest angestellten Personen und mit Ehrenamtlichen, die eine Aufwandsentschädigung erhalten. Weitere Helfer sind gesucht, speziell für Grassau. „Wir sind auf dringendes Bitten der Gemeinde in Grassau aktiv geworden, um ein kleines Angebot aufrecht erhalten zu können“, sagt Brandstätter nach dem Rückzug des privaten Betreibers. Er wisse, dass unter den Achentalern eine gewisse Unzufriedenheit herrsche, wegen der verringerten Öffnungszeiten. Aber: „Wir tun, was möglich ist.“

Vorher sei die Teststation von Privat an sechs Tagen die Woche zehn Stunden pro Tag betrieben worden. Das könne das BRK personell nicht leisten, vor allem, da es noch an anderen Standorten vertragliche Verpflichtungen zu erfüllen habe.

Neben den beiden Testzentren des Landkreises in Trostberg und Traunstein sei das BRK bei den Schnelltestzentren in Inzell, Grassau, Petting, Engelsberg und Traunreut tätig. Derzeit werde eine Erweiterung der Öffnungszeiten in Grassau geprüft.

Laut Auskunft des Landratsamts Traunstein gibt es im Landkreis 20 Teststationen, zwei Testzentren und elf Apotheken, die Corona-Tests durchführen. Die Öffnungszeiten seien auf der Homepage des Landratsamts veröffentlicht.

Rückzug verursachte „einigen Wirbel“

Grassaus Bürgermeister Stefan Kattari (SPD) jedenfalls ist sehr froh über die Unterstützung des BRK, wie er auf Nachfrage erklärt. Der Rückzug des privaten Betreibers habe in der Bevölkerung „einigen Wirbel“ verursacht, er sei mehrfach angesprochen worden: „Da gibt es eine große Sensibilität.“ Weiter betont er: „Ich freue mich, wenn beim Schnelltestzentrum nun das BRK von öffentlichen Geldern profitieren kann.“

Laut Auskunft der Kassenärztlichen Vereinigung Bayerns (KVB) beträgt die Verfügung der Sachkosten aktuell für jeden Schnell-Test 3,50 Euro. Die Kosten übernehme noch bis 11. Oktober das Bundesamt für Soziale Sicherung. Danach müssen die Bürger selbst in die Tasche greifen.

Öffnungszeiten sollen wieder erweitert werden:

Nachdem der bisherige, private Betreiber des Testzentrums in Grassau zum 31. August gekündigt hatte, erklärte sich der Kreisverband Traunstein des Bayerischen Roten Kreuzes (BRK) bereit, eine Schnellteststation für alle Gemeinden des Achentals in Grassau aufzubauen. Der stellvertretende Kreisgeschäftsführer Thorsten Brandstätter übernahm die Organisation. Bei der Einweihung des Zelts waren die Bürgermeister der Achentalgemeinden anwesend: Josef Loferer aus Schleching, Ludwig Entfellner aus Unterwössen, Andreas Scheck aus Marquartstein und Herbert Strauch aus Übersee. Martina Gaukler aus Staudach-Egerndach war verhindert, aber die stellvertretende Bürgermeisterin aus Grassau, Daniela Ludwig, und die Organisatorin dieser Veranstaltung von der Gemeinde Grassau, Gabi Braun, besuchten die Eröffnung.

In der nächsten Zeit sollen die Öffnungszeiten erweitert werden. Die aktuellen Zeiten können im Internet auf der Seite der Gemeinde Grassau oder unter www.brk.traunstein.de nachgelesen werden. Das Rote Kreuz sucht noch Helfende für die Schnellteststation über die Internetseiten.

Brandstätter informierte die Anwesenden, dass bei den Testpersonen ein Nasenabstrich gemacht wird und bei Kindern unter sechs Jahren ein Rachenabstrich. Um eine Anmeldung zum Testen unter meintest.brk.de/quick wird gebeten, um Wartezeiten zu vermeiden.

Die Lizenz zum Testen:

Die Pressestelle am Landratsamts Traunstein teilt auf Anfrage mit, dass nach der aktuellen Test-Verordnung Arztpraxen, Zahnarztpraxen, Apotheken, medizinische Labore, Rettungs- und Hilfsorganisationen und die von den Kassenärztlichen Vereinigungen betriebenen Testzentren automatisch berechtigt seien, Teststationen zu betreiben. Sie stünden im engen Kontakt mit dem Gesundheitsamt, meldeten die Anzahl der durchgeführten Testungen im Meldeportal des Bayerischen Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) und seien an die Corona-Warn-App angebunden. Sämtliche Rechtsgrundlagen müssten eingehalten werden. „Weitere Leistungserbringer für Bürgertestungen stellen im Gesundheitsamt ihren Antrag auf Betrieb einer Teststation und werden dann nach Prüfung der erforderlichen Nachweise beauftragt“, so die Auskunft weiter. Ein Widerruf der Beauftragung sei durch das Bayerische Gesundheitsministerium als auch das Gesundheitsamt möglich. Bei Vertragswidrigkeit sei ein sofortiger Widerruf möglich.

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