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Gastgeber Gerald Schölzel zieht Fazit

CSU tagt in Kloster Seeon: Viele Glückliche und fast auch noch ein Eklat

Entspannte Polizisten: Bei bestem Wetter mit Sonnenschein und milden Temperaturen verlief die Tagung vollkommen störungsfrei.
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Entspannte Polizisten: Bei bestem Wetter mit Sonnenschein und milden Temperaturen verlief die Tagung vollkommen störungsfrei. 
  • VonKarlheinz Kas
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Drei Tage lang war Kloster Seeon als Tagungshotel der CSU-Winterklausur wieder einmal europaweit in den Schlagzeilen. Es gab glückliche und zufriedene Gesichter, aber auch Kritik und teils auch Kopfschütteln.

Seeon - 14 Übertragungswägen - zwei wurden kurzfristig abgezogen - sorgten von Freitag bis Sonntag für eine große mediale Präsenz, auch wenn erstmals in Seeon die CSU nicht als Regierungspartei auftrat, sondern aus der Opposition heraus Themen abarbeitete.

Es gab glückliche und zufriedene Gesichter rund um Landesgruppenchef Alexander Dobrindt, aber auch Kritik aus Trostberg an der Besetzung und teils auch Kopfschütteln, weil Kirchenmusikerin Andrea Wittmann, quasi Lokalmatadorin, als musikalische Begleiterin der traditionellen ökumenischen Andacht ausgeladen werden sollte. Sie hatte offensichtlich die falsche Partei gewählt. Aber da sprach Pfarradministrator Dr. Florian Schomers ein Machtwort.

14 Übertragungswägen - zwei wurden kurzfristig abgezogen - sorgten von Freitag bis Sonntag für eine große mediale Präsenz der CSU-Klausurtagung in Kloster Seeon.

CSU-Winterklausur im Kloster Seeon - Die Unerwünschte:

Es hat Tradition, dass während der Klausur auch ein Gottesdienst stattfindet. Musikalisch begleitet wird der stets vom langjährigen Trostberger Polizeichef Martin Hammerl, der auch mehrfach Mal Einsatzleiter in Seeon war, und Andrea Wittmann, Kirchenmusikerin im Pfarrverband Seeon-Seebruck-Truchtlaching. Hammerl, seit 2019 in Pension, musste wegen einer Handverletzung für heuer absagen, und Wittmann war nicht gerne gesehen. Warum? 2021 kandidierte sie für die Freien Wähler für den Bundestag. So kam im Vorfeld doch tatsächlich ein Anruf aus Berlin bei Dr. Florian Schomers, der die ökumenische Andacht zusammen mit Pfarrer Wolfram Hoffmann am Freitagabend hielt.

Andrea Wittmann, Kirchenmusikerin im Pfarrverband Seeon-Seebruck-Truchtlaching, hier im Bild Leonhard Dandl.

Wie Wittmann unserer Zeitung auf Anfrage erklärte, habe der Pfarradministrator der Landesgruppe ganz deutlich gemacht, dass man die Kirche im Dorf lassen solle. Politik sei Politik, die Kirche hier außen vor, habe Schomers als Antwort gegeben und darauf bestanden, die Andacht zusammen mit der diplomierten Kirchenmusikerin zu gestalten. So kam es dann auch. Hammerl wurde durch Leonhard Dandl, einem jungen Musiker aus Traunstein, Sohn einer Polizeibeamtin, ersetzt, und Wittmann begeisterte mit mehreren Stücken an der Orgel. Beide erhielten am Ende von den vielen Kirchenbesuchern prasselnden Beifall. 

Der Heimschläfer:

Peter Ramsauer nutzte die Nähe seiner Wohnung in Traunwalchen und fuhr jeweils nach Hause. Der „Heimschläfer“, zwölf Jahre lang selbst Organisator und Mitorganisator von Klausurtagungen der CSU in Kreuth, sagte: „Wir haben als CSU im Bundestag drei Tage markante und deutliche Standortbestimmungen vorgenommen und damit jederzeitige Regierungsfähigkeit beweisen. Und zum Tagungshotel meinte der ehemalige Landesgruppenchef: „Kloster Seeon und der Chiemgau waren eine Woche lang wieder in allen Schlagzeilen deutschlandweit und darüber hinaus.“

Der Aufsteiger:

Niko Oberkandler, in den letzten Jahren als Büroleiter von Alexander Dobrindt ein fester Bestandteil der Klausur in Seeon, war dieses Mal wie erwartet nicht dabei. Der Sohn von Klaus Oberkandler, verdienter Mitarbeiter der heimischen Zeitungen, wurde einst von Peter Ramsauer nach Berlin geholt und hat dort Karriere gemacht. Niko Oberkandler wurde nämlich Ende 2021 von Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer in sein Ministerium zurückgeholt. Hier bekleidet er den wichtigen Posten des Referatsleiters Elektromobilität und Ladeinfrastruktur.

Oberkandler ist Ministerialrat. „Ein ganz fähiger Mann, ich habe ihm immer schon eine große Karriere prophezeit“, meint Peter Ramsauer. Seine ersten journalistischen Schritte hatte der junge Oberkandler, der aus Kammer bei Traunstein stammt, übrigens bei den heimischen Zeitungen gemacht, war hier Mitarbeiter und hatte Praktika abgeleistet. Die Klausur in Seeon hatte er stets genutzt, um bei seinen Eltern vorbeizuschauen.

Die Aufpasser:

Einsatzleiter war wieder der Trostberger PI-Leiter Ulrich Mayer, der von einer ausgesprochen ruhigen Veranstaltung sprach. Täglich habe er rund 50 Beamte im Einsatz gehabt, Zwischenfälle habe es keine gegeben. „Wir sind sehr zufrieden, hatten alles im Griff“, gab der Polizeioberrat ein kurzes und knappes Statement. Lediglich ein paar Touristen habe man abweisen müssen. Sie hätten Ausschau nach Polit-Promis gehalten, aber natürlich keinen Zugang bekommen. Beide Zugänge waren hermetisch abgeriegelt, jener von der Holzbrücke im Norden durch Beamte und der Haupteingang zusätzlich noch durch fünf Lkw-Sperren.

Drei entspannte Tage hatte auch die Wasserschutzpolizei mit ihrem Boot. 

Drei entspannte Tage hatte auch die Wasserschutzpolizei mit ihrem Boot. Die Beamten kamen hier aus Prien und Murnau. Und als gestern auch noch Frank Hellwig, Polizei-Vizepräsident des Präsidiums Oberbayern Süd vorbeischaute, konnte auch der nur Positives vermelden. „Es war ein starkes Publikumsaufkommen, aber durch eine geschickte Einsatzstrategie ist alles reibungslos abgelaufen“, sagte Hellwig. Ohne jede Zwischenfälle war auch der Einsatz für die Freiwillige Feuerwehr Seeon abgelaufen. Am Freitag und Samstag waren jeweils ein Dutzend Kollegen im Einsatz, halfen bei der Einweisung der Gäste. „Alles ganz easy, es war ruhig und schön“, berichtete der erste Kommandant Stefan Anderl.

Der Digitale:

Für den technischen Ablauf ist in Seeon Stefan Mayer verantwortlich. Der Tontechniker und Systemintegrator aus Nußdorf bei Traunstein hat sein Equipment seit Weihnachten nach und nach installiert, spricht aber von einem „unspektakulären Einsatz“. Grund sei die modernste Digitaltechnik, nicht mehr vergleichbar mit vergangenen Zeiten. Mit seinem Team sorgte er wieder für optimale Audio- und Bildqualität, ging es doch auch wieder darum, hybride Konferenzen zu schaffen, 50 Mikrofone im Konferenzraum zu installieren, die Präsenta-Monitore ebenso in Stellung zu bringen, wie die Dolmetscher-Kabinen auszurüsten. So waren auch Liveübertragungen aus dem Saal und aus anderen Arbeitsräumen gesichert. „Kein großer Aufwand, alles klappte wieder bestens“, berichtete Mayer gestern, wobei auch die Kameras und Mikrofone vor dem Tagungsgebäude exakt abgestimmt werden mussten, schließlich gingen diese Bilder täglich hinaus in alle Welt.

Am Sonntag musste er schnell einpacken, denn schon ab Mittwoch geht es für ihn beim Biathlon-Weltcup in Ruhpolding weiter und zwei Tage Vorlaufzeit seien dort normal. Eine ganz andere Dimension sei das in der Chiemgau-Arena, hier müsse man hundert mal so viele Kabeln verlegen, um für die Biathlon-Fans die Beschallung optimal zu gestalten. Auch drei riesige Video-Walls würden wieder für die Besucher bereitgestellt. 

Der Feinschmecker:

Er heißt Dieter Fembacher, ist 57 Jahre und kommt aus Fridolfing. Wie sein Vater gilt er selbst als absoluter Feinschmecker und ist unter den Chefköchen in der Region ganz oben angesiedelt. Seit 27 Jahren zeichnet er im Kloster Seeon als Chefkoch verantwortlich und verwöhnte die Gäste während der Klausur mit einem 16 Mann und Frau starken Team. Die Abgeordneten wurden im Restaurant „Ex libris“ bedient, die Journalisten und Techniker im Klosterstüberl. Zwei Mal täglich brachte er bis zu 300 Essen auf den Tisch.

Dieter Fembacher ist seit 27 Jahren Chefkock im Kloster Seeon.

„98 Prozent stellen wir selbst her, außer zum Beispiel Semmeln und Brezen, die immer frisch geliefert werden“, berichtet er. Von der Qualität waren die Gäste begeistert, hier gab es ausschließlich großes Lob. Gereicht wurden unter anderem: Hausgemachte Lachsforelle, Schnitzel „Pariser Art“, Kalbsschulter schonend garniert, Tafelspitzkraftbrühe, pochiertes Saiblingsfilet, Räucherforellen, marinierte Kalbfleischpflanzerl, geschmorte Ochsenbackerl und Zanderfilet auf der Haut gebraten. Verabschiedet wurde die Polit-Prominenz gestern Mittag auf bayerische Art. „Das hat Tradition in Seeon“, sagte Fembacher und servierte ofenfrischen Leberkäs aus Garching/Alz.

Der Glückliche:

Gastgeber Gerald Schölzel zog ein überaus erfolgreiches Fazit. „Alles ist ganz entspannt gelaufen, die Teams aus Berlin, der Polizei und von Kloster Seeon waren bestens eingespielt und das Wetter hat auch noch gepasst“, freute sich der Geschäftsführer, der von den Klausurteilnehmern auch nur Lob für die Umbauarbeiten bekam. Es gab nur eine kleinere Festivität, das war am Freitagabend eine Glühweinrunde im Klosterhof, die länger gedauert hatte, als erwartet. „Kommunikation und Begegnung waren im Vordergrund gestanden und das war auch gut so“, ergänzt Schölzel, der in seinem Haus rund 600 Veranstaltungen pro Jahr organisiert. Dass kein Schnee gelegen war, störte ihn wenig. „Die Bilder, die gesendet wurden, waren wieder beste Werbung für uns!“

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