Interview mit Sven Schönfeld

13 Corona-Fälle in Klinik Roseneck in Prien: Patienten und Mitarbeiter betroffen

Priens größte Klinik, die psychosomatische Fachklinik Roseneck, die zur ortansässigen Schön-Gruppe gehört, hat Platz für über 400 Patienten und beschäftigt 350 Mitarbeiter. Dort gab es vergangene Woche 13 positive Corona-Fälle.
+
Priens größte Klinik, die psychosomatische Fachklinik Roseneck, die zur ortansässigen Schön-Gruppe gehört, hat Platz für über 400 Patienten und beschäftigt 350 Mitarbeiter. Dort gab es vergangene Woche 13 positive Corona-Fälle.
  • Dirk Breitfuß
    vonDirk Breitfuß
    schließen

Prien - Die Corona-Pandemie hat auch die Kliniken in Prien erreicht. Nach einer Reihe positiver Fälle kann die Schön Klinik Roseneck im Exklusiv-Interview mit der Chiemgau-Zeitung Entwarnung geben: Alle 750 Mitarbeiter und Patienten wurden getestet, alle Ergebnisse sind negativ. Wir sprachen mit Geschäftsführer Sven Schönfeld.

Sven Schönfeld: Im Rahmen unserer regulären Covid-19-Testungen bei unseren Patienten haben wir letzte Woche positive Covid-19-Befunde erhalten. Wir haben darauf mit sofortigen Isolierungs-, Quarantäne- und zusätzlichen Hygienemaßnahmen reagiert und alle Patienten und Mitarbeiter der Klinik testen lassen, insgesamt rund 750 Personen, darunter 400 Patienten und 350 Mitarbeiter.

Lesen Sie auch: Coronavirus: Lockdown in Rosenheim kommt früher +++ Jetzt auch der Christkindlmarkt abgesagt

Was haben diese Tests ergeben?

Schönfeld: Alle bisher erhaltenen Ergebnisse dieser Reihentestung sind negativ. Wir haben letzte Woche insgesamt 13 Personen positiv getestet, darunter sieben Mitarbeiter und fünf Patienten. Seit dem 24. Oktober ist kein weiterer positiver Covid-19-Fall dazugekommen und keiner der positiv getesteten Fälle oder deren Kontaktpersonen der Kategorie eins befindet sich noch in unserer Klinik.

Die sieben positiv getesteten Mitarbeiter befinden sich in häuslicher Quarantäne, die fünf positiv getesteten Patienten sind entweder entlassen oder verlegt. Keiner ist intensivpflichtig.

Alle dieser Fälle ließen sich zurückverfolgen. Als Kontaktpersonen der Kategorie eins haben wir sechs Mitarbeiter und einen Patienten identifiziert, alle sieben befinden sich in häuslicher Quarantäne.

Lesen Sie auch: Prien_ Neues Versorgungszentrum Roseneck eröffnet

Sven Schönfeld, Klinikgeschäftsführer Schön Klinik Roseneck und Schön Klinik Berchtesgadener Land

Welche Schutzmaßnahmen wurden ergriffen?

Schönfeld: Die Sicherheit unserer Patienten und Mitarbeiter hat für uns höchste Priorität. An allen unseren Kliniken gelten daher schon seit Beginn der Corona-Pandemie sehr strenge Hygienemaßnahmen. Wir halten die jeweiligen Vorgaben der Bundesländer, des Robert-Koch-Instituts und der zuständigen Gesundheitsämter strikt ein.

Darüber hinaus treffen wir laufend, wenn nötig, zusätzliche individuelle Maßnahmen, wenn sie der Sicherheit unserer Patienten und Mitarbeiter dienen.

Mit Bekanntwerden des ersten positiven Covid-19-Tests letzte Woche haben wir uns sofort an das zuständige Gesundheitsamt gewandt und in enger Abstimmung zusätzlich zu unseren ohnehin geltenden Vorkehrungen zahlreiche weitere Sofortmaßnahmen ergriffen.

So haben wir beispielsweise positiv getestete Patienten bis zur Verlegung oder Entlassung in einem separierten Bereich isoliert, Verdachtspatienten in einem weiteren separierten Bereich isoliert, Besuchsverbot für die gesamte Klinik verhängt und Kontakteinschränkungen angeordnet.

Zudem gilt aktuell ein vorübergehender Aufnahmestopp, der dazu führt, dass sich für eingeplante Patienten der Klinikaufenthalt voraussichtlich um ein bis zwei Wochen verschiebt.

Darüber hinaus gibt es für den Klinikalltag nur wenige Einschränkungen, das heißt, die negativ getesteten Patienten können ihre Therapie fortsetzen. Personalengpässe haben wir nicht.

Was tut die Klinik, um sich vor weiteren Fällen zu schützen?

Schönfeld: Zu unseren regulären Vorkehrung schon vor den positiven Covid-19-Fällen letzter Woche gehören längst nicht mehr nur das Einhalten eines Mindestabstands von 1,5 Metern, das Einhalten der Husten- und Niesregeln und die konsequente Händehygiene, sondern beispielsweise auch konsequente Covid-19-Testungen bei Aufnahme jedes Patienten und das verpflichtende Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes für alle Personen innerhalb der Klinik.

Auch die Therapien haben wir schon sehr frühzeitig so angepasst, dass Infektionsrisiken bestmöglich reduziert werden – das reicht von kleineren Gruppen über optimierte Raumplanung bis zu Anpassungen von eigentlich außerhalb der Klinik stattfindenden Expositionsübungen oder Belastungserprobungen.

Lesen Sie auch Unterstützugn i nder Corona-Krise: Chiemgauer Kliniken sind bereit für Akutpatienten

Wie hat sich die Pandemie bisher insgesamt auf den Betrieb der Klinik ausgewirkt?

Schönfeld: Die Corona-Pandemie begleitet uns fast das ganze Jahr 2020 und wirkt sich auf alle Bereiche unserer Klinik aus. Wir beobachten mit Freude, dass unsere Mitarbeiter und Patienten sehr verständnisvoll und umsichtig mit dieser seit Monaten andauernden, außergewöhnlichen Situation umgehen. Die Bereitschaft, gegenseitig zu unterstützen, wo es möglich ist, ist überall spürbar.

Dieser enge Zusammenhalt ist allerdings nicht nur innerhalb unserer Klinik erkennbar, sondern auch übergreifend für alle Krankenhäuser und Gesundheitseinrichtungen.

Trotz aller Herausforderungen in diesem Jahr konnten wir den Versorgungsauftrag für die Behandlung unserer psychisch erkrankten Patienten konsequent verfolgen, soweit es die Bestimmungen des Landes ermöglicht haben. Und das werden wir auch weiterhin tun, im Sinne unserer Patienten und Mitarbeiter.

Mehr zum Thema

Kommentare