Die Coronafälle in den Gemeinden im Landkreis Traunstein im Überblick

Im Rahmen einer ersten Zwischenbilanz hat das Gesundheitsamt Traunstein auf Anregung der OVB-Heimatzeitungen eine tiefergehende Analyse zu den Fallzahlen der Corona-Pandemie im Landkreis Traunstein erstellt. Hierzu gehört eine gruppierte Aufschlüsselung der Fallzahlen in den Kommunen.

Traunstein– Diese ist jeweils in Fallblöcke aufgeteilt. So gibt es in den Gemeinden Kienberg, Nußdorf, Petting, Pittenhart, Reit im Winkl, Schnaitsee, Schleching, Staudach-Egerndach, Vachendorf und Wonneberg null bis zehnFälle. Elf bis 25 Fälle wiederum sind in folgenden Kommunen registriert: Bergen, Chieming, Grabenstätt, Grassau, Kirchanschöring, Marquartstein, Surberg, Tacherting, Taching am See, Unterwössen und Waging am See. 26 bis 50 Coronafälle wiederum hat das Landratsamt Traunstein in Altenmarkt, Fridolfing, Inzell, Obing, Palling, Ruhpolding, Seeon-Seebruck und Übersee. In den Kommunen Siegsdorf und Tittmoning liegen 51 bis 75 Fälle vor. Trostberg fällt in die Kategorie 76 bis 100 Fälle, die Stadt Traunreut in die Gruppe 100 bis 125 Fälle sowie Traunstein in die Klassifizierung mit 151 bis 175 Fällen..

Aufschlüsslung der Zahlen in Gruppen

Hierzu Dr. Wolfgang Krämer, Leiter desStaatlichen Gesundheitsamtes Traunstein: „Die Fallzahlen steigen nicht zuletzt seit der Einrichtung des Testzentrums des Landkreises am Kreisbauhof. Hier können zusätzlich zu den bisherigen Testkapazitäten im Landkreis pro Tag bis zu 100 Personen getestet werden.“ Gleichzeitig erfolgen die Tests zielgerichtet, da nur Personen getestet werden, bei denen ein Arzt zuvor einen Covid-19-Verdacht diagnostiziert hat.

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„Zudem werden seit geraumer Zeit vermehrt Tests in Alten- und Pflegeheimen sowie in Asylunterkünften durchgeführt“, so Dr Krämer. Darüber hinaus nehme mittlerweile mehr als die Hälfte der niedergelassenen Ärzte im Landkreis Traunstein selbst Testungen vor.

Insgesamt hat sich durch die genannten Maßnahmen die Zahl der durchgeführten Tests im Landkreis Traunstein massiv erhöht. Die Fallzahl in einer Kommune lasse keine generellen Rückschlüsse auf die Ansteckungsquote oder die „Ansteckungsgefahr“ vor Ort zu.

Appell sich und Mitbürger zu schützen

Denn die Zahl sage beispielsweise nichts darüber aus, wo sich eine Person mit dem Virus infiziert hat (ob im Gemeindegebiet oder nicht). Zudem sagen die Zahlen nichts über den Zusammenhang einer Ansteckung aus, also ob sich mehrere Personen beispielsweise unabhängig voneinander infiziert haben oder ob sich mehrere Personen innerhalb einer Familie infiziert haben. Alle Bürger seien dazu aufgerufen, sich und ihre Mitmenschen bestmöglich zu schützen – und zwar unabhängig von ihrem Wohnort. „Wir appellieren an alle Bürger, die allgemeinen Verhaltens- und Hygieneregeln zu beachten und sich an die Ausgangsbegrenzungen sowie an die mit den ersten Erleichterungen einhergehenden Schutzmaßnahmen zu halten (Maskenpflicht in Geschäften und ÖPNV, Maskenempfehlung im öffentlichen Raum). Wir gehen mit jedem Fall verantwortungsbewusst um, gerade was den Patienten- und Persönlichkeitsschutz anbelangt. Wir setzen auf die direkte und unmittelbare Information der tatsächlich betroffenen Personen durch das Gesundheitsamt“so der Mediziner.

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Auf diese Weise seien Gesundheits- und Patientenschutz gleichermaßen bestmöglich gewährleistet. Jede Form von Veröffentlichung, die zur Identifizierung der betroffenen Personen beiträgt, trage die Gefahr von sozialer Ausgrenzung und Stigmatisierung in sich. „Wir sprechen hier aus Erfahrung. Die Veröffentlichung der Fallzahlen nach Kommunen wird künftig wöchentlich aktualisiert“, so das Landratsamt.

Die Ausgangsbegrenzungen zur Bekämpfung der Corona-Pandemie gelten vorerst weiter bis zum 4. Mai. Seit Montag sind vorsichtige Erleichterungen in Kraft getreten. Beispielsweise dürfen Geschäfte mit einer Verkaufsfläche bis zu 800 Quadratmetern wieder öffnen. Das Gesundheitsamt Traunstein und führende Mediziner im Landkreis weisen mit Nachdruck darauf hin, dass diese Erleichterungen mit neuen Schutzmaßnahmen einhergehen. Hierzu gehört vor allem die Pflicht, in allen Geschäften und im Öffentlichen Personennahverkehr einen Mund-Nasen-Schutz zu tragen.

Professor Dr. Thomas Glück, Chefarzt im Kreisklinikum Trostberg, betont: „Wir empfehlen zusätzlich das Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung in der Öffentlichkeit. Auch schon durch eine sogenannte Community-Maske können die infektiösen Tröpfchen, die man bespielsweise beim Sprechen, Husten oder Niesen ausstößt, abgefangen werden.

Masken sind unerlässlich

Wichtig ist auf jeden Fall die zentralen Verhaltens- und Hygieneregeln weiterhin konsequent einzuhalten.“ Darunter fallen eine gute Händehygiene, Einhalten von Husten- und Niesregeln und das Abstandhalten (mindestens eineinhalb Meter) als die wichtigsten und effektivsten Maßnahmen.

„Jeder Einzelne kann durch sein Verhalten dazu beitragen, die weitere Ausbreitung des Virus zu verhindern. Gerade angesichts der ersten Lockerungen dürfen mit der eigenen Vorsicht und Umsicht nicht nachlassen. Eine neue Sorglosigkeit könnte uns wieder weit zurückwerfen. Und ein Rückfall hätte dann erheblich stärkere Wirkungen als das, was wir bisher diskutiert und an Maßnahmen umgesetzt haben“, so Professor Dr. Glück abschließend gegenüber unserer Zeitung.

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