Corona verhindert Ausstellung „Weihnachten im Paradies“

Ben Van aus Mietenkam wollte zum ersten Mal seine Werke ausstellen. Zu seinem Bedauern machte ihm die Pandemie einen Strich durch die Rechnung.
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Ben Van aus Mietenkam wollte zum ersten Mal seine Werke ausstellen. Zu seinem Bedauern machte ihm die Pandemie einen Strich durch die Rechnung.

Grassau –. Weihnachten ist in der Werkstattgalerie in Mietenkam das ganze Jahr über, denn dort entstehen kunsthandwerkliche Weihnachtskränze.

Die Werke des Künstlers Ben Van sollten eigentlich im Galerieraum der Gemeinde, in der Touristinformation, zu sehen sein. Coronabedingt wartet die Ausstellung vergeblich auf Besucher.

Über 50 Kränze in unterschiedlichen Größen, alle beleuchtet, wären zu bestaunen. Die Kränze bestehen aus Naturmaterialien aus der Gegend sowie unzähligen Kugeln, farblich abgestimmt in Handarbeit gesteckt. Für Van, Mietenkamer mit belgischen Wurzeln, ist tröstlich, dass seine Kränze zeitlos und wiederverwertbar sind. Er freut sich auf eine Ausstellung im kommenden Jahr.

Seit über 30 Jahren lebt Van in Grassau. Von sich selbst sagt er: „Ich bin nicht schüchtern aber scheu“. Seine Person möchte er nicht in den Vordergrund stellen. Der Rentner ist ein Natur- und Farbenmensch. Er fertigt seine Naturkränze direkt im Wald, sammelt dort Material, wie Zapfen und Moos. Beim Einkauf der Kugeln kommen ihm Ideen für neue Kränze.

Bereits während seines Studiums habe er in Blumenläden gejobt – damals noch in Belgien – und das Binden und Stecken gelernt. Später betrieb er zwei Blumenläden in München, dekorierte unter anderem beim „Käfer“. Als Rentner lebt er seine künstlerische Ader in seiner Werkstattgalerie aus.

Stolz zeigt er seine Kreationen, rechteckige Adventsgestecke, auch Spiegel mit Gestecken. Jedes Gesamtkunstwerk besteht aus unzähligen Kleinteilen.

Im Ausstellungsraum schweift der Blick auf die Gemälde, die den Schriftzug „Chiemsee“ gemeinsam haben. Die Landschaft und den Chiemsee sieht Van als Paradies. „Ich liebe die Berge und den See“, schildert er. Dies drücken seine Acrylbilder in Tupftechnik aus. Farbenfroh strahlen sie vor Lebensfreude. Sie erinnern etwas an Graffitikunst. „Ich wollte immer malen, wusste aber nicht was“, ergänzt er. Da kam ihm die Idee, „Chiemsee“ in verschiedenen Ausgestaltungen zu malen – schwungvoll, bunt und abwechslungsreich.

Zu gerne hätte der Künstler die Ausstellung – übrigens keine Verkaufsausstellung – den Besuchern gezeigt. Ohne Publikum wird diese wieder abgebaut. „Im kommenden Jahr kann ich dann eben noch mehr Kränze ausstellen“, muntert sich Van auf. Jetzt freut er sich darauf, im Frühjahr am Chiemsee und in den Bergen unterwegs zu sein. tb

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