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Rückgang bei den Übernachtungszahlen

Trotz Corona-Pandemie: Glimpfliches Tourismus-Jahr 2020 für Bernau

Die Vermieter und Wirte der Chiemseegemeinde Bernau sind in den Sommermonaten stark ausgelastet.
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Die Vermieter und Wirte der Chiemseegemeinde Bernau sind in den Sommermonaten stark ausgelastet.
  • Tanja Weichold
    VonTanja Weichold
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Mit einem Einbruch der Übernachtungszahlen von 11,58 Prozent ist der Tourismus der Gemeinde Bernau im ersten Corona-Jahr 2020 noch mit dem sprichwörtlichen „blauen Auge“ davon gekommen. „Niederschmetternd“ nennt Jägerhof-Inhaber Willi Mehlhart allerdings jetzt nach acht Monaten Lockdown-Schließung die aktuelle Gefühlslage.

Bernau – Darauf hatte Christoph Osterhammer, Leiter der Tourist-Info, in der jüngsten Gemeinderatssitzung bereits hingewiesen, als er die Statistik vom vergangenen Jahr präsentierte. Ein Beschluss war vom Gemeinderat nicht zu fällen, der Vortrag diente der Information.

Nur fünf Monaten Saison wegen Corona

Corona war laut Osterhammer auch der Grund dafür, dass die von Herbst auf Frühjahr verschobene Sitzung des Tourismus-Ausschusses abgesagt worden sei. Deshalb präsentiere er die Zahlen im Gemeinderat. Im vergangenen Jahr habe der Tourismus wegen der Corona-Schließungen nur fünf Monate Saison verbuchen können.

In der aktuellen Zeit der Schließung, die schon Monate andauert, sei die Stimmung bei den Vermietern und Wirten „dramatisch“, berichtete Osterhammer: „Für Manche ist die Lage sehr ernst.“ Die Betriebe hofften auf eine Öffnung zu Pfingsten.

Ausfall des Farbinger Hofes wegen Hochwasser

Die verschiedenen Betriebe habe es unterschiedlich schwer „erwischt“. Das sei umso dramatischer, da Gastgeber und Wirte sehr viel Geld in Hygienekonzepte investiert hätten. Das größte Minus hätten die Hotels verzeichnet. Wobei Osterhammer anmerkte, dass sich der Ausfall des Farbinger Hofes ab Anfang August wegen der massiven Hochwasserschäden ebenfalls deutlich in den Übernachtungszahlen der Gemeinde Bernau niedergeschlagen habe.

Hotels am stärksten betroffen

Dennoch hätten die Hotels in der Corona-Pandemie große „Sonderopfer“ gebracht. Was besonders zu schaffen mache, sei die fehlende Perspektive: „Es gibt noch kein Konzept, wie es weitergeht, wenn die Inzidenz unter 100 sinkt. Wir warten auf Vorgaben. Eine Öffnung geht nicht von heute auf morgen.“ Der Bernauer Tourismus-Chef schob nach: „Du darfst nach Griechenland fliegen, ohne in Quarantäne zu müssen, aber dich nicht ins Auto setzen und in einer geschlossenen Ferienwohnung Urlaub machen. Das versteht keiner.“

Pessimistische Erwartungen für 2021

Der örtliche Sprecher des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes (Dehoga), Willi Mehlhart, nennt die aktuelle Situation „niederschmetternd“, entsprechend sei die Stimmung unter seinen Kollegen. Neben dem Schild seines Hotels „Jägerhof“ habe er inzwischen den siebten Zettel in Folge aufgehängt mit dem Hinweis auf die immer wieder verlängerten Corona-Beschränkungen. „Ich rechne nicht damit, dass wir demnächst öffnen können“, sagt er im Gespräch mit der Chiemgau-Zeitung und nennt dies „fatal“, sollte dies eintreten.

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Keine Ansteckung bei der Beherbergung

Dies ist für ihn umso unverständlicher, da die Hoteliers und Wirte viel Geld in Hygienekonzepte investiert hätten. Ihm sei kein Fall einer Ansteckung in diesem Bereich in Bernau bekannt. Er selbst kann im Jägerhof immerhin Berufstätige beherbergen, doch mache dies „weit unter zehn Prozent“ der normalen Einnahmen aus. „Ans Eingemachte“ gehe es den geringfügig Beschäftigten, die keine Ausgleichszahlung erhalten.

Landwirte müssen ihre Investitionen finanzieren

Sabine Bauer vom Seimehof spricht für die Bernauer Vermieter von „Urlaub auf dem Bauernhof“. Sie sagt: „Die Lage ist deprimierend und geht an die Substanz.“ In der Landwirtschaft investierten viele Betriebe in Tierwohl, etwa in Laufställe, und in die Qualität der Gästeunterkünfte. Die Vermietung sei ein zweites Standbein und eine wichtige Einnahmequelle, um die Investitionen zu stemmen. Durch den Wegfall der Zusatzeinkünfte sei dies zu einer großen Belastung geworden.

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