Corona stoppt Mittagessen für Überseer Grundschüler beim Hinterwirt

Die Hinterwirt-Wirtsleute Maria und Josef Trummer im nun verwaisten Raum für die Mittagsverpflegung.
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Die Hinterwirt-Wirtsleute Maria und Josef Trummer im nun verwaisten Raum für die Mittagsverpflegung.

Seit zwölf Jahren gibt es in Übersee das Projekt „warmes Mittagessen für die Grundschulkinder“, realisiert von der gemeindlichen Mittagsbetreuung und der Familie Trummer vom Gasthaus „Hinterwirt“.

Übersee – Durch „Corona“ erfuhr die beliebte Einrichtung jetzt ein jähes Ende. Auf Antrag der Fraktion „Gemeinsam für Übersee“ (GfÜ) hat sich nun der Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung damit beschäftigt, wie es nach den Sommerferien weitergehen soll. Im Raum steht eine zentrale Mittagsverpflegung für Schulen, Kitas und Kindergärten sowie die Belieferung von Senioren und ein möglicher Umbau der Schulküche.

Als eine der ersten Gemeinden im Landkreis, startete 2008 das Projekt „warmes Mittagessen für die Grundschulkinder“. Kein abgepacktes und aufgewärmtes Essen, kein Lieferservice, sondern eine frisch gekochte Mahlzeit von „vor Ort“. In diesen zwölf Jahren bekamen durchschnittlich 50 Schüler täglich ein warmes Mittagessen.

Die Mittagskinder kamen immer gern

Außerdem stellte der Hinterwirt einen extra Essraum für die Kinder zur Verfügung, inklusive Geschirr und Bestecke, Essen auftragen und abräumen sowie abwaschen.

Der durchgehend günstige Preis von zuletzt drei Euro pro Kind zeigte, dass es den Wirtsleuten vorrangig um das Wohl der Kinder ging. Und die freuten sich über ihre täglichen Lieblingsspeisen und dass sie immer soviel essen durften, wie sie wollten.

Kleine Geschenke als Dankeschön

„Wir durften immer kommen, auch wenn der Biergarten in der Hauptsaison übervoll war – was für eine Leistung“, so Konny Mätze von der Mittagsbetreuung dankbar. Aber auch Hinterwirtin Maria Trummer ist voll des Lobes für „ihre Kinder“. Es habe immer alles super geklappt. Respekt zollte sie den Erzieherinnen, die ihre große Truppe mit viel Disziplin im Griff hatten. „Manchmal haben die Kinder sogar kleine Geschenke als „Dankeschön“ für uns gebastelt“, sagte Trummer in einem Gespräch mit unserer Zeitung gerührt. Dann kam Corona, und von heute auf morgen musste die Mittagsverpflegung eingestellt werden. Wie geht es nun weiter? „Wir werden die Verköstigung nach den Sommerferien nicht mehr weiterführen können“, bedauert Trummer. „Wir sind schon jetzt personell unterbesetzt und würden die vielen Auflagen und Hygienevorschriften nicht schaffen.“

Zentrale Verpflegung und Umbau

Inzwischen hat die GfÜ-Fraktion einen Antrag für eine zentrale Mittagsverpflegung für Schulen, Kitas, Kindergärten und Senioren sowie den damit verbundenen Umbau der bestehenden Schulküche gestellt, der in der jüngsten Sitzung des Gemeinderates behandelt wurde. In ihrem Antrag listet die Fraktion nach einer vorrangigenBedarfsermittlung die Erstellung eines Mensakonzeptes mit Personal, Administration, Finanzierung, Fördergeldern und Abgabenpreis, die Einbeziehung eines Großküchenplaners und eines Architekten für Verpflegungseinrichtungen sowie eine detaillierte Kostenschätzung auf. Antragsgemäß sollte auch über eine begleitende interne Arbeitsgruppe inklusive eines Fachmannes entschieden werden.

Der Antrag fiel im Gremium auf ein positives Echo. Alle Räte stimmten für eine zentrale Verpflegungsstelle und den Umbau der Schulküche sowie für die Etablierung einer begleitenden Arbeitsgruppe. Noch in der Sitzung hat sich diese Gruppe mit folgenden Teilnehmern formiert: Margarete Winnichner (Die Grünen), Wolfgang Hofmann (BP), Herbert Strauch (FBL), Rupert Kink (CSU) und Uschi Geiger (GfÜ). Der erste Schritt wird nun eine Bestandsaufnahme und eine Bedarfsermittlung sein. vd

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