Gutscheinaktion gegen Corona-Blues

Prien unterstützt örtlichen Handel: „Diridari“ kommt rechtzeitig zum Vorweihnachtgeschäft

Lokal schenk macht Freude
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Lokal schenk macht Freude
  • Dirk Breitfuß
    vonDirk Breitfuß
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Das Wort „“Diridari“ wird in Prien neu definiert. Im bairischen Dialekt steht es laut Wikipedia für Zahlungsmittel jeder Art. In Prien steht es demnächst für eine Gutscheinaktion, mit der Gemeinde, Prien Marketing GmbH (PriMa) und Gewerbeverein PrienPartner dem gebeutelten Handel durch die schwere Corona-Zeit helfen wollen.

Prien – Der „Priener Gutschein – Priener Diridari“ ist die zweite Initiative zugunsten des örtlichen Handels im Corona-Jahr 2020. Im Sommer konnten Priener zwei Monate lang Rechnungen aus örtlichen Geschäften bei der PriMa einreichen. Achtmal zogen Glücksfeen jeweils zehn Gewinner, die bis zu höchstens 500 Euro des Rechnungsbetrags erstattet bekamen.

Wirtschaftsausschuss gibt grünes Licht

Die Grafik erklärt, wie das Gutscheinsystem funktioniert. Prien Marketing GmbH

Diese Verlosungsaktion, für die der Markt Prien 40 000 Euro bereitstellte, war damals quasi aus der Not geboren. Ursprünglich wollte der Markt Prien nämlich Einkaufs-Gutscheine im Gesamtwert im Wert von zehn Euro an alle Bürger ausgeben. So sollten 100 000 Euro in die Kassen der örtlichen Betriebe fließen, die durch den Total-Lockdown teilweise in ihrer Existenz bedroht waren. Der Bayerische Gemeindetag hatte den Markt Prien damals aber zurückgepfiffen. Diese Art von direkter Unterstützung der örtlichen Betriebe sei nicht rechtens, hieß es seinerzeit.

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Jetzt kommt die Unterstützung über Gutscheine. Die Aktion hatte der Wirtschafts- und Tourismusausschuss des Marktgemeinderats Anfang Oktober auf den Weg gebracht. Da war der jetzige Lockdown unter anderem für Hotellerie und Gastronomie noch gar nicht absehbar. Auch diese Branchen können vom „Priener Diridari“ profitieren.

„Corona ist ein Konjunkturprogramm für den Versandhandel“, sagt Dr. Herbert Reuther, Vorsitzender der PrienPartner. Immer mehr Kunden haben im Internet Waren bestellt. Die Geschäfte vor Ort sind die Leidtragenden. „Der Einzelhandel hat dramatische Einbußen“, warnt Reuther. Umso größere Hoffnungen setzt er darauf, dass der „Diridari“ bei den Prienern ankommt.

Die PriMa feilt zurzeit mit Gunther Kraus (CSU), dem Wirtschafts- und Tourismusreferenten des Marktgemeinderats, an den rechtlichen Rahmenbedingungen der „Diridari“-Aktion, denn Kraus ist im Hauptberuf praktischerweise Rechtsanwalt.

Keine Kosten für Gewerbetreibende

Voraussichtlich Mitte November will die PriMa einen Webshop eröffnen, in dem der „Diridari“ erhältlich ist. Ab zehn Euro kann man dann dort Gutscheine kaufen, nach oben sind bei den Beträgen keine Grenzen gesetzt. Zur Einführung hat die PriMa laut Hübner einen eigenen Werbeetat von 5000 Euro bereitgestellt, um den „Diridari“ schnell unters Volk zu bringen.

Die PriMa werde den Webshop betreiben und auch bewerben. Den Gewerbetreibenden entstünden keine Kosten, versichert Hübner.

Im Online-Shop wird es mehrere Gutscheine zur Auswahl geben, zum Beispiel mit den Aufschriften „Fröhliche Weihnachten“, „Herzlichen Glückwunsch!“ und „Dankeschön!“. Beim Online-Kauf kann der Käufer die Höhe des Gutscheinbetrags frei wählen, was durch einen QR-Code verschlüsselt wird. Dank dieser Technik können auch Teilbeträge eingelöst werden, ohne dass der Rest verfällt. Gutscheine können zuhause im DIN A4-Format ausgedruckt werden.

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„Für die Online-Zahlung werden die regionalen Zahlungssysteme zur Verfügung gestellt (sämtliche Kreditkarten/Paydirekt /Giropay)“, erklärt die PriMa in einem Infoschreiben an die Gewerbetreibenden. Auch das Disagio, sozusagen die Bearbeitungsgebühr, übernehme die PriMa bis Ende 2021.

Parallel zum Webshop wird es den „Diridari“ auch im Tourismusbüro zu kaufen geben.

Die ersten Abfragen bei Priener Geschäften waren vielversprechend. Hübner spricht von mehr als 50 sogenannten Akzeptanzstellen“ also Geschäften, in denen der „Diridari“ eingelöst werden kann. Aufkleber an den Ladentüren sollen Kunden optisch signalisieren, dass sie hier ihre Gutscheine gegen Waren umtauschen können.

„Vom Hotelier bis zum Direktvermarkter“

Die Initiatoren hoffen auf breite Akzeptanz der Aktion, denn „vom Hotelier bis zum Direktvermarkter“ könne jeder mitmachen. Und angesichts des neuen Teil-Lockdowns setzen sie ihre Hoffnung darauf, dass möglichst viele zu Weihnachten ihre Lieben mit „Diridari“-Gutscheinen beschenken, die dann zum Beispiel in der gebeutelten Gastronomie eingelöst werden. Kraus und alle anderen sind überzeugt, mit dem „Diridari“ ein Instrument zu schaffen, damit die Priener wieder mehr daheim im eigenen Ort einkaufen.

„Mit so einem Gutschein kann zum Beispiel auch ein Verein ein treues Mitglied ehren“, nennt der Wirtschaftsreferent eine der vielfältigen Einsatz-Möglichkeiten.

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