Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.


Testpflicht in den Schulen

Nur wenige Schüler verweigern in Prien die Corona-Tests

Schüler der Franziska-Hager-Mittelschule Prien mit Jugendsozialarbeiterin Sandra Rehak (links) führen den Selbsttest vor.
+
Schüler der Franziska-Hager-Mittelschule Prien mit Jugendsozialarbeiterin Sandra Rehak (links) führen den Selbsttest vor.
  • Tanja Weichold
    VonTanja Weichold
    schließen

Größtenteils „unaufgeregt“ und „problemlos“ liefen die Selbsttests ab, wie eine Nachfrage der OVB-Heimatzeitungen bei mehreren Priener Schulleitern ergab. Unter den fast 2000 Schülern war bisher eine Corona-Infektion entdeckt worden.

Prien – Seit Beginn der Woche testen sich die bayerischen Schüler selbst. Laut Beschluss des Ministerrats kann nur am Präsenzunterricht teilnehmen, wer ein negatives Corona-Ergebnis vorlegen kann. Dies führte teilweise zu lautstarken Protesten aus Familien, insgesamt aber scheinen die Selbsttests zumindest an Priener Schulen gut zu laufen, wie Nachfragen der Chiemgau-Zeitung ergaben.

In der Franziska-Hager-Mittelschule gab es einen positiven Fall. Schulleiter Marcus Hübl sieht darin einen Beweis für die Sinnhaftigkeit des Vorgehens.

Corona-infiziert, aber ohne Symptome

Das Kind sei symptomfrei gewesen, berichtet Hübl. Weder es noch seine Familie hätten geahnt, dass es mit dem Coronavirus infiziert sein könnte. Da daheim auch Risikopersonen im Haushalt lebten, seien alle froh gewesen, dass der Test Klarheit brachte. „Da sieht man den Sinn von dem Ganzen“, so Hübl.

Die Schüler nehmen für den Test nur zwei Minuten ihre Maske vom Gesicht, deshalb müsse die ganze Klasse nicht in die bisher übliche 14-tägige Quarantäne geschickt werden. An der Franziska-Hager-Mittelschule laufen die Selbsttests von Montag bis Donnerstag, die Abschlussklassen sind wie überall täglich anwesend, die restlichen Klassengruppen im Wechsel. Die Tests seien gut und „relativ problemlos“ verlaufen, die Kinder hätten keine Angst gehabt.

Schüler haben „toll“ mitgemacht

Das ist eine Beobachtung, die auch Schulleiterin Kerstin Haferkorn von der Chiemsee Realschule Prien gemacht hat. Die Selbsttests seien von den Schülern „unaufgeregt“ angenommen worden, alle hätten es „toll gemacht“.

Pro Klassengruppe seien es zwischen ein und drei Schüler, die den Test verweigerten und deshalb die Schule nicht in Präsenz besuchen konnten. In den Abschlussklassen seien dagegen alle da. Bisher sei kein Schüler positiv getestet worden.

Versuch, die Skeptiker zu überzeugen

Andrea Dorsch, Rektorin der Kommunalen Realschule Prien, berichtet, dass alle Schüler auf das Prozedere beim Umgang mit den Testwerkzeugen vertraut gemacht worden seien, es gebe auch einen Film. „Im Vorfeld wurde über die Eventualität gesprochen, dass ein Mitschüler positiv getestet werden könnte und darüber, was das bedeuten und was dann passieren würde“, so Dorsch.

Zwei Prozent der der insgesamt 354 Schüler wollten nicht am Selbsttest teilnehmen: „Die Schulleitung wird aber mit den Eltern in Kontakt bleiben, um am Ende möglichst alle Schüler wieder im Präsenzunterricht zu haben.“

„Testen bringt Sicherheit“

In der Schulfamilie überwiege die Überzeugung, dass das Testen Sicherheit bringe. „Das Kollegium, der Elternbeirat und die Schülersprecher sowie unsere Abschlussklassen stehen geschlossen hinter dem Konzept und arbeiten daran mit, im Laufe der Zeit auch Skeptiker zu überzeugen“, betont Dorsch: „Schließlich wissen wir alle, wie wichtig für die Jugendlichen die Teilhabe am sozialen Leben ist.“

„Thema wird heißer gekocht, als gegessen“

Beim Ludwig-Thoma-Gymnasium (LTG) in Prien haben in den ersten Tagen drei Kinderärztinnen und Praxishelferinnen aus einer Praxis nebenan unterstützt, berichtet Oberstudiendirektor Andreas Schaller. Die Schüler testeten sich in den jeweiligen Klassenräumen unter Aufsicht ihrer Lehrer um 7.15 Uhr.

Von den insgesamt 900 Schülern verweigerten rund 20 den Selbsttest und blieben entschuldigt daheim, das ist ein Prozentsatz von knapp über zwei. „Das Thema wird heißer gekocht, als gegessen“, lautet Schallers Urteil: „Die meisten Schüler haben damit die wenigsten Probleme.“

Die erste Ration reicht am LTG nicht aus

Die erste Ration von 2300 Schnelltests sei in den Ferien bei der Marktgemeinde abgeholt worden, so Schaller. Angesichts von täglich rund 450 anwesenden Schülern habe er zusätzliche 1000 Stück geordert, damit sie bis zur nächsten Zuteilung kommenden Mittwoch ausreichen.

Bisher gab es am LTG noch keinen positiven Fall. Da von den 84 Lehrern bisher nur einer geimpft ist, macht dem Schulleiter die Aufsicht Bauchschmerzen, sollte doch einmal ein positiver Corona-Fall auftreten. Diese eine Lehrerin sei deshalb in ständiger Bereitschaft.

Kommentare