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Corona trübt touristische Bilanz

Trotz Lockdown: Zahl der Übernachtungen in Prien nur leicht gesunken

Prien ist ein Anziehungspunkt für Urlauber. Dieses Bild entstand vor Corona.
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Prien ist ein Anziehungspunkt für Urlauber. Dieses Bild entstand vor Corona.
  • Dirk Breitfuß
    VonDirk Breitfuß
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Die Tourismusbranche ächzt unter den Folgen der Corona-Pandemie. Die Zahl der Übernachtungen in den Priener Betrieben lag in den ersten zehn Monaten um 1,3 Prozent unter der des Vorjahreszeitraums. Dabei kamen heuer sogar mehr Urlauber, wenn die Hotels und anderen Betriebe geöffnet waren.

Prien – Schon 2020 hatte die Corona-Pandemie die Umsätze der Branche empfindlich nach unten gedrückt. Ein Drittel weniger Urlauber waren der Prien Marketing GmbH (PriMa ) damals im Vergleich zu 2019 gemeldet worden. Die Zahl der Übernachtungen sank um etwa 22 Prozent – die Folgen der Lockdowns mit monatelangen Zwangsschließungen waren überall in der Statistik herauszulesen.

Gäste blieben heuer etwas länger

Heuer blieben die Gäste etwas länger, wenn sie kamen. Das zeigt das Verhältnis zwischen Ankünften und Übernachtungen. Zwar kamen bis zum Stichtag 31. Oktober nach Angaben vom PriMa-Geschäftsführerin Andrea Hübner knapp 8,9 Prozent weniger Touristen (56  429), die Gesamtzahl ihrer Übernachtungen sank aber nur ganz leicht um 1,3 Prozent auf 214.938.

„Und: Schaut man sich nur die geöffneten Monate an, sind wir heuer eigentlich besser als 2020“, erklärt Hübner im Gespräch mit der Chiemgau-Zeitung. Das heißt: Wenn kein Lockdown war, war Prien beliebt wie eh und je. Die Marktgemeinde profitierte Hübner zufolge auch vom Trend zum Urlaub der Deutschen im eigenen Land in Pandemiezeiten.

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Der Lockdown in den ersten Monaten des Jahres ließ sich danach aber nicht mehr ganz kompensieren, zumal der August als wichtigster Monat in der Hauptsaison heuer ziemlich verregnet gewesen sei. Dafür habe der goldene Oktober seinem Namen 2021 mit viel Sonne Ehre gemacht und habe entsprechend viele Gäste ans Bayerische Meer gelockt. Davon hätten insbesondere die Betreiber der Campingplätze profitiert, die deshalb unterm Strich sogar leichte Zuwächse im Vergleich zu 2020 verbuchen konnten.

Tenor bei den Hoteliers sei angesichts der Corona-Rahmenbedingungen das viel zitierte „blaue Auge“, fasste Hübner die Stimmung bei einem Arbeitstreffen vor wenigen Wochen zusammen. Die neun örtlichen Hotels mit zusammen gut 700 Betten mussten einen Rückgang bei den Übernachtungen um rund zehn Prozent auf gut 80.200 verkraften.

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Eine mindestens ebenso wichtige Komponente wie die Urlauber und Tagesausflügler für die Geschäfte der Priener Gastronomie und Läden sind die Patienten der drei großen Reha-Kliniken im Ort, denn sie bleiben in der Regel mehrere Wochen und geben entsprechend viel Geld im Ort aus. Die Häuser haben die Auswirkungen der Pandemie offenbar gut verkraftet, denn die Gesamtzahl der Übernachtungen von mehr als 64.000 Patienten stieg im Vergleich zu 2020 laut PriMa-Statistik deutlich an auf rund 340.000.

Die Hotels in Prien mussten im Urlaubsjahr 2021 Rückgänge verkraften, die beiden Campingplätze konnten dagegen sogar bei der Auslastung leicht zulegen. Die Grafik zeigt im Jahresvergleich die Zahl der Urlauber und deren Übernachtungen, aufgeteilt auf die verschiedenen Betriebsarten. In der Summe haben die drei großen Reha-Kliniken im Ort in den ersten zehn Monaten mehr Übernachtungen verzeichnet als die touristischen Betriebe. Prien Marketing GmbH

Stornierungen nach Markt-Ansagen

Bis zum Jahresende könnte sich die Gesamtbilanz der PriMa noch etwas verschlechtern, denn vor allem die flächendeckende Absage von Christkindlmärkten habe die Zahl der Stornierungen ansteigen lassen, berichtete Hübner. Insbesondere der Markt auf der Fraueninsel hat in den vergangenen Jahren viele Besucher von weither angelockt, die dann Übernachtungen in den Hotels vor Ort gebucht hatten.

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Eine Prognose für das touristische Jahr 2022 ist für Hübner Corona-bedingt noch nicht möglich. Sie berichtet von noch „verhaltenen“ Buchungen, aber vielen Anfragen.

Die PriMa plant ihre Angebote und Veranstaltungen unverdrossen weiter für nächstes Jahr. So soll das Musikfestival Swinging Prien im Juli zu seiner 20. Jubiläumsausgabe größer aufgezogen werden als zuletzt. Zuvor bringt sich die PriMa im Juni bei der Festwoche zum 125. Jubiläum der Markterhebung Priens ein und verzichtet dafür auf die Ausrichtung des Antikmarktes.

„Überschaubar“ nennt Gesellschafter Michael Feßler das Jahresgeschäft der Chiemsee-Schifffahrt, ohne genaue Zahlen zu nennen.

Das erste Halbjahr 2021 sei wegen des Corona-Lockdowns „praktisch ein Komplett-Ausfall“ gewesen. Das Unternehmen zählt wegen der Personenbeförderung zwischen Festland und Inseln zwar zum öffentlichen Nahverkehr und musste den Pendelverkehr deshalb aufrecht erhalten, aber wegen der Schließungen auf den Inseln kamen fast keine Passagiere.

Die Schifffahrt hatte vor der Pandemie in einem durchschnittlichen Jahr meistens über 800.000 Fahrgäste befördert. In den Monaten, wo die Museen und Betriebe auf den Inseln geöffnet waren und entsprechend Besucher kamen, habe die Schifffahrt heuer vor allem den Wegfall von Bus-Tagesreisen gespürt. Stehen sonst an guten Tagen manchmal bis zu 30 Busse gleichzeitig auf dem Parkplatz am Hafen, sind es Feßler zufolge heuer höchstens mal fünf bis sechs gewesen.

Den Ausfall des Christkindlmarktes auf der Fraueninsel, der der Chiemsee-Schifffahrt in guten Jahren bis zu 50 .000 zusätzliche Passagiere beschert hat, nutzt das Unternehmen heuer für Instandsetzungs- und Modernisierungsarbeiten an der Flotte. Derzeit werde die MS Siegfried im Wasser ausgebaut. In der Werft würden die MS Martin und das Arbeitsschiff Walli TÜV-fertig hergerichtet, berichtete Feßler.

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