Aus dem Gemeinderat

Corona-Lockdown in Prien: Im Erlebnisbad Prienavera droht wieder Kurzarbeit

Das Prienavera muss ab Montag zum zweiten Mal in diesem Jahr für mindestens vier Wochen zwangsweise schließen.
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Das Prienavera muss ab Montag zum zweiten Mal in diesem Jahr für mindestens vier Wochen zwangsweise schließen.
  • Dirk Breitfuß
    vonDirk Breitfuß
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Die Gemeindespitze und -verwaltung bereiten sich auf den zweiten Lockdown ab Montag vor. Finanziell spürt der Markt Prien die Zwangsschließungen besonders im Prienavera.

Prien – Bürgermeister Andreas Friedrich (ÜWG) kündigte im Gespräch mit der Chiemgau-Zeitung vorbehaltlich noch ausstehender interner Krisensitzungen an, dass die gut 20 Mitarbeiter vorrangig Überstunden und Resturlaub abbauen sollen. Darüber hinaus müssten aber wohl auch eine Reihe von Mitarbeitern in Kurzarbeit geschickt werden.

Bad ist ein Zuschussbetrieb

Das Erlebnisbad, das von der Chiemsee Marina GmbH betrieben wird, ist für den Markt Prien ohnehin ein Zuschussbetrieb.

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Geschlossen werden müssen ab Montag auch der Sportpark, die Galerie im Alten Rathaus und die Turnhallen für den Vereinsport.

Friedrich äußerte sich sehr verärgert über die Beschlüsse der Ministerpräsidenten mit Kanzlerin Angela Merkel, weil der Lockdown Branchen hart treffe, die sich während der Pandemie mit ihren Hygienekonzepten und ihrer Disziplin „mustergültig verhalten“ hätten. „Das ist ein Schlag ins Gesicht für jeden Restaurantbesitzer, jeden Hotelier und jeden Kulturschaffenden“, kommentierte das Gemeindeoberhaupt. Er befürchtet, dass sich nun viele Kontakte in den privaten Bereich verlagern.

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Das Priener Rathaus dürfen Bürger ab Montag nur nach Voranmeldung betreten. Eine Online-Sprechstunde werde es bei ihm nicht geben. Er bevorzuge den persönlichen Kontakt, zudem könnten Bürger zu seiner regelmäßigen Sprechstunde nach Anmeldung unverändert kommen.

Der Wertstoffhof bleibe uneingeschränkt geöffnet, es gelte auf dem gesamten Gelände aber ab sofort wieder Maskenzwang, so Friedrich. Im Frühjahr war die Zahl der Besucher auf dem Gelände zeitweise limitiert worden ,was zu langen Staus und Wartenzeiten geführt hatte.

Sitzungen der politischen Gremien werden im November voraussichtlich wieder, wie schon im Frühjahr, im Chiemsee Saal stattfinden.

Dort besteht Handlungsbedarf, um eine Lautsprecheranlage anzuschaffen. Friedrich bestätigte auf Nachfrage einen Hinweis von Johannes Dreikorn (CSU) im Marktgemeinderat. Zum Zeitpunkt der Sitzung waren die Beschlüsse aus Berlin noch nicht im Detail bekannt. Dreikorn hatte daran erinnert, dass er nach den Erfahrungen im Frühjahr ein Angebot eingeholt und an die Gemeinde weitergeleitet hatte, aber seitdem nichts mehr davon gehört habe.

Die Bürgerversammlung, die für 19. November angesetzt war, hatte die Gemeinde schon am Tag vor dem Lockdown abgesagt. Sie online abzuhalten, sei aus Datenschutzgründen und technisch nicht möglich, erläuterte der Bürgermeister auf Nachfrage im Rat.

Dr. Simone Hoffmann-Kuhnt (Grüne) warb mit dem Verweis auf positive Erfahrungen aus ihrer Praxis für Online-Service-Angebote der Gemeinde an die Bürger und dafür, Geld auszugeben, u die technischen Voraussetzungen zu schaffen. „Das wäre eine gute Investition, denn die Situation könnte länger dauern. Die Kommunikation mit dem Bürger kann zur Krisenbewältigung im Ort beitragen“, begründete sie und erntete vom Gremium dafür zustimmendes Klopfen auf die Tische.

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