Corona jetzt auch im Caritas-Altenheim in Prien nachgewiesen

Im Caritas-Altenheim St. Josef sind neun von 83 Bewohnern und zwei von 92 Mitarbeitern bisher positiv auf Corona getestet worden. Berger
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Im Caritas-Altenheim St. Josef sind neun von 83 Bewohnern und zwei von 92 Mitarbeitern bisher positiv auf Corona getestet worden. Berger
  • Dirk Breitfuß
    vonDirk Breitfuß
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Ende April waren noch alle Bewohner und Mitarbeiter negativ getestet worden. Inzwischen gibt es auch im Caritas-Altenheim in Prien Corona-Fälle. Zehn Bewohner und zwei Mitarbeiter wurden positiv getestet.

Prien – Jetzt hat es auch das Caritas-Altenheim St. Josef in Trautersdorf erwischt. Wie in vielen anderen Seniorenheimen der Region gibt es nun in der Einrichtung am westlichen Ortstrand von Prien Corona-Fälle. Zehn der momentan 83 Bewohner seien positiv getestet worden, zwei von ihnen liegen seit einigen Tagen im Krankenhaus. Die anderen wurden auf einer halben Etage des Heims, die extra entsprechend umgerüstet und mit einer Desinfektionsschleuse vom übrigen Haus abgetrennt worden sei, isoliert, bestätigt Heimleiterin Theresia Meisl auf Anfrage der Chiemgau-Zeitung.

175 negative Tests noch am 22. April

Bereits im April habe es einen ersten Verdachtsfall im Haus gegeben. Am 22. April seien dann alle 83 Bewohner und 92 Mitarbeiter von einer Spezialeinheit des Landkreises getestet worden. Die Ergebnisse seien damals ausnahmslos negativ gewesen, so Meisl.

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+++Weil Anfang Mai einige Bewohner corona-typische Symptome gezeigt hätten, seien bei ihnen Einzeltests durchgeführt worden. Bei zwei Senioren waren die Ergebnisse positiv. Eine Betroffene sei wenige Tage später verstorben. Sie sei aber schon 96 Jahre alt gewesen und habe auch andere Krankheiten gehabt. Deshalb sei unklar, ob die betagte Dame tatsächlich am Covid-19-Virus gestorben sei, so Meisl.

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Am Freitag vor dem Muttertag hatte das Gesundheitsamt Rosenheim dann wegen der Einzelfälle kurzfristig Tests vor Ort durchgeführt, bestätigte Ina Krug von der Pressestelle des Landratsamtes auf Anfrage.

Bei zehn Bewohnern und zwei Mitarbeitern gab es positive Befunde, so Krug. Drei der betroffenen Senioren seien aber völlig symptomfrei, ergänzte Meisl. Bei den meisten anderen zeigten sich nur verhältnismäßig leichte Krankheitssymptome wie erhöhte Temperatur, Kopf- und Halsschmerzen. „Sie sind alle stabil“, so Meisl, die auf tägliche Kontrollen durch Ärzte verweist. Zwei Bewohner mussten Meisl zufolge wegen ihres Gesundheitszustands vor wenigen Tagen ins Krankenhaus verlegt werden.

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Die infizierten Senioren im Haus wurden nun auf einer isolierten Station zusammengelegt. Dank der klaren baulichen Strukturen in dem U-förmigen Gebäude sei das leicht realisierbar gewesen, erläuterte die Leiterin. Entsprechende Pläne für den Fall der Fälle seien im Vorfeld bereits mit dem Landratsamt, dem Roten Kreuz und weiteren Partnern erarbeitet worden.

Die beiden Mitarbeiter, die positiv getestet wurden, seien inzwischen in häuslicher Quarantäne, ebenso ihre engeren Kontaktpersonen, berichtete Krug. Zwei weitere Mitarbeiter, bei denen sich nach den negativen Tests vor knapp einer Woche inzwischen Symptome gezeigt hätten, seien vorsorglich nach Hause geschickt worden, so Meisl. Trotz der Ausfälle sei die Versorgung der Bewohner weiterhin gewährleistet, versichert die Leiterin.

Besuchsverbot verlängert bis 22. Mai

An diesem Freitag sollen Krug zufolge alle anderen Bewohner und Mitarbeiter auf Covid-19-getestet werden. Die Experten des Landkreises versuchen nun, die Infektionsketten von den Infizierten zurückzuverfolgen. Erkenntnisse dazu gebe es aber noch nicht, so die Sprecherin der Behörde.

Die Stimmung unter den Bewohnern sei den Umständen entsprechend noch gut, beschreibt die Leiterin des Hauses. Obwohl es „natürlich schon sehr bitter“ gewesen sei, dass die Fälle genau zwei Tage vor Muttertag aufgetaucht seien, als das wochenlange Besuchsverbot endlich gelockert werden sollte. In Trautersdorf musste es dann über den Muttertag bestehen bleiben und vorerst bis 22. Mai verlängert werden.

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