Bei Ärzten und Apotheken

Große Nachfrage nach Corona-Schnelltests in Prien

Apotheker Dr. Clemens Reuther und Eva Laxganger beim Schnelltest im Zelt der Marien-Apotheke Prien. Auch zahlreiche Ärzte bieten vor Ort Schnelltests an.
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Apotheker Dr. Clemens Reuther und Eva Laxganger beim Schnelltest im Zelt der Marien-Apotheke Prien. Auch zahlreiche Ärzte bieten vor Ort Schnelltests an.
  • Tanja Weichold
    vonTanja Weichold
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Ein negatives Ergebnis beim Corona-Schnelltest gilt für 24 Stunden als Nachweis, zum Beispiel im Rahmen von click&meet beim Einkaufen im Einzelhandel. Die Chiemgau-Zeitung hörte sich um, wie es mit den Kapazitäten und der Nachfrage aussieht und wie die Impfungen bei den heimischen Ärzten angelaufen sind.

Prien/Bernau – Der Priener Allgemein- und Sportarzt Dr. Richard Schaden berichtet, dass er mit seinen Kolleginnen Jennifer Dietz und Ulrike Knerich täglich ab 8 Uhr vormittags testet. Die Nachfrage sei gestiegen und sehr groß. Täglich sind es zwischen zehn und 20 Personen, die sich in seiner Praxis einem Schnelltest unterziehen. Dietz erklärt, dass vorzugsweise eigene Patienten getestet werden.

„Riesiges“ Interesse an Impfungen

Corona-Impfungen führe die Praxis nun in der zweiten Woche durch, etwa 60 seien es bisher gewesen. Die Nachfrage sei „riesig“, so Dietz.

Dr. Simone Hoffmann-Kuhnt bietet in ihrer Praxis seit einem Jahr die Antigen-Schnelltestungen an, täglich seien es zwischen fünf und 25. Kapazitäten gebe es sogar mehr. „Der Ablauf ist für uns in der Praxis total unproblematisch, wir schieben das dazwischen.“ Eine vorherige telefonische Anmeldung ist jedoch erbeten: „Symptomatische oder Kontaktpersonen werden einzeln in die Praxis bestellt und isoliert getestet.“

Schnelltests auch für Schüler

Kommen kann jeder. „Zum Testen haben wir auch Schüler, die das nicht in der Schule vor allen anderen machen wollen“, so Dr. Hoffmann-Kuhnt. Sie impft in ihrer Praxis seit zwei Wochen, wobei sie aktuell geschlossen und ab 6.Mai wieder geöffnet hat. „Für uns als Hausärzte war es relativ ärgerlich, dass wir so spät eingebunden wurden“, sagt die Medizinerin und Grünen-Gemeinderätin.

„Ich weiß, worauf ich bei meinem Patienten achten und aufpassen muss.“ Seit die Hausärzte impfen dürfen, habe sich die Anzahl der Impfungen verdoppelt. Den bürokratischen Aufwand im Zusammenhang mit Corona-Tests, -Impfungen und -Untersuchungen nennt sie „enorm“. Das nehme die Hälfte der Zeit in Anspruch. „In Zeiten einer Pandemie ist das katastrophal“, so ihr Urteil.

PCR-Testergebnis am nächsten Tag am Handy

Dr. Otto Steiner testet in seiner Praxis täglich ab 10.30 Uhr. Um diese Zeit nimmt er einerseits die Abstriche für PCR-Tests, deren Ergebnisse für 48 Stunden gelten und am nächsten Morgen am Handy abgerufen werden können. Auch Schnelltests bietet er an, allerdings begrenzt auf pflegerische und medizinische Zwecke sowie für Arbeitnehmer, die nach Österreich fahren müssen. „Sonst können wir die Nachfrage nicht bewältigen“, erklärt Dr. Steiner. Eine telefonische Anmeldung ist in jedem Fall notwendig.

Apotheken-Test-Zentrum eine Woche im Voraus ausgebucht

Die Marien Apotheke in Prien betreibt eine Corona -Teststation. Inhaber Dr. Clemens Reuther sagt: „Wir sind eine Woche im Voraus ausgebucht. Die Schnelltests werden von den Leuten unfassbar gut angenommen.“

Er habe sogar schon Anfragen von Firmen zurückweisen müssen. Mehr als aktuell könne er personell nicht stemmen. Grundsätzlich äußert er sich froh, über die Tests: „So können wir hoffentlich Infektionsketten durchbrechen.“ Getestet wird montags bis freitags von 8.15 Uhr bis 9.15 Uhr und von 16 Uhr bis 17.30 Uhr.

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Hausleiter Robert Beck vom Senioren- und Pflegeheim Laurentiushof in der Nachbargemeinde Bernau berichtet, dass die Einrichtung ohne Anmeldung im Freien testet: montags und donnerstags von 10 Uhr bis 14.15 Uhr sowie dienstags und donnerstags von 14 bis 16 Uhr.

Die Nachfrage sei aktuell steigend, so Beck. Der Bedarf könne zusammen mit der örtlichen Apotheke gut abgedeckt werden, täglich seien es zwischen 30 und 50 Personen, die sich beim Laurentiushof testen lassen.

Zusätzliche Teststation für Prien gewünscht

Priens Bürgermeister Andreas Friedrich ist momentan um einen zusätzlichen privaten Anbieter für Schnelltests in Prien bemüht, wie er gegenüber der Chiemau-Zeitung ausführte. Eine Entscheidung ist noch nicht gefallen, das Gesundheitsamt Rosenheim muss die Zulassung erteilen.

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