Corona fordert schnelle Entscheidungen im Krisenstab der Kliniken Südostbayern AG

Morgens um 9 Uhr treffen sich die Mitglieder des Krisenstabes zur Lagebesprechung. Kliniken

Die Corona-Pandemie stellt insbesondere aber das Gesundheitswesen vor gewaltige Herausforderungen. Darauf hat die Kliniken Südostbayern AG (KSOB) früh mit der Einrichtung eines Krisenstabes reagiert.

Traunstein – „Er ist ein hervorragendes Instrument, die aktuelle Lage täglich neu zu bewerten und bei Bedarf rasch zu handeln“, sagt KSOB-Vorstand Elisabeth Ulmer. Neben „schnellen Entscheidungen“ nennt Reinhold Frank, Leiter der Qualitäts- und Organisationsentwicklung, „eine breite Kommunikation“ als Plus des Stabes.

Die beiden Führungskräfte gehören zu dem sechsköpfigen Krisenstab der Kliniken Südostbayern AG (KSOB). „Wir haben gemerkt, dass wir schnell Entscheidungen treffen, Themen bündeln und abarbeiten müssen“, sagt Elisabeth Ulmer. Angelehnt an die bei Rettungsdiensten und aktuell auch im Gesundheitsamt des Landratsamtes Traunstein etablierten Krisenstäbe sei daher der aus sechs Sachgebieten bestehende Krisenstab ins Leben gerufen worden. Er tagt täglich. Dies tun auch die Krisenstäbe aller sechs Häuser des Klinikverbundes bei ihren Standortbesprechungen morgens um 9 Uhr zur aktuellen Lage. Eine Stunde später, um 10 Uhr, treffen sich dann der standortübergreifende Krisenstab und die Vertreter der Standorte zur „Videokonferenz in kleiner Runde“, so Ulmer.

Eine große Lagebesprechung mit rund 50 Führungskräften als Vertreter aller relevanten Berufsgruppen findet dann täglich um 12 Uhr statt. „So können wir die Weitergabe von wichtigen Informationen nicht nur über unsere digitalen Medien wie das Intranet sicherstellen, sondern auch durch persönliche Multiplikatoren vor Ort, das hat auch den Vorteil besonders rascher Rückmeldungen von dort“, betont Reinhold Frank.

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Denn zu kommunizieren gibt es in den bewegten Zeiten von Corona viel. Informationen über notwendige Maßnahmen und Verhaltensvorschriften oder zu neuen Arbeitsabläufen müssen in der Breite weitergegeben und schlüssig erklärt, behördliche Anordnungen zur Sicherheit von Patienten und Mitarbeitern nachvollziehbar umgesetzt werden. Die tägliche Arbeit und Kommunikation des Krisenstabes ermöglicht bedarfsgerechtes, zügiges Handeln. So sei auf kurzem Wege Schulungsbedarf bei Mitarbeitern abgeklärt und „in einer Ad-hoc-Entscheidung von einem Tag auf den anderen“ eine Weiterbildung durchgeführt worden, nennt Frank ein Beispiel.

Weiterbildung innerhalb eines Tages

Zwei in der Anfangszeit der Corona-Krise dringliche Themen habe der Krisenstab dank seiner strukturierten Organisation und effizienten Arbeitsweise zeitnah erfolgreich abarbeiten können: Engpässe bei Materialien und Medikamenten. „Wir sind immer routinierter geworden“, freut sich Elisabeth Ulmer. „Der Vorteil des Krisenstabes ist ein guter Überblick über die Gesamtlage und all ihre relevanten Facetten. Unsere Besprechungen werden täglich mitprotokolliert und so dokumentiert, das hilft uns dabei, die Lage immer wieder neu zu bewerten.“

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Dass der Krisenstab laufend die sich ändernde Lage beobachtet, sei die Grundlage seiner Arbeit. Dafür arbeitet der Stab der KSOB eng mit den Krisenstäben in den Gesundheitsämtern der Landratsämter Traunstein und Berchtesgadener Land zusammen – und kann darüber hinaus jederzeit auf eigene Spezialisten zurückgreifen. „Unser Infektiologe Professor Thomas Glück an der Kreisklinik Trostberg ist wirklich ein Glücksfall, dank seiner ausgezeichnete Expertise sind wir sehr gut aufgestellt, davon profitieren auch unsere Patienten“, so Vorstand Elisabeth Ulmer. Der Krisenstab sei immer auf dem neuesten Stand zur Corona-Lage in den Landkreisen. „Anlassbedingt treffen wir uns auch am Wochenende zur Lagebesprechung, das war zum Beispiel am Ostersamstag wegen hoher Fallzahlen so“, sagt Reinhold Frank und bilanziert: „Wir haben einen guten Dialog.“

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