Polizei erstattet 17 Anzeigen

Corona: Anti-Maßnahmen-Demo in Traunstein mit 300 Teilnehmern

Die Sprecher der Querdenker-Demonstration auf dem Stadtplatz in Traunstein übten vor rund 300 Teilnehmern Kritik an den Corona-Maßnahmen der Regierung und Staatsregierung.
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Die Sprecher der Querdenker-Demonstration auf dem Stadtplatz in Traunstein übten vor rund 300 Teilnehmern Kritik an den Corona-Maßnahmen der Regierung und Staatsregierung.
  • vonAxel Effner
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Rund 300 Teilnehmer lauschten den Sprechern der Querdenker-Demo am Traunsteiner Stadtplatz. Diese übten Kritik an den staatlichen Corona- Maßnahmen. Im Anschluss traf man sich zum Laternenlauf angesichts zahlreicher abgesagter Martinsumzüge. Die Demo verlief friedlich, doch die Polizei erstattete in 17 Fällen Anzeige wegen fehlendem Mund-Nasenschutz.

Traunstein – Ein Ende von „Panik-Demie und Angstmache“ zugunsten von mehr Selbstverantwortung forderten die Sprecher der friedlich verlaufenen Querdenker-Demonstration vor rund 300 Teilnehmern am Samstag auf dem Traunsteiner Stadtplatz. Organisator Franz Lindlacher verwies eingangs auf Maskenpflicht und Abstandsgebot und distanzierte sich von rechtsextremer Einflussnahme sowie den Ausschreitungen der Demonstration in Leipzig. Hubert Koch aus Inzell äußerte starke Bedenken gegen „überzogene Lockdown-Maßnahmen des Staates und eine fortschreitende Spaltung der Gesellschaft“. Er zeigte aus seiner Sicht fehlgeleitete gesellschaftliche und wirtschaftliche Entwicklungen auf und plädierte für „innere Selbstentwicklung und Selbstverantwortung als Korrektiv gegen überzogenen Männlichkeitswahn“. Kritisch sah er auch die „katastrophalen Folgen der Pandemie“ für die Ärmsten der Armen in der Welt und die rasant steigende Zahl von Kindern, die an Hunger sterben.

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Laternenumzug im Anschluss

Seine Frau Elisabeth sah in der Coronapandemie die „Spitze aller menschengemachten Krisen“. Angesichts zunehmender gesundheitlicher Verwerfungen in der Gesellschaft stellte sie die Frage, ob die „einseitig rationale Ausrichtung am Wirtschaftswachstum“ noch die passende Zukunftsstrategie sei.

Dr. Christian Kreiß, Dozent für Volkswirtschaft an der Hochschule Aalen, ging auf die wirtschaftlichen Folgen der Krise sowie die Zusammenhänge von Angstszenarien, Lobbyismus und „gekaufter Wissenschaft“ ein. Er machte auf finanzstarke „Krisengewinnler“ aufmerksam, die Profit aus den gegenwärtigen Verwerfungen ziehen würden. Ein abschließender Laternenzug für Kinder sollte die Absage der Martinszüge in vielen Kindergärten Bayerns in Erinnerung rufen. Laut Polizei verlief die Demo friedlich, dennoch erstattete sie 17 Anzeigen wegen fehlendem Mund-Nasenschutz.

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