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Interview

Was passiert mit meinen Corona-Daten? So funktioniert der Datenschutz in Traunstein

Um den Datenschutz im Landratsamt Traunstein kümmert sich Elisabeth Bauer.
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Um den Datenschutz im Landratsamt Traunstein kümmert sich Elisabeth Bauer.
  • Heidi Geyer
    VonHeidi Geyer
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Traunstein – Der 28. Januar ist der Tag des Datenschutzes. Gerade in der Pandemie fragen sich viele Menschen, was mit ihren Infektions- und Impfdaten passiert. Die OVB-Heimatzeitungen haben mit Elisabeth Bauer, Datenschutzbeauftragte im Landratsamt Traunstein, über die Luca App und die Digitalisierung gesprochen, und wie sie privat mit ihren Daten umgeht.

Frau Bauer, wie sind Sie beruflich auf das Thema Datenschutz gekommen?

Elisabeth Bauer: Wie die Jungfrau zum Kinde! (lacht) In meiner Hauptaufgabe bin ich Rechnungsprüferin und mache Innenrevision. Diese Stelle ist vollkommen unabhängig, das heißt, ich bin gegenüber der Amtsleitung nicht weisungsgebunden. Da hat das Thema Datenschutz dann ganz gut dazu gepasst, weil das hier ebenso gehandhabt wird.

Was reizt Sie an dem Thema?

Bauer: Für mich ist interessant, dass es um den Schutz von Persönlichkeitsrechten geht. Da geht es ja wirklich um Menschen. Zwar gibt es viele Formalien, aber das schreckt mich nicht. Jede Behörde braucht beispielsweise ein Verarbeitungsverzeichnis, wo alle Vorgänge, Aufgaben und Tätigkeiten aufgelistet werden, bei denen persönliche Daten verarbeitet und gespeichert werden. Da sieht man recht schnell, dass wir eine Fülle an Aufgaben beim Landratsamt haben und auch sehr sensible Daten gespeichert werden.

Für viele Unternehmen und Organisationen ist das Thema Datenschutz eher ein Ärgernis oder ein Zusatzaufwand.

Bauer: Das kann ich schon verstehen, es gibt ja die DSGVO (Datenschutzgrundverordnung, Anm. d. Red.) und damit sind schon viele Formalien verbunden. Viele sind auch ganz verwundert, wenn ich mit diesem Thema komme. Da heißt es dann schon mal: Bei uns sind doch die Daten sicher. Aber ich versuche, immer zu erklären, warum das wichtig ist. Auf den ersten Blick ist das nicht immer erkennbar.

Warum ist das wichtig?

Bauer: Ich glaube, es ist für jeden, nicht nur für uns als Behörde, wichtig, zu wissen, wo sind Daten von mir und was passiert mit diesen. Was viele nicht wissen: Wir dürfen ja auch intern Daten nicht verknüpfen. Insofern berate ich sehr viel in meiner Arbeit, etwa wenn andere Behörden Daten haben möchten oder etwas zu einem Vorgang wissen möchten. Da kommt dann oft die Frage, ob man das darf.

Das heißt, meine Corona-Daten beim Gesundheitsamt sind nicht mit Bauanträgen verknüpft?

Bauer: Ganz genau. Das dürfen wir nicht und das tun wir auch nicht. Ich darf übrigens auch nicht reinschauen. Auch als Datenschutzbeauftragte habe ich keinen Zugriff.

Welchen Einfluss hatte die Pandemie auf das Thema Datenschutz?

Bauer: Um ehrlich zu sein, eigentlich gar keinen. Für die Bürger ist das Thema Gesundheitsdaten zwar in den Vordergrund gerückt. Aber vorher hatte ja eigentlich kaum jemand mit dem Gesundheitsamt zu tun. Das betraf nur seltene Fälle, zum Beispiel bei meldepflichtigen Krankheiten wie TBC. Der Datenschutz war aber sowohl früher wie auch heute gewährleistet.

Der Landkreis Traunstein hat die Luca-App genutzt.

Bauer: Da muss man sagen, dass die Luca-App eigentlich kaum eine Rolle spielt. Die Entscheidung, diese App für das Einchecken in der Gastronomie oder bei Veranstaltungen zu nutzen, lag ja bei jedem Einzelnen. Insofern haben wir uns nur daran gehängt. Das heißt, wenn uns ein Veranstalter Daten freigibt von einer Veranstaltung, wo es Infektionen gibt. Da gab es aber keinen einzigen Fall. Vermutlich ist das in Großstädten anders, wo es zum Beispiel Großveranstaltungen gab wie Konzerte. Wir fragen die Kontaktpersonen über das Gesundheitsamt ab. Das hat personell immer funktioniert.

Welches Fazit ziehen Sie von der Corona-Warn-App?

Bauer: Wir können seitens des Gesundheitsamts nichts auswerten. Die Corona-Warn-App gibt ja nur Nutzern einen Hinweis, wenn Kontakt zu einer infizierten Person besteht. Wir können nur Rückschlüsse ziehen, wenn jemand an der Teststation angibt, dass die Corona-Warn-App eine Warnung angezeigt hat. Dann ist auch ein kostenloser Test möglich. Das sind aber nur sehr wenige Fälle, die so kommen.

Über Datenschutz wird in der Pandemie viel geschimpft, gleichzeitig nutzt fast jeder WhatsApp oder Facebook. Wie handhaben Sie das persönlich?

Bauer: Das muss jeder selbst entscheiden. Ich nutze auch WhatsApp und Google. Aber bei den Cookies ist es tatsächlich so, dass ich immer die persönlichen Einstellungen wähle und eben kein Marketing möchte. Da bin ich vermutlich berufsbedingt etwas sensibler.

Wie wird sich das Thema Datenschutz in den kommenden Jahren entwickeln?

Bauer: Ich glaube wir haben in Deutschland bzw. seit der DSGVO europaweit einen guten Standard und diesen werden wir auf diesem Niveau halten. Der Landkreis will sich ja noch stärker digital ausrichten, aber ich sehe im Datenschutz kein Hindernis. Wir haben zum Beispiel bereits digitale Akten und da ist gewährleistet, dass nur der Zugriff hat, der Zugang haben darf. Gleiches gilt für digitale Anträge, die entsprechend verschlüsselt sind.

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