Andere Werke übernehmen

Corona-Ausbruch bei Bayernfleisch in Traunstein: Über die Hälfte der Mitarbeiter infiziert

Ein Lkw der Edeka-Tochter Südbayerische Fleischwaren fährt auf das Gelände des Zerlegebetriebs Bayernfleisch in Traunstein. Von insgesamt 300 Mitarbeitern sind bis Redaktionsschluss 41 Personen mit Corona infiziert.
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Ein Lkw der Edeka-Tochter Südbayerische Fleischwaren fährt auf das Gelände des Zerlegebetriebs Bayernfleisch in Traunstein. Von insgesamt 300 Mitarbeitern sind 41 mit Corona infiziert.
  • Elisabeth Sennhenn
    vonElisabeth Sennhenn
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Zu einem Corona-Ausbruch ist es im Edeka-Zerlegebetrieb Bayernfleisch in Traunstein gekommen. 41 von insgesamt 300 Mitarbeitern wurden positiv auf das Virus getestet, 49 Personen sind derzeit in Quarantäne. Den Betrieb halten im Moment Helfer aus anderen Werken aufrecht.

Traunstein– Bei der Bayernfleisch GmbH in Traunstein haben sich 41 Mitarbeiter mit Corona infiziert. Sie ist Teil eines Netzwerks aus vier Zerlegebetrieben für die Edeka-Tochter Südbayerische Fleischwaren. Zunächst hatte der Zerlegungsbetrieb mit Sitz an der Industriestraße betriebsinterne Antigen-Schnelltests durchgeführt und diese durch PCR-Tests bestätigen lassen, so das Landratsamt.

Am Montag fanden behördliche PCR-Reihentests bei allen Mitarbeitern statt, die Ergebnisse lagen gestern noch nicht vor. Übers Wochenende habe der Betrieb vorsorglich 49 Männer und Frauen inklusive Kontaktpersonen isoliert und bereits vor Arbeitsbeginn in Quarantäne gesetzt, heißt es aus dem Unternehmen selbst. 44 von ihnen seien symptomfrei.

Rind- und Schweinefleisch wird zerlegt

Der Betrieb steht nicht still. Wie die OVB-Heimatzeitungen erfahren haben, wurden Mitarbeiter aus Partnerbetrieben nach Traunstein geschickt.

Die Bayernfleisch GmbH gehört jeweils zu 50 Prozent der Edeka-Tochter Südbayerischen Fleischwaren, wiederum der Hauptlieferant von Fleisch und Wurstwaren für Edeka Südbayern, und dem internationalen Fleischkonzern OSI, Hauslieferant von McDonalds. Der Traunsteiner Standort nahm 2016 den Betrieb auf.

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Mitarbeiter in der Fleischindustrie haben sich in der Vergangenheit immer wieder mit Corona infiziert, wie auch der Fall des Schlachtbetriebs Tönnies zeigt, bei dem während der ersten Viruswelle über 2000 Mitarbeiter positiv getestet wurden.

Verbraucher müssen nicht fürchten, sich durch Fleisch- und Wurstwaren betroffener Betriebe selbst zu infizieren, so die Verbraucherzentrale Bayern. Weshalb die Arbeit in Zerlegebetrieben wie Bayernfleisch und in Schlachthöfen eine Ausbreitung des Virus begünstigen, liegt zum einen an den niedrigen Raumtemperaturen im einstelligen Bereich, die für Coronaviren günstig sind.

Dies führte unter anderem Virologe Christian Drosten an. Während Temperaturen ab 60 Grad das Virus abtöten, zeigten Zellkultur-Tests der Weltgesundheitsorganisation WHO, dass bei vier Grad die Zahl der Viren sogar nach 21 Tagen kaum sinkt.

„Konsequente Eigentestungen“

In Betrieben kommt das Risiko hinzu, dass Belüftungsanlagen Aerosole verteilen. „Die bei Bayernfleisch eingesetzte Be- und Entlüftungsanlage basiert nicht auf einem Umluftverfahren, sondern auf der ausschließlichen Zufuhr von Frischluft“, teilte gestern Geschäftsführer Florian Absmeier mit. Das Unternehmen lege zum Schutz der Mitarbeiter „oberste Priorität auf die Einhaltung höchster Hygiene- und Sicherheitsstandards im Rahmen des Corona-Infektionsschutzes“ und werde die regelmäßigen Eigentestungen konsequent fortführen. Wie es dennoch zum Ausbruch des Virus kommen konnte, blieb bis Redaktionsschluss offen.

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