Immer mehr Menschen kommen

Corona-Abstriche im Minutentakt: Traunstein weitet Öffnungszeiten an Teststation aus

Die Corona-Teststation in Haslach ist schon kurz nach der Öffnung gut besucht. Geyer
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Die Corona-Teststation in Haslach ist schon kurz nach der Öffnung gut besucht. Geyer
  • Heidi Geyer
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Immer mehr Menschen wollen oder müssen sich im Landkreis Traunstein auf Corona testen lassen. Die Chiemgau-Zeitung hat sich die Situation vor Ort angeschaut.

Traunstein – Der Inzidenzwert im Landkreis Traunstein ist am Mittwoch, 28. Oktober, auf 124,1 gestiegen. Immer mehr Menschen möchten oder müssen sich testen lassen. Das ist auch an der Traunsteiner Covid-19-Teststation spürbar. „Die Öffnungszeiten haben wir wegen des Andrangs erweitert“, sagt Stefan Liedtke, Teamleiter des Bayerischen Roten Kreuzes, das die Station in Haslach betreibt.

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Besonders am Montag war der Andrang extrem. Drei bis vier Stunden mussten viele Leute warten, um sich testen zu lassen. Die Staus reichten bis zum Gartencenter Dehner, schlussendlich musste die Polizei den Verkehr regeln. „Am Montag, 26. Oktober, haben wir fast 500 Menschen getestet“, sagt Liedtke. Am Dienstag seien es dann noch rund 350 Tests gewesen.

Bis 18 Uhr und am Samstag geöffnet

Zwei Effekte führten aus Sicht von Liedtke zu dem hohen Andrang auf die Teststation zu Wochenbeginn: Einerseits die Entscheidung, dass sich Grenzpendler testen lassen müssen, außerdem habe das Gesundheitsamt vielen Menschen die Auflage gemacht. „Erfahrungsgemäß haben wir am Montag immer sehr viel Betrieb. Aus diesem Grund haben wir ab sofort auch am Samstag geöffnet“, sagt Liedtke.

Stefan Liedtke vom BRK, das die Teststation betreibt.

Verdoppelte Öffnungszeiten

Die Öffnungszeiten des Testzentrums sind seit Mittwoch verdoppelt und nun auch „arbeitnehmerfreundlicher“ (siehe Infokasten). „Wir sind permanent mit dem Landratsamt im Austausch: Am Montag, 26. Oktober, wurden die längeren Öffnungszeiten beschlossen und konnten schnell umgesetzt werden.“

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Kontakt mit einer erkrankten Person hatten Arthur Stanetzek und seine Partnerin aus Traunstein. „Es ist keine besonders gute Situation“, sagt Stanetzek. Die Sorge steht den beiden ins Gesicht geschrieben. Sie haben sich im Vorfeld vorbereitet, online registriert. Nun müssen sie nur ihr Smartphone zücken, damit das Personal der Teststation sie mit dem QR-Code registrieren kann. Eine große Erleichterung sei das, sagt die Security-Mitarbeiterin, die die Daten aufnimmt. Tatsächlich komme der Großteil an der Station aber ohne die vorherige Registrierung an.

Geringste Wartezeit am Nachmittag

Wer sich testen lassen wolle, solle am besten am Nachmittag kommen, wobei auch hier die Auslastung schwanken könne, sagt der Teamleiter. In der Regel wollten sich die meisten Menschen zum Ende der Öffnungszeit und am Morgen gleich bei Öffnung testen lassen.

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Drei Salzburger, die in Traunstein arbeiten und täglich aus Österreich pendeln, haben sich in die Warteschlange eingereiht. „Wir sind hier für den wöchentlichen Test“, sagt Erich Kociper. Sorge, dass sie von einer Grenzschließung betroffen sein könnten, haben sie nicht. Ebenso wenig, dass ihr Erkrankungsrisiko durch ihre Herkunft höher ist.

Infektion ohne Symptome

Andreas Pohl kommt aus dem Landkreis Traunstein und wartet im Auto auf seinen Test, nachdem seine Lebensgefährtin positiv getestet wurde. Sie habe zwar keine Symptome, aber weil sie in der Pflege arbeite, sei der Test notwendig gewesen.

Andreas Pohl aus dem Landkreis Traunstein wartet im Auto auf den Test.

Für Pohl ist es nicht der erste Test: „Schon letzte Woche war ich hier, weil ein Arbeitskollege positiv getestet worden ist. Sorgen mache ich mir eigentlich keine. Auch ich habe keine Beschwerden.“ Die Teststation findet er „sehr gut“, schon kurz vor der Öffnung um 10 Uhr morgens war er dort.

Walch: „Geht uns allen auf den Geist.“

Landrat Siegfried Walch (CSU) befürwortete in einem Video auf Facebook am Dienstag, 27. Oktober, die gegenwärtige Teststrategie. „Uns allen geht die Situation ganz gehörig auf den Geist“, gab er zu, doch: „Es hilft nur nicht.“ Der Landrat wies auf die Gefahren des exponentiellen Wachstums bei Corona-Infektionen hin, die auch wieder zu mehr Fällen und Intensivpatienten in den Kliniken führten.

So funktioniert die Teststation

Auf der Seite https://covidtestbayern.sampletracker.eu können sich Personen, die einen Test durchführen lassen, registrieren. Bis zu weitere acht Familienmitglieder können in einem Vorgang registriert werden. Der folgende QR-Code muss zum Testzentrum mitgebracht werden (Ausdruck oder auf dem Smartphone).

Alternativ stehen an der Teststation Papierformulare zur Verfügung, die jedoch nach Information des Test-Labors Eurofins eine längere Wartezeit zur Folge haben. Das Corona-Testzentrum für den Landkreis Traunstein in Mühlwiesen 3 ist ab sofort von Montag bis Samstag von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Vor Ort werden ein Personalausweis und ein Mund-Nasen-Schutz benötigt.

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