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Comeback des "Ehrbaren Kaufmanns"

Dr. Antje Kuttner von der IHK München stellte die Prinzipien des "Ehrbaren Kaufmanns" vor.  Foto wz
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Dr. Antje Kuttner von der IHK München stellte die Prinzipien des "Ehrbaren Kaufmanns" vor. Foto wz

Hat Sankt Martin wirtschaftlich alles richtig gemacht, als er gemäß der alten Überlieferung mit einem Bettler den Mantel geteilt hat? Oder hätte er nicht lieber eine Firma gründen und den Bettler einstellen sollen?

Traunstein - Der Unternehmer Sankt Martin hätte über entsprechend generierte Unternehmensgewinne persönlich etwas davon gehabt und hätte Teile davon sozialen und gesamtgesellschaftlichen Zwecken erneut der Allgemeinheit zuführen können. Mit solchen grundsätzlichen Fragen der Ethik und Moral in der Wirtschaft unter dem Leitbild "Ehrbarer Kaufmann" beschäftigte sich das IHK-Gremium Traunstein in den Räumlichkeiten der Kreissparkasse Traunstein.

Gremiumsvorsitzender Werner Linhardt machte deutlich, dass die Unternehmen alle Gewinne generieren wollten. "Die Frage ist, wo sind die Grenzen?"

Vor dem Hintergrund der Wirtschafts- und Finanzkrise, die sich in ihren Auswüchsen zu einer Vertrauenskrise entwickelt habe, sprach Dr. Antje Kuttner, Referentin bei der IHK München und Oberbayern, über das Leitbild des "Ehrbaren Kaufmanns" - waren Kaufleute doch bereits im Mittelalter als ehrbar bekannt und förderten durch ihre Wohltätigkeit die Entwicklung der Städte. Der Grundsatz von "Treu und Glauben" war fester Bestandteil der Kaufmannsmoral.

Dr. Kuttner machte deutlich, dass die regionalen mittelständischen Unternehmen gegenüber der Großindustrie Vorteile hätten: "Sie sind ganz anders in die Region eingebunden." Das Schaffen einer entsprechenden Unternehmenskultur müsse sich durch praktisch alle Bereiche der Unternehmen ziehen und umfasse unter anderem die Berufsbildung, das Wettbewerbsrecht und den Umweltschutz. Die IHK wolle sich mit dem Leitbild des "Ehrbaren Kaufmanns" wieder stärker identifizieren und aktiv Stellung beziehen, wenn Marktteilnehmer Geschäftspraktiken an den Tag legen würden, die den Grundsätzen von Zuverlässigkeit, Ehrlichkeit und Verantwortungsbewusstsein widersprechen.

In der Diskussion schränkte Linhardt ein, dass man den Anspruch nicht zu hoch hängen dürfe. Die Wertvorstellungen müssten auch ohne das Leitbild des "Ehrbaren Kaufmanns" selbstverständlich sein. Ein innerlich feststehender Moralbegriff "So etwas tut man nicht" müsse unter den Marktteilnehmern wieder mehr verinnerlicht und praktiziert werden.

Dr. Robert Obermeier, Leiter der Abteilung Volkswirtschaft der IHK, ging auf aktuelle Themen aus der IHK-Vollversammlung ein und kritisierte die aus FDP-Kreisen aufgestellte Forderung, Pflichtmitgliedschaften in den Kammern abzuschaffen.

Auf Basis von Unternehmensbefragungen berichtete Dr. Obermeier von einer Stabilisierung der Stimmung in der Wirtschaft in der Region Südostoberbayern. Risiken sähen die meisten Marktteilnehmer in den Energie- und Rohstoffpreisen und einer Abschwächung der Inlandsnachfrage.

Kritisch stehe man dem Landesentwicklungsprogramm gegenüber, das bei Gemeinden und Städten unter anderem in Fragen der Vorschriften für den Einzelhandel für viel Unmut sorgt. wz

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