Claudia Koreck trotzt dem Gewitter auf ihrem Konzert in Unterwössen

Als die ersten Tropfen fielen, sang das Duo einfach beherzt unter einem Schirm weiter.
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Als die ersten Tropfen fielen, sang das Duo einfach beherzt unter einem Schirm weiter.

Weit über den Chiemgau hinaus ist sie bekannt: Nun hat Claudia Koreck gemeinsam mit ihrem Mann ihr neues Album in Unterwössen präsentiert. Weder sie, noch das Publikum ließen sich vom Gewitter stören.

Von Ludwig Flug

Unterwössen – „Wenn ich noch einmal ein Freiluft-Konzert mit Gewitterunterbrechung, Mikrofonausfall und Regenende erleben sollte, dann bitte wieder mit Claudia Koreck“, sprach ein Besucher nach dem Konzert für viele. All das bot das Konzert mit Korecks Ehemann Gunnar Graewert.

Zuerst sah es auf dem Unterwössner Sportplatz nach einem ruhigen, ja intimen Konzert vor großartiger Kulisse aus. Am Horizont leuchteten die letzten Sonnenstrahlen die Berge an. Als das Konzert begann, hatten sich die Zuhörer längst gemütlich eingerichtet.

Der F.C. Kultur macht‘s möglich

Mit „Aufgewacht von den Douden“, dem Eingangssong des zehnten Studioalbums der Traunsteinerin, eröffnete sie den Abend – passend zum Neubeginn nach langer Konzertpause. Koreck dankte Django 3000, denn deren Geiger Florian Starflinger das Konzept zum „F.C. Kultur“ erdacht hatte. Damit gemeint ist eine Konzertreihe lokaler Interpreten in heimischen Stadien. Trotz Corona wollte er Sängern und Bands eine Möglichkeit geben, mit entsprechendem Sicherheitsabstand zu spielen. Raum bieten die lokalen Vereine, in diesem Fall der SV Unterwössen, mit den Sportplätzen und und verdienen sich damit nach langer Fußballpause mit der Bewirtung etwas hinzu.

Fliagn und viele neue Lieder

Natürlich war „Fliagn“ dabei, der Titel, der Koreck bayernweit bekannt machte. Für die jüngeren Gäste brachte sie ihr Kinderlied „Stinktier Rudi“ mit, das für beste Laune selbst bei den Erwachsenen sorgte.

Auf ihrem neuen Album „Auf die Freiheit“ wechseln nachdenkliche Gitarrenballaden mit südamerikanischen Rhythmen wie in „Vida bonita“ und auch Reggaemelodien im Stück „Bahamas“. Zum Koreck-typischen Gesang kommen Instrumente vom Ehemann Gunnar dazu, von der Ukulele über das Saxofon bis zum Keyboard. Ein abwechslungsreiches Album ist es geworden, mit vielen Ideen und Stücken aus dem Fundus des Paares. Beide haben die Lieder liebevoll aufbereitet und arrangiert.

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Die Sängerin punktet live auch mit Nähe, denn über das Musikalische hinaus gibt sie Einblicke in ihr Seelen- und Familienleben. Die Stimmungen werden greifbar und Koreck spricht auch selbtironisch über verpasste Chancen und andere Ereignisse. So gewinnt sie die Sympathien der Zuhörer. Die gute Musik tat ihr übriges zu einem gelungenen Auftritt.

Das Wetter macht nicht mit

Musikalisch wäre es ein wunderbares, intimes Konzert geblieben, wären da nicht die besondere Umstände gewesen: Regenfahnen in der Abendsonne zogen vor den Geigelstein. Der Strom musste schließlich abgeschaltet werden, weil die Blitze immer näher kamen. Koreck entschied und wanderte unmittelbar barfuß, singend, mit akustischer Gitarre durch die Zuhörerreihen. Ein Helfer sprang mit einem Sonnenschirm herbei, um sie und ihren Mann trocken zu halten. Andere breiteten Schirme über dem Publikum aus. Als dann der Starkregen einbrach, liefen alle unter das Dach am Clubhaus.

Starkregen mindert die Stimmung nicht

Eine Viertelstunde später war der Regen fort, die Liegestühle nass, die Picknickdecken nicht mehr zu gebrauchen. Aber das Konzert ging weiter. Claudia Koreck setzte dort ein, wo sie aufgehört hatte, mit viel Einsatz und guter Stimmung. So war das Wetter schnell vergessen. Die Zuhörer hörten zumeist stehend zu. Dann fiel ein Mikrofon aus, woraufhin sich Koreck und Graewert kurzerhand eines teilten: „Wir sind ja verheiratet.“

Beifall und Begeisterung

Dass es nun für beide etwas anstrengend wurde, das Publikum bei guter Laune zu halten, war ihnen nicht anzumerken. Die Gäste belohnten sie mit begeistertem Beifall. Nur als zum Konzertende wieder der Starkregen einsetzte, wurde deutlich, wie das Wetter den Zuhörern zu schaffen machte. Mehr als eine Zugabe forderten sie nicht mehr ein.

Das Fazit: Es lohnt sich, das Duo auf einem seiner nächsten Konzerte zu begleiten. Voller Abwechslung und mit vielen Ideen, die hinter den Liedern stehen. Das Musikerpaar brennt so für die Musik, dass auch widrige Umstände einem solchen Abend nicht schaden.

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