LESERFORUM

Chronisches Problem

Zum Bericht „Hitzige Debatte um den ,Bernauer‘“ im Lokalteil:

„Herr Klein, der den „Bernauer“ hinsichtlich einer gravierenden Artikelkürzung unter anderem mit dem „Spiegel“ vergleicht, sollte am besten mal das neue Spiegel-Statut lesen. Darin heißt es wörtlich: „Wesentliches darf nicht weggelassen werden“ (Kapitel 2.1).

In besagtem „Bernauer“-Artikel des langjährigen Gemeinderates Hansjörg Decker wurde gar die Kernaussage weggelassen. Dieser Fall steht nur beispielhaft für ein chronisches Problem.

Der „Bernauer“ als Amtsblatt der Gemeinde Bernau wird aufgrund einer jahrzehntealten Vereinbarung vom Gewerbeverein des Ortes herausgegeben und – bis auf dir wenige Seiten mit dem eigentlichen Amtscharakter – auch von diesem allein verantwortet. Allerdings ist der Gewerbeverein über seine „Wählerschaft Mittelstand und Gewerbe“ (WMG) selbst ein politischer Akteur, der Bürgermeister- und Gemeinderatskandidaten aufstellt und daher zwangsläufig auch ein Interesse an Berichterstattung in seinem Sinne hat.

Diese bedenkliche Konstruktion ging erstaunlicherweise jahrelang mehr oder weniger gut – bis Sascha Klein im Vorstand des Vereins auf die Bühne kam. Ihm scheint die exklusive Kontrolle über die monatlich kostenlos an alle Haushalte verschickte Zeitung, in der auch der nicht von der Gemeinde verantwortete Teil einen gewissen offiziellen Anschein hat, schon seit Jahren etwas zu Kopfe gestiegen zu sein.

Wenn Bürgermeisterin Irene Biebl-Daiber der Pressefreiheit, von der sie spricht, einen Gefallen tun möchte, kann sie dafür sorgen, dass Bernau künftig ein neutrales, unvoreingenommenes Gemeindeblatt hat, das allen dient.

Ferdinand Hinke

Bernau

Kommentare