So können Unfälle vermieden werden

Christbaum steht in 112 Sekunden in Flammen – Traunsteiner Kreisfeuerwehr zur Brandgefahr

So schnell kanns gehen: Der Baum brannte vollkommen und das in weniger als zwei Minuten. Hobmaier
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So schnell kanns gehen: Der Baum brannte vollkommen und das in weniger als zwei Minuten. Hobmaier
  • Heidi Geyer
    vonHeidi Geyer
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  • Robert Hobmaier
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So schnell kanns gehen: Binnen weniger als zwei Minuten hat ein Christbaum in einem Experiment der Traunsteiner Feuerwehr so stark gebrannt, dass auch ein Feuerlöscher nicht mehr half. So können Brände an den Feiertagen vermieden werden.

Traunstein – Gerade jetzt, wo Kerzenschein und offenes Feuer in vielen Wohnungen für eine schöne Stimmung sorgen, lauern mit zunehmender Trockenheit der Weihnachtsdekorationen Brandgefahren. Wie schnell ein Brand lodern kann, das hat der Kreisfeuerwehrverband Traunstein nun in einem Experiment gezeigt.

Experiment fürs Fernsehen

Fach-Kreisbrandmeister Stefan Thurner hatte eine Anfrage erhalten, ob in der Atemschutzübungsanlage für die Heißausbildung des Kreisfeuerwehrverbandes ein weihnachtliches Experiment für die Pro7-Fernsehsendung Galileo durchgeführt werden könne.

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„Da unsere Anlage dafür geradezu prädestiniert ist, haben wir auch sofort ja gesagt und waren wirklich gespannt, wie schnell ein Christbaum unter Laborbedingungen vollständig in Flammen steht“, so Stefan Thurner im Gespräch mit der Chiemgau-Zeitung.

Nach zwei Minuten hilft kein Feuerlöscher

Ein Weihnachtsbaum, wie ihn viele Menschen derzeit zu Hause haben, wird am Strohstern entzündet.

In diesem Versuch brannte der Strohstern an der Spitze des Baumes. Binnen gerade einmal 112 Sekunden brannte der ganze Baum, es bildete sich enorm viel Rauch.

Die Rauchentwicklung ist enorm und kann schnell lebensgefährlich werden.

„Dies sind somit weniger als zwei Minuten bis das Feuer eine Größe erreichte, bei der einfache Löschmittel wie Feuerlöscher an ihre Grenzen stoßen um einen Entstehungsbrand zu löschen“, so der Spezialist für die Brandbekämpfung sowie Atemschutzausbildung.

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Thurner gibt aber auch Entwarnung: „Mit einigen wenigen Vorbereitungen sowie der Berücksichtigung von ein paar Spielregeln zur Weihnachtszeit kann man eine Katastrophe in den eigenen vier Wänden weitestgehend verhindern.“

Unachtsamkeit meist Ursache

Tatsächlich ist Thurner zufolge Unachtsamkeit Brandursache Nummer eins. Dies könne Kerzen betreffen, die schlicht vergessen werden und unbeaufsichtigt weiterbrennen. Tannenzweige können dann schnell in Flammen aufgehen, erst recht, wenn sie schon etwas ausgetrocknet sind. „Im Idealfall sollte ein geprüfter und funktionierender Feuerlöscher in der Nähe sein“, sagt der Fach-Kreisbrandmeister. Doch auch elektrische Lichterketten seien nicht zu unterschätzen, daher rät die Feuerwehr zum Einbau von Brandmeldern.

Brände werden leicht unterschätzt

Im Fall des Falles sollte die Feuerwehr gerufen werden, bevor sich Bewohner in Gefahr bringen. „Außerdem darf nicht unterschätzt werden, dass noch Glutnester vorhanden sind, die noch größeren Schaden anrichten können“, sagt Thurner. Die Feuerwehr sei mit besonderer Technik ausgestattet und könne beispielsweise mit einer Wärmebildkamera sicherstellen, dass keine Gefahr mehr vorliegt.

Tipps der Feuerwehr gegen den Brand am Christbaum

- Achten Sie beim Aufstellen von Kerzen auf einen geeigneten Standort, bitte meiden sie die Nähe zu leicht brennbaren Materialen wie Vorhänge oder Kunststoffteile. Achten Sie bitte darauf, dass Kerzen keiner starken Zugluft ausgesetzt sind und stets auf einem standsicheren, nicht brennbaren Untergrund stehen.

- Streichhölzer und Feuerzeuge sollten stets kindersicher verwahrt werden.

- Lassen Sie Kerzen niemals unbeaufsichtigt brennen. Löschen Sie heruntergebrannte Kerzen rechtzeitig ab.

- Halten Sie ein entsprechendes Löschmittel griffbereit. Es reicht für einen kleinen Entstehungsbrand bereits ein gefüllter Eimer mit Wasser, im Idealfall steht ein Feuerlöscher bereit.

- Achten Sie bei elektrischen Geräten insbesondere Lichterketten darauf, dass sie die Steckdosen nicht überlasten und die elektrischen Verbraucher mit einem „VDE- Prüfsiegel“ versehen sind. Rauchwarnmelder sind ein guter Schutz, insbesondere nachts warnen sie frühzeitig. Achten Sie darauf, dass die Geräte betriebsbereit sind und prüfen Sie diese regelmäßig.

- Sollte es in den eigenen vier Wänden doch einmal zu einem Brand kommen, bringen Sie sich jedoch nicht selbst in Gefahr. Bitte verlassen Sie die Wohnung schnellstmöglich und informieren Ihre Mitmenschen. Sollte es noch möglich sein, schließen Sie die Türe zum Brandraum.

- Selbst bei kleinen Bränden, die sie selbst löschen konnten, sollten Sie nicht zögern und unter der Notrufnummer 112 die Feuerwehr umgehend zu informieren.

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