Vor allem regionale Produkte

Christa Summerer versorgt mit ihrem Ein-Frau-Laden die Menschen in Grassau

Eindrücke Dorfladen in Rottau, den seit 10 Jahren Christa Summerer mit vielen regionalen Lebensmitteln betreibt. Hötzelsperger
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Eindrücke Dorfladen in Rottau, den seit 10 Jahren Christa Summerer mit vielen regionalen Lebensmitteln betreibt. Hötzelsperger

Die ehemalige Gemeinderätin und Dritte Bürgermeisterin Christa Summerer gründete vor zehn Jahren einen Dorfladen im Grassauer Ortsteil Rottau. Sie liebt den Kontakt zu den Kunden und verkauft am liebsten regionale Produkte.

Von Anton Hötzelsperger und Tanja Weichold

Grassau– Entstanden ist das Engagement bei einer Bürgerversammlung, als das Fehlen eines Dorfladens zur Sprache kam. „Da habe ich spontan gesagt, das könnte ich machen, wenn die Rottauer das unterstützen und auch wirklich zum Einkaufen kommen“, so die ehemalige Gemeinderätin und Dritte Bürgermeisterin des Marktes Grassau. Ihr Wunsch ist in Erfüllung gegangen, der Dorfladen wird gut angenommen. Hauptsächlich kommen Stammkunden aus Grassau, Bernau und Staudach. „Die Kunden finden es praktisch, dass sie nicht ins Auto steigen müssen“, berichtet Christa Summerer im Gespräch mit der Chiemgau-Zeitung. Auch die Öffnungszeit ab 6.30 Uhr kommt gut an.

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Persönlicher Kontakt und Regionalität

Nur einen Einkaufsladen zu führen, wäre der gelernten Apotheken-Helferin zu wenig gewesen. „Kontakt mit Kunden war ich gewohnt und das hat mir auch immer gut gefallen. Bei einem Lebensmittelgeschäft ist dieser persönliche Kontakt sicher noch intensiver. Was mich aber noch viel mehr bewegt hat, war der Gedanke, die Regale mit den vielen bei uns vorhandenen regionalen Produkten zu füllen“, sagt die Chefin des Ein-Frau-Ladens, die lediglich an Wochenenden noch eine personelle Unterstützung braucht.

Der Dorfladen ist ein steter Bauernmarkt

Im Laufe der zehn Jahre lernte sie die Gewohnheiten und Wünsche ihrer Kunden gut kennen. „Mein Schwerpunkt auf regionale Produkte und Lebensmittel war genau richtig.“ Im Grunde genommen ist der Dorfladen in Rottau ein steter Bauernmarkt. Dazu meint die leidenschaftliche Unternehmerin: „Auf einigen Bauernmärkten auch im Chiemgau gibt es zuweilen Verkaufsstände, die von weit herkommen, bei mir im Laden lege ich neben der Qualität auch Wert darauf, dass die Lieferwege möglichst kurz sind“.

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Besonders kurze Wege gibt es dann, wenn die Rottauer Bauern selbst liefern, das ist zum Beispiel in Obst- und Honigernte-Zeiten sowie bei Gemüse oder im Advent mit Daxen der Fall. Christa Summerer macht seit Jahren wachsendes Bewusstsein und Wertschätzung für heimische Produkte bei ihren Kunden aus. Besonders heuer im Coronajahr habe dies noch einmal spürbar zugenommen. „Die Leute verlangen immer mehr regionale Waren.“ Besonders nachfragt aus heimischer Produktion seien Honig, Eier, Nudeln und Mehl.

Eier, Schuh-Creme und Lieferservice für Schulobst

Der Dorfladen mit Getränkemarkt bietet auf 70 Quadratmetern alles für den täglichen Bedarf, dazu zählen zum Beispiel auch Schuh-Creme und die Post-Annahmestelle. Darüber hinaus beliefert Christa Summerer auf Bestellung die Bernauer Schule mit Schul-Obst und für die Gemeinde Grassau hat sie in diesen Corona-Zeiten einen gesonderten Liefer-Service eingerichtet. Überhaupt schwingt bei ihrer Geschäfts-Idee manch Soziales mit. So verkauft sie im Auftrag handgemachte Bastelarbeiten von Behinderten sowie Advents- und Weihnachtsdekorationen für den örtlichen VdK.

Wurstsemmeln per WhatsApp bestellen

Eine Besonderheit ist auch ihr Whats-App-Wurstsemmel-System, dazu sagt Summerer: „Wenn die Leute kommen, ist schon alles hergerichtet, alles geht schneller, wir haben keinen Kunden-Stau und wir können alle Abstandsregeln einhalten“. Bei Bedarf kommt sie im Einzelfall sogar extra außerhalb ihrer Öffnungszeiten zum Laden.

Die Leute rufen nämlich manchmal bei ihr daheim an, wenn ihnen etwas Wichtiges ausgegangen ist. Und wenn Christa Summerer sonntags zum Arbeiten im Laden ist, kann es durchaus sein, dass jemand anklopft und um Einlass bittet. „Natürlich gehen meine Arbeits- über die Öffnungszeiten hinaus, aber es macht Freude, den Leuten im Ort Gutes zu tun und auch mit ihnen im Gespräch zu bleiben“, erklärt die Dorfladen-Chefin. Gut, dass sie nur 100 Meter entfernt wohnt.

Regelmäßig Blumen und Dank für die Dorfladen-Chefin

Regelmäßig verpacken Kunden ihre Dankbarkeit in einen Blumenstrauß, den sie ihr bringen, und selbst Pfarrer Martin Straßer versäumt es nicht, ihr regelmäßig im Namen der Leute Dank zu sagen dafür, dass sie mit soviel Engagement den Dorfladen betreibt.

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