Chiemsee-Realschule Prien: „Dieser Schulstart ist für alle anstrengend“

Klassenleiter Daniel Krägeloh begrüßt seine fünfte. Klasse mit einer Schultüte, die die neuen Schüler an der Staatlichen Realschule traditionell im Klassenverbund bekommen.
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Klassenleiter Daniel Krägeloh begrüßt seine fünfte. Klasse mit einer Schultüte, die die neuen Schüler an der Staatlichen Realschule traditionell im Klassenverbund bekommen.
  • Heidi Geyer
    vonHeidi Geyer
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Statt lautem Kinderschreien und Fangenspielen ist es heuer ruhig am ersten Schultag an der Staatlichen Chiemsee-Realschule in Prien. So war der Neustart mit Mundschutz für Schüler, Eltern und Lehrer.

Prien – Am ersten Schultag wuselt es an einer Schule eigentlich vor lauter Schülern. Nicht so in diesem Jahr: Leere Flure und Stille im Treppenhaus. Die Staatliche Realschule erlebt stellvertretend für viele Schulen in der Region einen völlig anderen Start ins neue Schuljahr.

383 Schüler gehen auf die Realschule, zu sehen ist von ihnen allerdings nichts. Sonst versuchen Schüler meist bis zur letzten Sekunde vor Stundenbeginn noch auf dem Pausenhof oder in der Aula zu verbringen. Stattdessen sitzen sie schon weit vor Unterrichtsbeginn an ihren Pulten.

Begrenzte Flächen in der Schule

Jeder Klasse ist ein Stammraum zugewiesen, 21 Räume stehen Rektorin Kerstin Haferkorn bei der Planung zur Verfügung. Was nach viel klingt, relativiert sich schnell. „Derzeit findet der Kunstunterricht im Klassenzimmer statt, nur IT unterrichten wir im Fachraum“, sagt Haferkorn. Denn man wolle vermeiden, dass alle Schüler quer durchs Gebäude laufen und sich dabei womöglich gegenseitig infizieren.

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Ein Nachteil sei, dass die Schule nicht genug Platz habe. Über eine eigene Turnhalle verfügt sie nicht. Insofern könne man auch nicht in größere Räume ausweichen, die würden schlicht fehlen.

Nicht nur die Unterrichtsräume sind klar zugeteilt, auch die Toiletten: „Hier wäre eigentlich eine Toilette für die Jungs“, sagt Haferkorn und zeigt auf ein Schild. Dort ist markiert, welche Klassen das stille Örtchen nutzen dürfen.

Pause im Klassenzimmer

Auf ihrem Rundgang mit der Chiemgau-Zeitung begrüßt die Schulleiterin die Klasse 9a. „Schön, euch wieder zu sehen“, sagt die Rektorin. Die Schüler selbst sitzen an Einzelpulten, mit Maske und Abstand. Dennoch ist der Raum voll, 33 Schüler sind dort – in diesem Fall sogar in den Pausen. Denn selbst diese sind reglementiert, es fehle schlicht der Platz: „Die erste Pause nimmt die Kommunale Realschule, mit der wir uns den kleinen Pausenhof teilen. Die zweite nehmen wir.“

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Der Pausenhof werde geteilt, jede Klasse müsse unter sich bleiben. Immerhin können die unteren Jahrgangsstufen so an die frische Luft. Die höheren Stufen müssen hingegen in ihren Klassenzimmern bleiben und regelmäßig lüften.

Haferkorn sehnt sich wie viele nach einem Ende der Pandemie: „Es ist für alle anstrengend. Man kommt sich so vor wie ein Hamster im Rad“, sagt Haferkorn. „Und das Rad dreht sich auch noch immer schneller.“

Sport mit Mundschutz?

Ein großes Rätsel ist noch, wie der Sportunterricht stattfinden kann. „Mit Mundschutz werden wir sicherlich keinen Dauerlauf machen“, sagt Haferkorn. „Vielleicht Gleichgewichtsübungen oder Turnen?“

Ganz viele neue Eindrücke sind es für die Schüler der fünften Klasse, die von ihren Klassenlehrern und Haferkorn begrüßt werden. Einer davon ist Nico Wittmann aus Söllhuben. Er nimmt den Mundschutz gelassen: „Es geht schon.“ Auch seine Mutter ist dabei, bei beiden überwiegt die Freude, trotz der Corona-Auflagen. „Wir sind aufgeregt und gespannt, was kommt“, sagt Sabina Wittmann.

Schultüten und Mundschutz

Klassenlehrer Daniel Krägeloh begrüßt die Schüler mit einer Schultüte, eine Tradition an der Staatlichen Realschule. Oft muss er nachfragen, mit Mundschutz sind die Schüler in der Aula schwer zu verstehen.

Zwar würden sich viele Schüler bereits aus der Grundschule kennen, dennoch sei eine Art Teambuilding geplant, sagt die Direktorin. Alle fünften Klassen würden Willkommenstage in der Nähe des Simssees machen, wenn auch ohne Übernachtung. So sei zumindest der derzeitige Stand – allerdings warte man noch das Infektionsgeschehen ab, sagt Haferkorn. „Im Prinzip planen wir vieles doppelt, weil sich die Rahmenbedingungen ändern.“ Sehr dankbar sei sie den Eltern, die viel Verständnis und Unterstützung mitbringen würden.

Bloß kein Regen

Sie zieht ein positives Resümee des ersten Schultages – auch wenn dieses Jahr alles anders ist. Nun regnen dürfe es nicht: „Dann müssen wir schauen, was wir in den Pausen machen.“

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