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Umweltstiftung "Global Nature Fund" verleiht Titel

Chiemsee ist "Lebendiger See"

Mit diesem "Klassiker", dem Blick über den See auf die Kampenwand, vielen weiteren Bildern und Informationen wird in einem Faltblatt, das demnächst erscheint, darauf aufmerksam gemacht, dass das "Bayerische Meer" der "Lebendige See 2014" ist.  Foto re
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Mit diesem "Klassiker", dem Blick über den See auf die Kampenwand, vielen weiteren Bildern und Informationen wird in einem Faltblatt, das demnächst erscheint, darauf aufmerksam gemacht, dass das "Bayerische Meer" der "Lebendige See 2014" ist. Foto re

Chiemsee/Radolfzell - Anlässlich des Weltwassertages am Samstag, 22. März, ernennt die internationale Umweltstiftung "Global Nature Fund" (GNF) den Chiemsee zum "Lebendigen See des Jahres 2014".

Die Auszeichnung, die gestern bekannt gegeben wurde, erfolgt im Rahmen des 2009 gegründeten Netzwerks "Lebendige Seen Deutschland" zum vierten Mal und wurde in enger Abstimmung mit den Mitgliedern dieses Netzwerks verliehen. "Die Wahl fiel dieses Jahr auf das Bayerische Meer, um die vorbildhafte Entwicklung barrierefreier Naturerlebnisangebote hervorzuheben", teilte der GNF gestern mit.

Mit der Wahl zum "Lebendigen See des Jahres" rücken die Netzwerkpartner die ökologische Bedeutung des Chiemsees sowie die Notwendigkeit einer umfassenden Bildung für Natur und Umwelt in den Mittelpunkt.

Gemeinsam mit seinen Partnern bringt der GNF verschiedene Akteure zusammen, um die Umsetzung einer nachhaltigen Entwicklung am größten See Bayerns mit rund 80 Quadratkilometern Fläche zu unterstützen, kündigte die Stiftung an.

"Die Chiemsee-Naturführer stehen am Bayerischen Meer für innovative Naturerlebnisangebote und Bildung für nachhaltige Entwicklung. Sie klären über die Besonderheiten des ,Lebendigen Sees 2014' und des Chiemgaus auf und tragen mit Informationskampagnen, Aktionstagen und Naturführungen zum Schutz des Sees bei", heißt es in der Begründung zur Wahl.

Jürgen Pohl, Vorsitzender des Naturführervereins, in dem ein gutes Dutzend ehrenamtliche Spezialisten für das Bayerische Meer organisiert sind, freute sich natürlich über die Auszeichnung, sagte er gestern Nachmittag im Gespräch mit der Chiemgau-Zeitung. Das Konzept für die Führungen entwickelte im Jahr 2000 Georg Hermannsdorfer vom Wasserwirtschaftsamt Traunstein im Rahmen des Gewässerentwicklungsplans Chiemsee unter dem Dach der Chiemsee-Agenda.

Seit 2003 werden rund ein Dutzend thematisch unterschiedliche Führungen regelmäßig angeboten. Der Renner darunter sind die fast immer ausgebuchten Deltabootfahrten von Ostern bis Mitte Oktober von Feldwies in die Nähe des Mündungsgebiets der Tiroler Ache. Auch Bibertouren, kostenlose Vogelbeobachtungen oder Floßfahrten auf der Alz gehören zum Angebot. Laut Pohl haben bisher rund 45000 Menschen an den Führungen teilgenommen - Schulklassen und andere Gruppen bei Sonderführungen ausgenommen.

Aktuell wird am Chiemsee ein neues Angebot für Blinde und Sehbehinderte geschaffen, das in Deutschland einmalig ist. Informationen in Brailleschrift und Führungen mit "taktilen Elementen" sollen den See "sichtbar" machen.

Der Chiemsee ist wichtiges Rückzugsgebiet für viele bedrohte Wasser- und Wattvogelarten: Bis zu 30000 Wasservögel überwintern und rund 3000 brüten hier.

Deutschlands drittgrößter See bietet Lebensraum für eine artenreiche Fauna und Flora und steht unter dem Schutz der internationalen Ramsar-Konvention. Als Übereinkommen über Feuchtgebiete von internationaler Bedeutung setzt sich Ramsar - der Name geht auf die iranische Stadt Ramsar zurück, in der dieser völkerrechtliche Vertrag ausgehandelt wurde, den bis heute fast 170 Staaten unterzeichnet haben - für den Erhalt ökologisch bedeutsamer Lebens- und Naturräume ein.

Neben der besonderen Bedeutung des Sees als Naturschutzgebiet und der beispielgebenden Umweltbildungsmaßnahmen in der Region sei der Chiemsee auch eine der wichtigsten Tourismusdestinationen Deutschlands, so GNF. Als Naherholungsgebiet und eines der beliebtesten Urlaubsziele Süddeutschlands locke er jährlich rund 2,5 Millionen Gäste an. "Doch der Ausbau der für den Tourismus unerlässlichen Infrastruktur, die vorkommende Missachtung von Schutzgebietsgrenzen und Konflikte zwischen Fischereien und Naturschutzorganisationen sind wachsende Herausforderungen", so der GNF in seiner gestrigen Erklärung zur Auszeichnung.

Eine umfassende Natur- und Umweltinformation bilde die Basis für eine nachhaltige Entwicklung am Chiemsee. Im Dialog zwischen Behörden, Tourismus und Umweltverbänden gelinge es, am Bayerischen Meer zunehmend sanften Tourismus umzusetzen und aktuelle Themen, wie die Folgen des Sommerhochwassers 2013, zu erörtern. Ein wichtiger Punkt dabei sei, dass eigens installierte Gebietsbetreuer und "Umweltbildner", wie die Naturführer am Chiemsee, den Menschen die verschiedenen Aspekte des Sees und der Gewässerökologie nahebringen.

Offiziell wird die Auszeichnung am Donnerstag, 10. April, ab 15 Uhr im Hafen in Prien-Stock verliehen und eine große Schautafel enthüllt. Neben hochrangigen Vertretern des GNF hat laut Pohl auch schon Regierungspräsident Christoph Hillenbrand sein Kommen zugesagt. re/db

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