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Investition in die Abwasserentsorgung

Chiemsee-Kläranlage in Rimsting muss modernisiert werden

Die beiden Nachklärbecken des AUV in Stiedering müssen modernisiert werden Sie sind die letzte Reinigungsstufe, bevor das geklärte Wasser in den Inn geleitet wird.
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Die beiden Nachklärbecken des AUV in Stiedering müssen modernisiert werden Sie sind die letzte Reinigungsstufe, bevor das geklärte Wasser in den Inn geleitet wird.
  • Dirk Breitfuß
    VonDirk Breitfuß
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Der Abwasser- und Umweltverband (AUV) Chiemsee muss viel Geld in seine Kläranlage im Rimstinger Ortsteil Stiedering stecken. In seiner jüngsten Sitzung hat der Verbandsrat unter anderem beschlossen, für eine knappe Million Euro die beiden Nachklärbecken zu modernisieren. Dort gibt es Kapazitäts-Enpässe am Königsstuhl.

Rimsting/Chiemsee – Der Königsstuhl muss umgebaut werden. Der irreführende Name steht für eine Art Vorhang aus Edelstahl, der inmitten von Klärbecken reguliert, was dort hineinfließt. In der Kläranlage des Abwasser- und Umweltverbands (AUV) Chiemsee sind zwei Königsstühle an ihre Grenzen gekommen.

Seit über 30 Jahren werden die Abwässer aus allen zehn Gemeinden am Bayerischen Meer zentral in Stiedering in der Gemeinde Rimsting gereinigt. Seit 1989 die Ringkanalisation in Betrieb gegangen ist, ist die Einwohnerzahl ebenso gestiegen wie die touristischen Bettenkapazitäten. Das Leistungsvermögen der Kläranlage muss immer mehr ausgereizt werden. In der Urlaubs-Hochsaison im Sommer fließen nach AUV-Angaben die Hinterlassenschaften von 70 000 Menschen in Stiedering zusammen. Das bringt aktuell insbesondere die sogenannten Nachklärbecken an ihre Belastungsgrenze.

Bis zu 500 Liter in der Sekunde

In der jüngsten Verbandsversammlung haben AUV-Geschäftsführer Quirin Schwaiger, technischer Leiter Christian Freund und Planer Anton Schmuck den Kommunalpolitikern die Alternativen aufgezeigt, die Nachklärung zukunftssicher zu machen.

Die gestiegene Auslastung führt dazu, dass zu Spitzenzeiten bis zu 500 Liter pro Sekunde in die Becken strömen und diese Menge zu viele Sedimente aufwirbelt. Die sollen sich bei der Nachklärung aber eigentlich von Wasser absetzen.

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Der Bau eines dritten Nachklärbeckens würde fünf Millionen Euro verschlingen, erläuterte Schmuck, geschäftsführender Gesellschafter des Priener Ingenieurbüros Dippold & Gerold. Die Versetzung der Ablaufrinnen nach außen, um die Kapazitäten der Becken zu erweitern, nannte Schmuck zum jetzigen Zeitpunkt finanziell „unzumutbar“, weil die Edelstahlpreise jüngst „durch die Decke geschossen“ seien.

Er empfahl den Umbau der Königsstühle. Warum die Herzstücke der Nachklärbecken, die den Zulauf hydraulisch regeln, diesen Namen tragen, weiß auch Schmuck nicht. Dafür wusste er von einer Exkursion mit AUV-Verantwortlichen zu berichten, bei der Königsstühle der neuesten Generation besichtigt worden seien. Dank Nachverhandlungen von AUV-Vorsitzendem Andreas Fenzl, dem Rimstinger Bürgermeister, habe der Preis für den Umbau der beiden Königsstühle noch einmal um 50 000 Euro unter die Millionen-Grenze gesenkt werden können, informierte Schmuck.

Mit der Maßnahme sollen die Verwirbelungen in den Becken so weit reduziert werden, dass bei möglichen Kontrollen die Richtwerte eingehalten werden, erläuterte der Ingenieur. Würde sich zu viel Schlamm ins geklärte Wasser mischen, könnte das im schlimmsten Fall die Betriebsgenehmigung der Anlage gefährden. Sie ist in einem wasserrechtlichen Bescheid festgeschrieben.

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Für 977 000 Euro sollen die Königsstühle nun von der Herstellerfirma umgebaut werden. Die Arbeiten sollen bis zu den Pfingstferien 2022 abgeschlossen werden. Die Verbandsräte stimmten dieser Lösung einmütig zu.

Ebenso einstimmig verabschiedeten sie den AUV-Haushalt 2022, den die Bürgermeister bereits nichtöffentlich vorberaten hatten. Der Verwaltungshaushalt summiert sich auf gut 4,3, der Vermögensteil auf etwa 3,9 Millionen Euro. Neben dem Umbau der Nachklärbecken will der AUV vor allem in die Modernisierung der Elektroanlagen und in die Sanierung der Hauptpumpwerke in Grabenstätt, Übersee und Chieming zusammen rund 1,2 Millionen Euro investierten. Insgesamt gehören 31 Pumpwerke zur Ringkanalisation.

Der AUV ist nach eigenen Angaben derzeit schuldenfrei.

Den Betrieb und Investitionen in die gemeinsame Ringkanalisation samt Kläranlage finanzieren die zehn Chiemsee-Gemeinden durch Umlagen an ihre Dachorganisation, den Abwasser- und Umweltverband (AUV). Diese Umlagen wiederum sind ein Parameter für die Berechnung der Abwassergebühren in den Kommunen. Insofern war es eine wichtige Botschaft von AUV-Vorsitzendem Andreas Fenzl und AUV-Geschäftsführer Quirin Schwaiger bei der Verabschiedung des Haushalts in der jüngsten Sitzung, dass die Umlagen stabil bleiben. Ihre Höhe richtet sich vor allem nach den Einwohnerzahlen der Gemeinden.

n die AUV-Kläranlage in Stiedering fließen nach Verbandsangaben fünf Millionen Kubikmeter Abwasser im Jahr. In Spitzenzeiten, zum Beispiel nach Starkregen, müssen die beiden Nachklärbecken als letzte Reinigungsstufe laut Betriebsleiter Christian Freund bis zu 500 Liter pro Sekunde aufnehmen. Die beiden Becken haben einen Durchmesser von jeweils 38 Metern und fassen derzeit 7600 Kubikmeter. Die Kläranlage kann Abwässer von bis zu 85 000 Menschen bewältigen. Zur Zeit liegt der Auslastungsgrad laut AUV im Sommer, wenn die Urlauberbetten ausgebucht sind, bei 70 000.

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