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Sind mehr Mülleimer die Lösung?

Die Chiemsee-Gemeinden werden während der Corona-Pandemie von Ausflüglern zugemüllt

Fünf Kubikmeter Müll, also 5.000 Kilogramm, passen in diesen Container auf dem Gstadter Bauhof. Normalerweise ist er um diese Zeit im Frühjahr erst halb voll.
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Fünf Kubikmeter Müll, also 5.000 Kilogramm, passen in diesen Container auf dem Gstadter Bauhof. Normalerweise ist er um diese Zeit im Frühjahr erst halb voll.
  • Elisabeth Sennhenn
    VonElisabeth Sennhenn
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In Gstadt ärgert man sich über Abfall in rauen Mengen, den Ausflügler bei schönem Wetter hinterlassen. Auch in Breitbrunn fällt viel Müll an, doch hier geht man mit mehr Mülleimern gegen die Sache an. In der Nachbargemeinde ist man eher überzeugt: Die Besucher sollten ihren Abfall wieder mit nach Hause nehmen.

Gstadt / Breitbrunn – Das Müll-Problem der beliebten Ausflugsziele am Chiemsee ist noch lange nicht erledigt, wenn Bauhof-Mitarbeiter die überquellenden Abfallbehälter wieder geleert haben. In Gstadt zum Beispiel, eine Gemeinde, die vom vielen Müll besonders geplagt ist, kommt der Unrat erst einmal in einen fünf Kubikmeter fassenden Container. Am Mittwoch ist dieser zur Erleichterung von Bauhofleiter Josef Frank geleert worden. „Er war schon randvoll“, erzählt Frank, „das ist ungewöhnlich für diese Zeit im Jahr. Normalerweise ist der Container vor der Hauptsaison nur halb so voll.“

Überstunden und zusätzliche Kosten

Das bedeutet, er muss nun zwei Mal im Monat durch einen Dienstleister geleert werden, so oft, wie normalerweise im Sommer, erklärt die Verwaltung. Eine Leerung kostet die Gemeinde jedes Mal rund 180 Euro.

Frank seufzt: Gerade im Uferbereich, besonders an der Promenade, falle bei schönem Wetter besonders viel Müll an. „Das geht schon seit vielen Wochen so. Wir leeren zwei Mal pro Woche alle Behälter, könnten momentan aber mindestens noch einmal losfahren. Wurde am Freitag geleert, könnten wir am Sonntag schon wieder ausrücken.“ Was je nach Wetter auch getan werde: „Da kommen Überstunden und damit weitere Kosten auf die Gemeinde zu.“ Durch den Lockdown seien momentan einfach mehr Menschen unterwegs. Der übliche Müll plus derjenige von To-Go-Mahlzeiten und Getränken potenziere sich dadurch. Eine feine Sache wäre es, findet Frank, wenn To-Go-Anbieter selbst Mülleimer aufstellen würden, was nicht immer der Fall sei. Die zweite Lösung: „Die Leute müssten ihren Müll mit nach Hause nehmen.“

„Sperrt die Gastro endlich wieder auf!“

Dass dies manchmal nach hinten losgehen kann, zeige aber auch der Hausmüll, den die Bauhofmitarbeiter immer wieder in der Öffentlichkeit entsorgt vorfinden. Er könne aber auch von Campern oder Seglern stammen.

Auch die OVB-Leser treibt das Thema Müll um, zum Beispiel auf der Facebook-Seite der Heimatzeitungen: „Das Angebot an Mülleimern in Gstadt könnte durchaus etwas größer sein“, findet ein Facebook-Nutzer. Josef Frank vom Bauhof meint dazu aber: „Mehr Mülleimer verschlimmern das Problem nur, sie regen zu mehr Müll an.“

Ein anderer Nutzer appelliert: „Sperrt die Gastro endlich wieder auf, dann ist das Müllproblem gelöst!“ Wieder andere Kommentare lauten, dass die Nutzer ihren Müll mitnehmen. „Meist hab ich sogar selbst einen Müllbeutel dabei“, schreibt eine junge Frau.

Mehr Müll als üblich, auch in Breitbrunn

In der Nachbargemeinde Breitbrunn hat man dagegen getan, was auch auf Facebook gefordert wird, nämlich die Zahl der Mülleimer erhöht, wie Hermann Ganterer vom Bauhof erzählt. Er sieht das Ganze relativ gelassen: „Das ist halt so in diesen Zeiten. Unsere besonders beliebten Badestrände fahren wir bei schönem Wetter ohnehin täglich ab.“ Einmal pro Woche komme so eine ganze Tonne Abfall zusammen. Mehr als üblich um diese Jahreszeit, gibt er zu.

„Man muss sich die Leute auch ein bisserl erziehen“, findet Andreas Stockmeier. Seit 30 Jahren ist er Gastronom, betreibt in Gollenshausen das Seehäusl und bietet Essen und Getränke zum Mitnehmen an. Er hat bewusst gleich mehrere große Abfallbehälter aufgestellt, um dem Müll-Problem, wie es sich in Gstadt zeigt, zuvorzukommen.

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Wo der Wirt selbst Müll einsammelt

Auch, wenn sich seine Kunden fair verhalten würden, viele Menschen müsse man als Wirt extra auf die Mülleimer hinweisen. Ihnen immer wieder sagen, wo sie den Abfall lassen können. Stockmeier beugt aber auch auf eine weitere Art vor: Seine Speisen gibt es im kompostierbaren Behälter, den Kaffee im Mehrwegbecher. Alles in allem, sagt er, eine saubere Sache rund um das Seehäusl.

„Nur manchmal, da flacken dann doch wieder die Becher irgendwo herum.“ Dann heißt es für den Wirt: Selber jeden Abend das Gelände ablaufen und alles einsammeln, was nicht auf dem Boden liegen soll.

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