AUS DEM GEMEINDERAT

Chieming: Erste Schritte in Richtung mehr Kiesabbau in Kleeham

Der Änderungsentwurf des Flächennutzungsplans enthält eine Erweiterung als „Sondergebiet Kies“ für eine Firma in Kleeham.
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Der Änderungsentwurf des Flächennutzungsplans enthält eine Erweiterung als „Sondergebiet Kies“ für eine Firma in Kleeham.

Trotz Sorgen einiger Anwohner war sich der Chieminger Gemeinderat einig. Im Kleeham soll der Flächennutzungsplan für Kiesabbau geändert werden. Warum die Römer dem Plan noch einen Strich durch die Rechnung machen könnten.

Chieming – Einstimmig erließ der Gemeinderat Chieming in seiner jüngsten Sitzung den Billigungs- und Auslegungsbeschluss für die Pläne zur Änderung des Flächennutzungsplans im Bereich südlich des Ortsteils Eglsee im Bereich des Kieswerks.

Bereits im März 2020 hatte der Gemeinderat in öffentlicher Sitzung beschlossen, den Flächennutzungsplan für den Bereich des bestehenden Betriebsgeländes Kleeham 9 samt einer Erweiterung als Sondergebiet „Kies“ zu ändern.

Behörden sehen keine Lärmprobleme

Obwohl Anwohner eine zunehmende Lärmbeeinträchtigung befürchteten, sah die Höhere Landesplanungsbehörde der Regierung von Oberbayern den Erfordernissen der Raumordnung nichts entgegenstehen.

Aus Sicht der Unteren Immissionsschutzbehörde im Landratsamt Traunstein wäre eine Emissionskontingentierung für das gesamte Kieswerk zielführend.

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Für den Gemeinderat bestehen auf der Ebene des Flächennutzungsplanes keine grundsätzlichen schalltechnischen Konflikte, das Schallschutzgutachten sei erst zum Bebauungsplan zu erstellen. Die geänderte Planung könne mit den Erfordernissen der Siedlungsstruktur in Einklang gebracht werden.

Einig war sich der Gemeinderat in der Diskussion auch, dass eine Änderung den Zielen des Landesentwicklungsprogramms und des Regionalplans Südostoberbayern nicht widerspreche. In unmittelbarer Nähe zum Planungsgebiet befindet sich als Bodendenkmal die Straße der römischen Kaiserzeit.

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Daher werden im südlichen Bereich des Planungsgebiets weitere Bodendenkmäler, vor allem Siedlungsspuren römischer Zeitstellung, vermutet. Daher wird hier eine denkmalrechtliche Erlaubnis benötigt, so die Stellungnahme des Bayerischen Landesamtes für Denkmalpflege.

Der Gemeinderat nahm ferner Stellungnahmen der Regierung von Oberbayern, des Amtes für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Traunstein, des Wasserwirtschaftsamtes Traunstein, der Handwerkskammer für München und Oberbayern, der Brandschutzbehörde der Regierung von Oberbayern, und des Bund Naturschutz in Bayern (Kreisgruppe Traunstein) zur Kenntnis.

Der vom Gemeinderat gebilligte Planentwurf liegt nun bis zum 9. April 2021 öffentlich aus.

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