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Burg, Fischerhaus oder lieber ein Messnerhof?

Der neue Tegernsee? Diese Luxusimmobilien sind im Chiemgau auf dem Markt

Schon länger steht die Burg Marquartstein zum Verkauf. Nun auch für einen deutlich günstigeren Preis.
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Schon länger steht die Burg Marquartstein zum Verkauf. Nun auch für einen deutlich günstigeren Preis.
  • Heidi Geyer
    VonHeidi Geyer
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Darf es die Burg Marquartstein sein oder doch lieber ein „Landjuwel“ in Reit im Winkl mit Speiseaufzug? Wer so was kauft und warum es nicht die russischen Oligarchen sind - wir haben nachgefragt.

Reit im Winkl/Bergen/Marquartstein – Sylt, Kitzbühel und jetzt auch Bergen und Reit im Winkl. Die britische Firma Sotheby‘s kennt man eigentlich von spektakulären Auktionen hochpreisiger Kunst. Doch Sotheby‘s hat auch eine Immobiliensparte. Unter den knapp 50 europaweiten Anzeigen verbergen sich auch zwei Angebote aus dem Chiemgau.

Für 4,8 Millionen Euro ist ein historischer Messerhof von 1560 in Bergen zu haben, heißt es auf der Internetseite der Maklerfirma. Für Annehmlichkeiten wie Fußbodenheizung sei aber gesorgt, ebenso verfügt das Haus über eine Fotovoltaikanlage zur Warmwasserbereitung. Und neben all dem historischen Charme sorgen auch ein Teriyaki-Grill, eine freistehende Badewanne und eine Sauna aus Altholz für Komfort.

Speiseaufzug und Hebeplattform

Im idyllischen Reit im Winkl ist bei Sotheby‘s ein „Landjuwel“ mit 18.000 Quadratmeter Grund zu haben. Zwar dürfte die Einrichtung im Louis-Seize-Stil und Marmorböden auf manch einen etwas angestaubt wirken. Doch der Seerosenteich und der Speiseaufzug könnten darüber hinwegtrösten. Hinzu kommt eine Garage mit Hebeplattformen, sodass bequem ein Fuhrpark von vier Autos untergebracht werden kann. 5,5 Millionen Euro sind auf der Internet-Plattform Immoscout als Preis angeben.

Es ist kein Geheimnis, dass Immobilien im Chiemgau gefragt sind. Michael Reiss ist Managing Director von Sotheby‘s Immobilien in München. „Die Attraktivität des Chiemgaus nimmt zu“, sagt er. Andere Täler wie der Tegernsee seien bereits sehr gefragt, und gerade während der Pandemie habe die Nachfrage nach Privatsphäre und Raum zugenommen. Genau das kann der Chiemgau bieten: „Hier ist es noch nicht so eng.“ Doch vor der Invasion der in die Rede gekommenen russischen Oligarchen im Chiemgau muss sich keiner fürchten. „Schon vor zwei Jahren haben wir einen Rückgang bei den russischen Käufern gespürt, nicht erst seit der Krise.“ Es seien eher Familien aus Bayern oder aus anderen Bundesländern, die bei Reiss und seinen Kollegen suchen. „Darunter auch viele Heimkehrer aus dem Ausland, die sich auf ihre Wurzeln besinnen.“

Helene Fischer und Mario Gomez

Sein Kollege Oliver Herbst ist ebenfalls Makler für Luxusimmobilien. Er soll Schlagerstar Helene Fischer und Fußballprofi Mario Gomez zu seinen Kunden zählen. In seinem Portfolio sind im Chiemgau gleich zwei Immobilien zu finden, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Seit 2021 bietet Herbst dort ein Fischerhaus auf der Fraueninsel an. Für drei Millionen Euro ging das Häuschen aus dem Jahr 1900 auf den Markt – obwohl es nicht in erster, sondern nur dritter Reihe vom Ufer weg liegt und man nur vom Dachgeschoss den Blick aufs Wasser hat. Wobei im Preis auch eine eigene Mole und ein Grundstück am Seeufer mit Terrasse dabei sind.

Die zweite Immobilie, die bei Herbsts Firma Immovision angeboten wird, ist die Burg Marquartstein. Und das auch schon länger. 2015 offerierte Sotheby‘s das Objekt erstmals, doch ohne Erfolg. Dann kam Oliver Herbst ins Spiel. Eine große deutsche Boulevard-Zeitung berichtete kürzlich, dass die Burg 15 Millionen Euro kosten sollte, doch es kam bislang zu keinem Verkauf. Herbst zufolge soll es zwei ernsthafte Interessenten gegeben haben.

Arabischer Adel und russischer Oligarch

„Erst war es ein Mitglied aus einem arabischen Königshaus. Der Vertragsabschluss kam leider wegen Corona ins Stocken. Danach gab es einen russischen Oligarchen. Der darf aber aktuell nichts mehr kaufen“, so Herbst. Vor wenigen Wochen ging der Preis der Burg angeblich runter. Und zwar deutlich: Statt 15 Millionen Euro soll sie nun für nur noch acht Millionen Euro zuzüglich Inventar einen Käufer finden. Für Besitzer Konrad Bernheimer war und ist die Burg Marquartstein ein Liebhaberobjekt, wie er in seinem Buch „Narwahlzahn und Alte Meister“ beschreibt. Bernheimer, der aus einer jüdischen Kunsthändler-Dynastie stammt, ging auf dem Staatlichen Landschulheim Marquartstein zur Schule, bevor er selbst in den Kunsthandel einstieg. Da keine seiner Töchter die Burg übernehmen möchte, nun also der Verkauf.

Sind die vier genannten Objekte also nur Ausreißer auf dem Markt oder zeigen sie einen neuen Trend im Chiemgau? Wohl eher Letzteres. Für 3,6 Millionen Euro wird in Traunstein eine alte Villa samt eigener Sternwarte angeboten. Ebenfalls in Bergen ist für 3,45 Millionen Euro ein Einfamilienhaus mit über 5000 Quadratmeter Grundstück im Angebot.