Bürgermeister Andreas Dögerl kündigt Einlenken der Gemeinde Marquartstein an - Noch keine Lösung für Landschulheim

Buswendeschleife an der Realschule kommt in Sicht

Traunstein/Marquartstein - Täglich nutzen Hunderte von jungen Menschen Schulbusse, um die weiterführenden Schulen in Marquartstein, das Landschulheim und die Realschule Achental, zu besuchen. Marquartstein durchschneiden aber die Kreisstraße TS 34 und die Bundesstraße 305 - Entsprechende Gefahren lauern auf den Schulwegen. Seit Jahren mühen sich alle Beteiligten, die Situation zu verbessern. Gestern beriet der Kreisausschuss mit Landrat Hermann Steinmaßl über Lösungen. Überraschend kündigte Marquartsteins Bürgermeister Andreas Dögerl an, seine Kommune werde einlenken.

Der Gemeinderat hatte beschlossen, eine Lösung für eine Buswendeschleife an der Realschule finanziell nur dann zu unterstützen, wenn gleichzeitig eine Lösung für das Gymnasium realisiert wird. Letzteres ist aber nach derzeitigem Stand nicht machbar. Nach der Ankündigung von Dögerl, dass Marquartstein einlenken werde, kommt nun eine Buswendeschleife an der Realschule in Sicht. In diesem Fall fahren die Schulbusse dann regelmäßig zur Realschule - und die Schüler müssen nicht mehr weit laufen und sind keinen Gefahren ausgesetzt.

Der Landrat sagte, dass der Landkreis seit 2007 vergeblich versuche, in enger Abstimmung mit den Gemeinden Marquartstein und Unterwössen sowie zahlreichen Fachstellen, Polizei und dem Busunternehmen RVO die Situation zu verbessern. Ein Geh- und Radweg an der TS34 zwischen Agg und der B305 sei an Grundstücksproblemen gescheitert.

Herfried Stumpf vom Sachgebiet Tiefbau im Landratsamt erläuterte die verschiedenen in den letzten drei Jahren untersuchten Varianten - elf für Wendeschleifen am Landschulheim, zwei für die Realschule und eine ganze Reihe bauliche Veränderungen an der TS34. Eine sofort realisierbare Lösung für die Realschule mit Wendeschleife nahe dem Sportplatzgelände verhindere der gültige Gemeinderatsbeschluss.

"Das Thema bewegt uns seit zehn Jahren", entgegnete Bürgermeister Andreas Dögerl. Der Gemeinde als Sachaufwandsträger lediglich der Volksschule sei an einer Gesamtlösung für alle Schulen gelegen. Brenzlig sei die Situation an der B305: "Ein Kreisel wurde abgelehnt, wäre doch dann nach Meinung der Fachleute die Leichtigkeit des Verkehrs gefährdet." Nicht zustande gekommen sei, sowohl das Gymnasium als auch die Realschule mit RVO-Bussen anfahren zu lassen. Zur Sicherheit der Schüler habe die Kommune dann die Brücke in Alt-Marquartstein gesperrt.

Dazu bezog Unterwössens Bürgermeister Hans Haslreiter Stellung. Die Brückensperrung habe die Probleme auf Unterwössener Gemeindegebiet verlagert. Wegen des Busbegegnungsverkehrs sei ein Geh- und Radweg unabdingbar. Bei den Grundstücksverhandlungen für eine Landschulheim-Lösung habe man "gute Preise" und Tauschflächen geboten. Das Gemeindeoberhaupt wörtlich: "Wir haben alles versucht. Die Verhandlungen sind nicht am Preis gescheitert."

Karl Kaditzky, CSU-Kreistagsfraktionschef, übte Kritik an Marquartstein: "Ich verstehe Beschlüsse nicht, dass man einen Zuschuss für die Lösung an der Realschule verknüpft mit gleichzeitiger Lösung am Gymnasium. Der Spatz in der Hand ist mir lieber als die Taube auf dem Dach. Die Gemeinde sollte sich durchringen, die Wendeschleife an der Realschule zu bezuschussen."

Die Schulwegsicherheit für die Gymnasiasten hat sich nach gestrigen Worten von Schulleiter Erwin Appenzeller im Kreisausschuss durch die Brückensperrung "deutlich entspannt". Auch er würde eine Wendeschleife für die Realschüler begrüßen. Die Schüler des Landschulheims hätten den logistischen Vorteil, dass sie gefahrlos von links in die Busse ein- und aussteigen könnten. Für seine eigene Schule wäre eine Bushaltestelle an der B305 die ideale Lösung.

Steinmaßl legte zusammenfassend zu Grunde, der Gemeinderat Marquartstein werde seinen Beschluss revidieren. Anschließend werde der Landkreis in zwei Stufen vorgehen und zunächst den Beschluss für die Wendemöglichkeit an der Realschule fassen. Dann werde man versuchen, etwas an der B305 umzusetzen. Die Mitglieder des Kreisausschusses segneten dieses Vorgehen einhellig ab.

kd/Chiemgau-Zeitung

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