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Bundestagswahl 2021 – Wahlkreis Traunstein (225)

Die Direktkandidaten im großen OVB-Check: Leon Buchwald (DIE LINKE)

Bundestagswahl 2021: Leon Buchwald tritt für „Die Linke“ als Direktkandidat im Wahlkreis Traunstein an.
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Bundestagswahl 2021: Leon Buchwald tritt für „Die Linke“ als Direktkandidat im Wahlkreis Traunstein an.
  • Martin Vodermair
    VonMartin Vodermair
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Am 26. September ist Bundestagswahl. Im Wahlkreis Traunstein, zu dem auch das Berchtesgadener Land zählt, treten 13 Kandidaten für das Direktmandat an. Hier stellen sie sich den Menschen in der Region vor, nehmen zu aktuellen politischen Themen Stellung und beantworten persönliche Fragen. An dieser Stelle: Leon Buchwald (DIE LINKE).

Hinweis in eigener Sache: Unsere Redaktion hat allen Kandidaten die gleichen Fragen gesendet. Wir haben es den Kandidaten überlassen, auf welche Fragen sie wie ausführlich antworten. Wir veröffentlichen die Antworten ungekürzt. Sprache und Inhalt liegen ausschließlich in Verantwortung der Kandidaten. Die Redaktion macht sich keine der Aussagen zu eigen.

Steckbrief Leon Buchwald

  • Partei: Die Linke
  • Alter: 25 Jahre
  • Wohnort: Traunstein
  • Beruf: Student, Texter
  • Familie: ledig
  • Hobbys:  In meiner Freizeit erlebe ich gerne die schöne Natur unserer Region, lese und koche.

Zum Bundestagswahl-Spezial und allen weiteren Kandidaten:

> auf chiemgau24.de

> auf BGLand24.de

> auf ovb-online.de

Buchwald: Die Kernaussage meiner Politik ist, dass ein gerechteres, solidarisches Deutschland möglich ist. Ich kandidiere als Student (derzeit schreibe ich meine Bachelorarbeit und bin nebenher als Texter tätig), um eine lebenswerte Zukunft für alle mitzugestalten.

Thema Corona

Unsere Fragen an Leon Buchwald

  • Mit welchen Szenarien und Folgen rechnen Sie Ende 2021 und 2022? Wie sieht Ihre Corona-Strategie aus?
  • Wie hat Corona Ihr Denken und Handeln verändert? Warum spaltet Corona die Gesellschaft?

Profiteure in die Pflicht nehmen

Ich denke, dass wir mit Corona noch einige Zeit lang konfrontiert sein werden. Eine erneute Welle ist ebenfalls nicht unwahrscheinlich – auch aufgrund der Vielzahl an Leuten, die sich nicht impfen lassen wollen. Wegen der Pandemie und der damit verbundenen Lockdowns werden wir in vielen Bereichen einiges an Geld investieren müssen. Dabei ist jedoch wichtig, dass nicht die Arbeiterinnen und Arbeiter diese Last tragen. Stattdessen brauchen wir einen Lastenausgleich, der die Profiteure dieser Krise in die Pflicht nimmt.

Corona hat für mir noch einmal deutlich gemacht, dass die Privatisierungspolitik der letzten Jahrzehnte (gerade auch im Gesundheitswesen) ein Irrweg war. Aber die Pandemie hat auch gezeigt, dass die großen Probleme unserer Zeit nur gemeinsam, nur solidarisch gelöst werden können – und dass dies möglich ist.

Corona spaltet die Gesellschaft meines Erachtens in mehrerlei Hinsicht. Zum einen in Profiteure (Großkonzerne) und Verlierer (Selbstständige) – zum anderen in Leute, die zu viel und Leute, die zu wenig Arbeit zum Leben haben – aber natürlich auch in egoistisch und in solidarisch handelnde Personen.

Thema Klimawandel

Unsere Fragen an Leon Buchwald

  • Der Klimawandel bedroht Mensch und Natur. Was ist zu tun? In der Welt, in Brüssel, in Berlin und München?
  • Aber auch in der Region, vor der Haustür oder im eigenen Haushalt?

EEG-Umlage und 10H-Regel abschaffen

Der Klimawandel stellt die ganze Welt vor eine große Herausforderung. Wie auch bei der Pandemie können wir bei diesem Thema nur zusammen erfolgreich sein. Die kommende Bundesregierung muss den Kohleausstieg schnellstmöglich vorantreiben, die erneuerbaren Energien fördern und ihren Worten dann auch Taten folgen lassen. Dafür müssen zum Beispiel die EEG-Umlage und die 10H-Regel abgeschafft werden. Aber auch der ÖPNV muss attraktiver und flächendeckend verfügbar werden, sodass der Umstieg vom Individualverkehr gelingen kann.

Thema Tourismus

Unsere Fragen an Leon Buchwald

  • Corona hat die Tourismusbranche und Gastronomie schwer getroffen. Was muss die Politik tun, damit diese Bereiche weiter im internationalen Wettbewerb bestehen können?

Sinnvolle Regeln für Wirte

Durch die Corona-Pandemie hat sowohl die Tourismusbranche als auch die Gastronomie schwere Verluste eingefahren. Um dieser Entwicklung entgegenzuwirken, muss die Bundesregierung in eben diese Branche investieren und zudem verbindliche, sinnvolle Regelungen zum Betrieb während erhöhter Inzidenzwerte festlegen. Bevor ein Urlaub auf Mallorca ermöglicht wird, sollte die heimische Gastronomie und Tourismusbranche (unter Einhaltung der gebotenen Hygiene) geöffnet und dadurch wieder gestärkt werden.

Thema Demokratie und Stabilität

Unsere Fragen an Leon Buchwald

  • Sind die Menschen wirklich demokratiemüde und empfänglich für neuen Extremismus und Populismus?
  • Wie steht es um Stabilität, Toleranz und Konsensfähigkeit im Land?

Fakten akzeptieren lernen

Ich denke, dass der Großteil der Menschen nicht wirklich demokratiemüde ist. Sie sind der ewig gleichen Politik überdrüssig, die vieles verspricht, ohne tatsächlich zu handeln. Dieser Umstand macht empfänglich für die vermeintlich einfachen Antworten von Extremist*Innen und Populist*Innen.

Um die Stabilität in unserem Land zu gewährleisten muss in der Zivilgesellschaft das Ehrenamt gestärkt werden. Nur weil andere lauter sind, ist es noch nicht die Mehrheit. Deutschland ist ein tolerantes Land – im Umgang mit Rechtsextremismus oder Antisemitismus oftmals zu tolerant.

„Um tolerant zu sein, muss man die Grenzen dessen, was nicht tolerierbar ist, festlegen“, sagte Umberto Eco. Für eine Diskussionsgrundlage müssen wir zurück an einen Punkt kommen, an dem Fakten nicht länger als Meinungen abgetan, sondern als solche akzeptiert werden. Erst dann ist eine Diskussion sinnvoll und ein wirklicher Konsens möglich.

Thema Wohnraum und Mieten

Unsere Frage an Leon Buchwald

  • Zur Lebensqualität gehört Wohnen. Speziell im Raum Rosenheim wird Wohnraum immer knapper, das Wohnen immer teurer. Wie kann man diese Entwicklung stoppen?

Wohnrecht muss ins Grundgesetz

Das Recht auf ein menschenwürdiges Wohnen gehört unbedingt im Grundgesetz verankert. Um die Kostenexplosion auf dem Wohnungsmarkt zu bremsen, brauchen wir einen bundesweiten Mietenstopp und verbindliche Obergrenzen für Mieten. Dafür brauchen wir auch eine Deckelung des Bodenpreises, denn nur so sind bezahlbare Wohnungen möglich. Zudem brauchen wir einen Sektor auf dem Wohnungsmarkt, der nicht profitorientiert ist, wofür eine neue Wohnungsgemeinnützigkeit eingeführt werden muss.

Aber auch der Sozialwohnungsbau wurde in den vergangenen Jahren zunehmend vernachlässigt. Der Staat muss diese Wohnungen aufkaufen und neue, wirklich bezahlbare Wohnungen bauen. Öffentlich geförderte Wohnungen müssen dabei dauerhaft sozialgebunden bleiben.

Thema Familie

Unsere Fragen an Leon Buchwald

  • Die Gesellschaft wird immer älter – auch im Zuzugsraum Rosenheim. Was kann die Politik leisten, damit wieder mehr junge Menschen eine Familie gründen?
  • Wie wollen Sie zum Beispiel eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie erreichen?

Weniger und mehr daheim arbeiten

Um eine Familie zu gründen, bedarf es Sicherheit. Diese Sicherheit muss sowohl im Berufsleben als auch auf dem Wohnungsmarkt gewährleistet sein. Für eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf braucht es flexible Lösungen. Die Wochenarbeitszeit muss verkürzt werden und in den Bereichen, in denen es möglich und sinnvoll ist, braucht es ein Recht auf Homeoffice. Außerdem fordern wir als Die Linke jeweils zwölf Monate bezahlte Elternzeit – pro Elternteil.

Thema Rente 

Unsere Fragen an Leon Buchwald

  • Die Alterspyramide in Deutschland bedroht die Stabilität und die Höhe der Rente. An welchen Stellschrauben muss die Politik drehen, damit zunehmende Altersarmut und eine Überlastung der Beitragszahler vermieden werden?
  • Wie kann der Staat für Generationengerechtigkeit sorgen?

Manager und Beamte zur Kasse bitten

Das Renteneintrittsalter zu erhöhen, wie es einige vorschlagen, wäre definitiv der falsche Weg, da dies faktisch einer Rentenkürzung gleichkommt. Wir müssen zurück zu einem Rentenniveau von 53 Prozent und eine lebenswerte Mindestrente für alle sichern. Deutschland braucht eine solidarische Rentenkasse, in die alle einzahlen – auch Beamte, Manager und Abgeordnete. Dass dies machbar ist, zeigt das Beispiel Österreich. Dort zahlen alle Berufsgruppen in eine Kasse ein, wodurch die durchschnittliche Rente um 800 Euro höher ist wie die deutsche.

Welches Thema liegt Leon Buchwald besonders am Herzen?

Von Corona über Klimawandel bis zum Schutz der Demokratie: In unserem Kandidatencheck haben wir die zwölf Bewerber für den Bundestag im Wahlkreis Rosenheim mit vielen Fragen konfrontiert. Das letzte Wort haben die Kandidaten selbst – mit einem Thema ihrer Wahl, das ihnen besonders am Herzen liegt.

Kultur als Staatsziel ins Grundgesetz

Besonders schwer von den Auswirkungen der Corona-Pandemie getroffen ist die Kulturlandschaft.

Kunst und Kultur sind demokratierelevant. Deshalb brauchen wir eine krisenfeste und vielfältige Kultur als Staatsziel im Grundgesetz verankert.

Nachdem während der Pandemie viele Strukturen zusammengebrochen sind, müssen nun durch Kulturförderung wieder neue Rahmenbedingungen geschaffen werden. Dies sollte an soziale Standards geknüpft werden, um die Kulturschaffenden sozial abzusichern. Bislang werden selbst an vielen Staatstheatern nur geringe Gagen gezahlt. Natürlich soll auch der Zugang zu Kunst- und Kulturangeboten für finanziell schlechter gestellte Menschen erleichtert werden, damit diese ohne Einschränkungen am öffentlichen Leben teilnehmen können.

Kurz-Interview mit Leon Buchwald

Ein Motto, ein Satz oder ein Zitat, das sich Ihnen besonders eingeprägt hat?

Buchwald: Mein verstorbener Großvater hat einmal zu mir gesagt: „Alles kann ich dir verzeihen – außer du gehst zu den Braunen!“ Auch deshalb bin ich bei der Partei Die Linke gelandet.

Sie steigen in eine Zeitmaschine. Welches Ereignis der Geschichte würden Sie gerne miterleben und warum?

Buchwald: Ich würde gerne die bayerische Novemberrevolution 1918 miterleben, weil es eine gänzlich unblutige Revolution aus dem Volk heraus war. Vielleicht könnte mit diesem Wissen Eisners Traum vom neuen Menschenglück doch noch Realität werden.

Ihr Lieblingsplatz in der Region? Warum?

Buchwald: Mein Lieblingsplatz in der Region ist in Sparz. Bereits als kleines Kind war ich häufig dort – sei es zum Schlittenfahren oder zum Spielen. Ein kleiner Spaziergang zum Sparzer Kircherl mit einem Picknick auf der Bank – das ist Balsam für die Seele.

In welchem Film hätten Sie gerne in welcher Rolle mitgespielt?

Buchwald: Ich hätte gerne die Rolle von Charlie Chaplin in „Modern Times“ gespielt, weil dieser Film anhand skurriler Bilder die Probleme der modernen Arbeitswelt aufzeigt.

Wie bekommen Sie Politik und/oder Beruf/Familie unter einen Hut?

Buchwald: Die Politik mit allem anderen unter einen Hut zu bekommen, ist schwierig. Neben der Politik, dem Beruf und der Familie bleibt oft wenig Zeit für einen selbst. Ohne die Unterstützung meiner Familie, aber auch meiner lieben Genoss*Innen wäre das so gar nicht möglich.

Ihr politisches Vorbild? Warum?

Buchwald: Gregor Gysi ist mein politisches Vorbild. Er ist sehr sympathisch und mit seiner Art, Politik zu machen, vereint er angebrachte Kritik oft mit einem leicht schelmischen Augenzwinkern.

Stellen Sie sich vor, Sie könnten drei Dinge beschließen – und alle Staaten dieser Welt müssten sich daran halten. Was würden Sie tun?

Buchwald: Ein Verbot von Waffen – für eine friedliche und sichere Welt; die Einführung einer Gesellschaftsordnung, die wieder den Menschen im Fokus hat und nicht länger die Wirtschaft; eine konstruktive internationale Zusammenarbeit, um ein gutes Leben für alle, überall zu schaffen.

Wen ertragen Sie nur mit Humor?

Buchwald: Es gibt so manche Politiker*Innen, die ich nur mit Humor ertrage. Donald Trump wäre einer davon.

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