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Bund Naturschutz Prien: „Einsatz oft unter großen Widerständen – aber er lohnt sich“

Ortsgruppenleiter Gerhard Märkl sieht sich einen präparierten Biber an.
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Ortsgruppenleiter Gerhard Märkl sieht sich einen präparierten Biber an.

Seit 1980 verschreibt sich die Ortsgruppe Prien des Bund Naturschutz dem Erhalt von Flora und Fauna im Chiemgau.

Prien – Aufgrund der zunehmenden Industrialisierung im 19. Jahrhundert nahm der Bezug der Bevölkerung zur Natur erheblich ab, was einen immer rücksichtsloseren Umgang mit der Naturlandschaft zur Folge hatte. Um dieser erschreckenden Entwicklung entgegenzuwirken, wurde 1913 der Bund Naturschutz (BN) in Bayern gegründet.

Doch erst in den 1970er Jahren wurde er zu einem unabhängigen und schlagkräftigen Verband, der sich auf nationaler und internationaler Ebene im gesellschaftlichen und politischen Raum für einen umfassenden Natur- und Umweltschutz einsetzt.

Angebote für eine alternative Lebensführung

In Prien wurde 1980 von etwa 100 BN-Mitgliedern aus mehreren Gemeinden die Ortsgruppe Prien-Rimsting aus der Taufe gehoben. Vorsitzender war damals Rainer Paul. 1985 übernahm Naturfotograf Hans Zimmerman den Vorsitz und übergab ihn 1997 an Gerhard Märkl, der bis dato die Geschicke der Ortsgruppe leitet. In der Zwischenzeit wurden die Ortsgruppen Bernau und Rimsting gegründet und die BN-Mitglieder von Breitbrunn, Gstadt und der Gemeinde Chiemsee in die Priener Gruppe eingegliedert.

An der Prien unterwegs ist die Ortsgruppe bei einem Naturspaziergang.

Heute hat diese etwa 300, die Kreisgruppe Rosenheim über 6000 und der BN in Bayern rund 245.000 Mitglieder. Außerdem ist der BN in Bayern auch ein Landesverband des BUND (Bund für Umwelt- und Naturschutz in Deutschland).

Jeden Dienstag BN-Stammtisch

„In unserer hektischen Zeit stellen immer mehr Leute fest, dass das „Immer mehr, und immer schneller“ letztlich nicht befriedigend ist“, so Gerhard Märkl. Deshalb versuche die Ortsgruppe Prien durch vielerlei Angebote Interessierte zu einer alternativen Lebensführung hinzuführen.

Jeden ersten Dienstag im Monat treffen sich –  außer in dieser Zeit wegen der Pandemie – Interessierte zum BN-Stammtisch, bei dem für den Natur- und Umweltschutz bedeutsame kommunale Projekte diskutiert und Stellungnahmen dazu erarbeitet werden. „Außerdem werden Zeitungsartikel, Leserbriefe und Schreiben an Behörden verfasst, Infostände und Plakataktionen zu BN-Anliegen sowie Bürger- und Volksbegehren vorbereitet“, erzählt Märkl.

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BN-Mitglieder beteiligen sich auch an Demos und den von der Kreisgruppe Rosenheim durchgeführten naturpflegerischen Maßnahmen im Bärnsee-Moor und in der Gemeinde Samerberg sowie beim Amphibienschutz.

Eine eigene Gruppe bringt Kindern die Natur näher

Per E-Mail informiert der Vorsitzende unter dem Motto „Interessantes vom Chiemsee und, aus dem Chiemgau“ über geplante Aktionen und aktuelle Naturbeobachtungen. In einer Kindergruppe bringt Katharina Puchalla, den Kleinen bei Spiel und Spaß in der warmen Jahreszeit die Natur näher.

Seit vielen Jahren veranstaltet die Ortsgruppe mit den Bernauern geführte Naturspaziergänge. Ob am Bärnsee, im Priental, auf der Ratzinger Höhe oder in der Kendlmühlfilzn – in der abwechslungsreichen Chiemseelandschaft gibt es stets zum Beispiel geschützte Pflanzen und zahlreiche heimische Vögel zu sehen und zu hören .

Landschaft mehrmals vor schlimmen Eingriffen bewahrt

„In der heutigen, hoch technisierten Welt ist vielen Menschen die Erkenntnis verloren gegangen, dass ohne intakte Natur das Leben nicht möglich ist“, sinniert Märkl. „Wenn ich mir die Mitgliederliste aus den Anfangsjahren anschaue, sehe ich herausragende Persönlichkeiten, die sich mit Gleichgesinnten und großem Engagement, oft gegen Widerstand von Behörden und Wirtschaft, dafür eingesetzt haben, unsere Landschaft vor schlimmen Eingriffen zu bewahren.“ Dies zeige, dass sich der Einsatz für die Natur lohne.

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