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Am Sonntag, 18. April, ist es soweit

Bürgermeisterwahl in Übersee: Wer wird Nachfolger von Eberhard Bauerdick?

Brigitte Stahl (CSU) und Herbert Strauch (FBL ).
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Brigitte Stahl (CSU) und Herbert Strauch (FBL ).
  • VonBärbel vom Dorp
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Corona-bedingt mag es aufgrund fehlender öffentlicher Wahlveranstaltungen nach außen hin ruhig sein in Übersee. Doch mit der außertourlichen Bürgermeisterwahl am Sonntag (18. April) nach dem überraschenden Rücktritt von Eberhard Bauerdick steht eine wichtige Weichenstellung für die Gemeinde an.

Übersee – Für viele Überseer ist damit auch der Wunsch verbunden, dass sich die unruhigen Wogen in der Chiemseegemeinde endlich wieder glätten und die Politik in beständigere Gewässer steuert. Die Kandidaten: für die CSU Brigitte Stahl (56) und für die Freie Bürgerliste (FBL) Dritter Bürgermeister Herbert Strauch (39). Die Unterschiede könnten größer nicht sein.

Wahlkampf digital und gedruckt

Corona war der Grund, dass es praktisch keinen „normalen“ Wahlkampf mit Bürgerversammlungen und Veranstaltungen gab. Die CSU-Kandidatin war aber nach eigenen Worten mit vielen Überseern teilweise über die Neuen Medien, über Telefon, Emails und Zoom-Meetings in Kontakt.

„Ganz besonders schön waren zufällige persönliche Treffen bei schönem Wetter im Freien“, so Stahl. Ihre Siegeschancen bei der Wahl beurteilt sie mit 50 zu 50. Als Pluspunkte sieht sie „ihre persönliche Handschrift“ und ein klein wenig „die weibliche Intuition“.

Beide Kandidaten rechnen sich gute Chancen aus

Für Strauch stand in den zurückliegenden Wochen weniger die Vorstellung seiner Person, als vielmehr die Ziele seiner Arbeit als eventueller Bürgermeister im Vordergrund. Dies sei mit seinem Wahlflyer an alle Haushalte und über die Social-Media-Kanäle geschehen. Strauch schreibt sich ebenfalls gute Siegeschancen zu.

Er sei im Übrigen auch mit der Überzeugung angetreten, die Wahl zu gewinnen. Als Pluspunkte sieht er seine Parteiunabhängigkeit, seinen Bekanntheitsgrad in Übersee, seine langjährigen Erfahrungen als Gemeinderat und Dritter Bürgermeister. Sowie seine Einbindung in den örtlichen Vereinen und der Überseer Gesellschaft von Kindesbeinen an.

Am Montag beginnt für den Sieger gleich die Arbeit

Inzwischen kommt der Wahlsonntag immer näher. Die Stimmung bezeichnen beide Kandidaten als sehr gut. Einen kleinen privaten Einblick gewährten sie der Chiemgau-Zeitung für den Tag nach der Wahl. Im Fall des Sieges will Stahl mit ihrem Wahlkampfteam ein Glas Sekt trinken und sich gleich anschließend den neuen Aufgaben widmen. Im Falle einer Niederlage will sie um den Chiemsee radeln und wieder ihrem Beruf nachgehen.

Strauch will bei einem Wahlsieg gleich um 8 Uhr die Amtsgeschäfte aufnehmen, anderenfalls warten seine gewohnten Tätigkeiten auf ihn.

Unruhige Zeiten im Rathaus

Seit einem Jahr herrscht Unruhe im Überseer Rathaus. Bei der Kommunalwahl im vergangenen März wurde der CSU-Bürgermeister Marc Nitschke nach zwölf Jahren und einem heftigen Wahlkampf abgelöst. Es übernahm Eberhard Bauerdick von der neu gegründeten Wählergemeinschaft „Gemeinsam für Übersee“ (GFÜ).

Mitten in seiner Einarbeitungszeit machte ihn ein Unfall für mehr als zwei Monate dienstunfähig. Die Zweite Bürgermeisterin Margarete Winnichner (Die Grünen) übernahm vorübergehend die Dienstgeschäfte. Nach Bauerdicks Genesung waren es nur wenige Monate, ehe er zum 31. Januar aus persönlichen Gründen den Dienst quittierte. Wieder sprang Winnichner ein und ist seitdem kommissarische Bürgermeisterin.

Wahlergebnis noch am Sonntag online

Inzwischen ist die Wahl der rund 4 200 Wahlberechtigten bereits in vollem Gange, denn es gibt heuer Corona-bedingt nur eine Briefwahl. Die Überseer Bürger haben noch bis zum kommenden Sonntag Zeit, ihr Briefwahlrecht auszuüben. Allerdings müssen die Umschläge bis spätestens um 18 Uhr im Rathaus eingegangen sein. Ein späteres Eintreffen kann nicht mehr berücksichtigt werden.

Mit den Wahlvorbereitungen und dem Auszählen der Stimmen am Wahlsonntag in den fünf Wahlbezirken sind rund 50 Personen unter der Leitung von Wahlleiterin Rosemarie Steffl beschäftigt. OVB-online berichtet über das Ergebnis noch am Wahlabend.

Brigitte Stahl im Kurzporträt

Stahl ist in Gummersbach bei Köln geboren, verheiratet und lebt seit zehn Jahren in Übersee. Beruflich hat die staatlich geprüfte Betriebswirtin für Touristik in verschiedenen Positionen in vielen Ländern gearbeitet und ist seit 2005 vor allem in der Alpenregion unterwegs. Stahl ist für viele Überseer „ein unbeschriebenes Blatt“. Im politischen und gesellschaftlichen Leben ist sie bisher kaum in Erscheinung getreten.

Es sei ihr bewusst, dass sie es als „Zugezogene“ nicht leicht hat. Andererseits sieht sie das auch nicht unbedingt als Nachteil, denn sie sei unbelastet, unbefangen und offen für Neues. „Und es gibt viele Gemeinden in unserer Region, in denen Bürgermeister auch ohne kommunalpolitische Erfahrungen hervorragende Gemeindechefs geworden sind“, so die Quereinsteigerin. Im Übrigen habe sie eine hohe Motivation und einen Blick für das Ganze.

Herbert Strauch im Kurzporträt

Strauch lebt seit seiner Geburt in Übersee, ist verheiratet, hat drei Kinder und ist Geschäftsführer seines Bauunternehmens, der Strauch Bau GmbH. Er ist derzeit Dritter Bürgermeister, Fraktionsvorsitzender der Wählergruppe Freie Bürgerliste (FBL) und Vorsitzender der Überseer Trachtler.

Strauch ist seit seiner Kindheit in der Gemeinde in Schule und Vereinen gesellschaftlich und beruflich eingebunden. Auf eine kommunalpolitische Erfahrung kann er durch seine siebenjährige Tätigkeit als Gemeinderat zurückblicken. Mit der kommissarischen Rathauschefin Winnichner arbeitete er bis zu den Neuwahlen an der Gemeindeführung mit.

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