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Integrationsleistung gewürdigt

„Eure Arbeit ist von unschätzbarem Wert“ - Bürgermeister beeindruckt von lebenspraktischer Hilfe in Grassau

Dank für das Team des Kleiderschranks: Bürgermeister Stefan Kattari zeigte sich von der ehrenamtlichen Arbeit beeindruckt. Er überreichte an die Leiterin Anna Kraus (rechts) ein Blumenpräsent.
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Dank an das Team des Kleiderschranks: Bürgermeister Stefan Kattari zeigte sich von der ehrenamtlichen Arbeit beeindruckt. Er überreichte an die Leiterin Anna Kraus (rechts) ein Blumenpräsent.
  • VonTamara Eder
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Großes Lob gab’s von Bürgermeister Stefan Kattari für das Team des Grassauer Kleiderschranks. Die Einrichtung des Vereins „Integer“ sei mehr als eine Ausgabestelle von Gebrauchtkleidung.

Grassau – „Eure Arbeit ist von unschätzbarem Wert“, betonte Bürgermeister Stefan Kattari (SPD), der sich vor Ort über die Einrichtung „Kleiderschrank“ des Grassauer Vereins „Integer“ ein Bild machte. Begleitet wurde er von Margarete Kastner von der Familienstelle Grassau.

„Die Versorgung ukrainischer Flüchtlinge mit Kleidung aber auch mit Geschirr und Kleinmöbeln stand in den letzten Wochen bei uns im Vordergrund“, erklärte eingangs Anna Kraus, Leiterin der Einrichtung. Das habe für das ehrenamtliche, rund zehnköpfige Team viel Arbeit bedeutet.

„Wertschöpfung für das Sozialsystem“

Bürgermeister Kattari zeigte sich beeindruckt vor allem von der Integrationsleistung des Vereins, aber auch von der, wie er betonte, „lebenspraktischen Hilfe“, die über das Bekleidungsangebot hinaus gehe. Wie die Arbeit der Radlgarage, die von Franz Kunert geführt wird, der zudem die Damen des Kleiderschranks handwerklich unterstützt. Von den 110 gespendeten Rädern sind laut Kunert bereits 75 hergerichtete an ukrainische Flüchtlinge ausgegeben worden.

Dass in der Bevölkerung – nicht im Verein – ein Unterschied zwischen den Flüchtlingsgruppen gemacht werde, halte er für bedenklich, kritisierte Kattari. Was derzeit für die ukrainischen Flüchtlinge geleistet werde, sei ein gutes Beispiel, „wie man allgemein mit Geflüchteten umgehen sollte“.

Heimat sowie Hab und Gut verloren

Dies hätte er sich zum Beispiel auch für syrische Flüchtlinge gewünscht, die ebenfalls ihre Heimat, ihr Hab und Gut verloren haben. „Integration durch Arbeit ist eine Wertschöpfung für das Sozialsystem“, so der Bürgermeister. „Es gibt auch Arbeit, die ohne Sprachkenntnisse bewältigt werden kann.“ Er sei froh, dass dies mit den ukrainischen Flüchtlingen gelinge, lobte er die lebenspraktischen Ansätze des Vereins und hob dessen Deutschlotsenprojekt als vorbildlich hervor.

Aus der praktischen Arbeit in der Kleiderkammer berichtete Leiterin Anna Kraus. Auf einer Verkaufsfläche von 300 Quadratmetern könne die Kleidung sehr gut präsentiert werden. In verschiedenen Abteilungen, darunter auch eine für Kinder, werden die Waren angeboten. Immer mehr nachgefragt würde auch Spielzeug, Geschirr und Kleinmöbel, so Kraus. Bevor diese Waren jedoch gespendet werden, sollte beim Team nachgefragt werden, da das Platzangebot im Kleiderschrank begrenzt sei.

Zu Beginn der Ukraine-Krise und mit dem Ankommen der Flüchtlinge habe sich der Arbeitsaufwand des Teams erhöht. „Teilweise wurden die Flüchtlinge mit Bussen hergefahren und standen bei uns Schlange.“ Gleichwohl lobte sie die Disziplin der Kriegsflüchtlinge. Bekleidung wurde anfänglich auch kostenlos ausgegeben.

Seit Juni werde auch von den ukrainischen Geflüchteten ein kleiner Geldbetrag für die Ware verlangt. „Das hat etwas mit Würde zu tun“, sagt sie und erklärt, dass die Ware dadurch nicht zu Almosen werde und die Bedürftigen sich wie Kunden in einem Kaufhaus fühlen könnten. Der Einkauf, aber auch die Waren an sich erhalten dadurch eine Wertsteigerung.

„Auffällig ist, dass sie nicht feilschen und nicht handeln. Im Gegenteil, oftmals wird der Betrag noch aufgerundet und das, obwohl den Geflüchteten nur sehr wenig Geld zur Verfügung steht. Dank und auch die Anerkennung unserer Arbeit sind sehr groß“, freut sich Kraus.

Familienstelle oft erste Anlaufstelle

Dass die praktische Hilfe des Vereins einen hohen Stellenwert habe, betonte auch Margarete Kastner. Oftmals sei die Familienstelle die erste Anlaufstelle von Hilfesuchenden. Deshalb sei sie dankbar dafür, dass diese Menschen dann an den Verein verwiesen werden können.

Anna Kraus bedankte sich bei der Marktgemeinde und dem Bürgermeister für die Bereitstellung der Räumlichkeiten, „die das umfängliche Wirken des Vereins erst möglich machen“.

Bürgermeister Kattari erklärte, dass dieses Gebäude nicht ewig im Besitz der Gemeinde bleibet. „Wenn das Gebäude, wie geplant in einigen Jahren abgerissen wird, werden wir uns Gedanken machen, wie man den Verein weiter unterstützen kann“, versprach der Rathauschef.

Kleiderschrank: Mehr als nur eine Ausgabestelle von Gebrauchtkleidung

Der „Kleiderschrank“ eine Einrichtung des Grassauer Vereins „Integer“, wurde vor einigen Jahren eingerichtet, um sozial bedürftigen Bürgern sowie Geflüchteten die Möglichkeit zu geben, sich mit Gebrauchtkleidung einzudecken. Zunächst startete die Kleiderkammer in einem kleinen Keller, zog dann ins Obergeschoss des BRK-Gebäudes um und ist seit zwei Jahren im dritten Stock des ehemaligen Katek-Firmengebäudes beheimatet.

Diese Kleiderkammer ist viel mehr als nur eine Ausgabestelle von Gebrauchtkleidung. Der Kleiderschrank wird von den ehrenamtlich arbeitenden Damen liebevoll wie ein Modekaufhaus geführt. Gut sortierte Kleiderständer präsentieren moderne Waren, Kleiderpuppen zeigen Beispiele, Accessoires krönen das Outfit. Umkleidekabinen und große Spiegel zur Betrachtung runden das Angebot ab.

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