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Interview mit Andreas Friedrich

Vom Kinderhort bis zum Prienavera: Das sagt der Bürgermeister zu Priens drängendsten Themen

Priens Bürgermeister im Sommerinterview: Andreas Friedrich zu den drängendsten Themen Priens.
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Priens Bürgermeister im Sommerinterview: Andreas Friedrich zu den drängendsten Themen Priens.
  • VonOliver Lang
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Von Hackschnitzeln, dem Kinderhort, bis zum Prienavera: Diese Themen stehen für Rathauschef Andreas Friedrich im Fokus.

Prien – Seit gut zwei Jahren bekleidet Andreas Friedrich (ÜWG) nun das Amt als Erster Bürgermeister. Zu Beginn gleich eine Hiobsbotschaft für die Marktgemeinde: Die Kindergartenplätze reichen hinten und vorne nicht. Noch immer ist der Bedarf groß. Daran hat auch die Fluchtbewegung aus der Ukraine ihren Anteil. 15 bis 20 Kinder von dort müssten auch noch untergebracht werden. Ob und wie das gelingt, ist aktuell immer noch unklar.

Kinder und ihre Unterbringung ist immer noch ein essenzielles Thema. Dazu kommen weitere Schwerpunkte, die drängend sind. Im Sommerinterview mit den OVB-Heimatzeitungen spricht Andras Friedrich darüber, wie er sie meistern will.

Welche Themen sehen Sie aktuell als wesentlich für Prien an?

Andreas Friedrich: Wir haben drei wichtige Themen vor uns, die bereits aufgegleist sind. Das ist unsere Hackschnitzel-Heizanlage, die wir heuer im Herbst in Betrieb nehmen wollen. Und es schaut auch so aus, dass wir das schaffen.

Mit der Beschaffung der Hackschnitzel gibt es keine Probleme?

Andreas Friedrich: Bei der Versorgung mit Holzpellets, einem Industrieprodukt, bei dessen Erzeugung auch Energie benötigt wird, gibt es aktuell tatsächlich Lieferprobleme. Aber die Versorgung mit Hackschnitzeln ist für uns gesichert – wenn auch mit leichtem Preisanstieg.

Wie wird das Wärmekraftwerk-Projekt angenommen?

Friedrich: Schon als wir gestartet sind, wurde das Projekt sehr gut abgenommen. Und das obwohl unser Wärmepreis doppelt so hoch war wie der damalige Gaspreis. Seitdem die Gaskrise in aller Munde ist, können wir uns vor Anfragen nicht mehr retten.

Können diese Anfragen erfüllt werden?

Friedrich: Nein. Unser Versorgungsgebiet ist beschränkt. Wir prüfen aber, ob eine Erweiterung vom aktuellen Standort aus möglich und sinnvoll ist.

Sie sprachen von drei aktuellen Themen. Was muss noch angepackt werden?

Friedrich: Der Bau von unserem Kinderhort. Der schreitet zügig voran. Unsere Rohbaufirma ist voll im Zeitplan und etliche Gewerke, wie die Küchenausstattung, sind bereits vergeben.

Stichwort Küche: In einer zurückliegenden Gemeinderatssitzung wurde der erhebliche Preisanstieg in diesem Segment deutlich. Die Angebote für das Gewerk lagen alle weit über der Kostenschätzung der Verwaltung. Ist auch in den anderen Gewerken mit derartigen Preisanstiegen zu rechnen?

Friedrich: Preisanstiege wie im Falle der Küche sind nicht üblich. Hier ist sie vor allem materialbedingt: Edelstahl wird immer teurer.

Wann soll der Bau abgeschlossen sein?

Friedrich: Es schaut gut aus, dass der Hort im September 2023 in Betrieb gehen kann. Zusammengefasst wird dann die bestehende Mittagsbetreuung der Grundschüler an der Franziska-Hager-Schule und die Hortgruppe, die sich jetzt noch am Bahnhof befindet.

Was ist Priens drittes Schwerpunktthema?

Friedrich: Das hat tatsächlich noch nicht mit der tatsächlichen Umsetzung begonnen: die große Sanierung des Prienavera Erlebnisbades. Nach über 23 Jahren Dauerbetrieb sind die Lüftungsanlagen und vor allem die Wasserpumpen einfach am Ende. Im August geht dafür die erste große Ausschreibung raus.

Wann wird das Prienavera denn jetzt geschlossen?

Friedrich: Wegen der Umbauten?

Nein, zum Winter hin aus Gründen der Energieeinsparung…

Friedrich: …achso. Schau’n mer mal (lachend), schau‘n mer mal…

Das Prienavera ist ein Thema, das viele Priener umtreibt. Dort geht ja im Bereich der Wärmeversorgung doch enorm viel auch über Gas.

Friedrich: Durch die vielen Glasfronten und das Foliendach krieg ich im Sommer unglaublich viel Wärme rein; die auch ans Wasser abgegeben wird. Diese einzigartige und schöne Architektur ist im Winter allerdings ein Fluch. Wir wollen das Bad, so lange es geht, offen halten, vielleicht auch mit einem Alleinbetrieb des Lehrschwimmbeckens. Aber ich fürchte tatsächlich, dass wir um eine Komplettschließung im Winter nicht herumkommen.

Die Sanierung wird allerdings für deutliche Energiesparmaßnahmen sorgen, auch wenn wir nicht ganz vom Gas wegkommen werden. Im Gespräch sind zudem Fotovoltaikanlagen auf den Dächern der Hallen der Stippelwerft. Die sollen direkt eingespeist werden. Auch der Einsatz von Seewasserpumpen wird ausgelotet.

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Sie stehen also fest hinter dem Prienavera?

Friedrich: Ja. Wir haben zwar ein jährliches Defizit zwischen 1,5 und zwei Millionen Euro, die wir als Gemeinde zum Ausgleich ins Bad stecken. Dessen Bedeutung aber nur unter finanziellen Aspekten zu betrachten, ist zu kurz gedacht. Dann würde sich wohl kein Bad in Deutschland lohnen.

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