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Bürger wollen Strom erzeugen

OVB
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Der Vorstand der neu gegründeten Gesellschaft blickt optimistisch in die Zukunft (von links): Martin Daxenberger (Dritter Vorstand), Johannes Biller (Erster Vorstand) und Manfred Englmeier (Zweiter Vorstand).

Grabenstätt - Mit Blick auf die Energiewende und den damit einhergehenden Ausbau erneuerbarer Energien gründeten Bürger die "Bürger-Solar Grabenstätt II GbR". Ihr Ziel: der Bau einer Solaranlage. Nach deren Inbetriebnahme im Frühjahr 2012 will sie den erzeugten Strom gegen eine gesetzlich festgelegte Einspeisevergütung verkaufen. Hannes Biller wurde zum Vorsitzenden der Gesellschaft gewählt.

Nach der Infoveranstaltung am 13. Oktober und einer gemeinsamen Ortsbesichtigung an der bereits seit 2003 bestehenden Bürgersolaranlage am 29. Oktober ist am Samstag im Gasthaus "Grabenstätter Hof" die Gesellschaft "Bürger-Solar Grabenstätt II" gegründet worden. Dabei handelt es sich um eine Gesellschaft bürgerlichen Rechts. Nach der Ausarbeitung des Gesellschaftsvertrages bekundeten 23 der 27 anwesenden Personen ihre Bereitschaft, der Gesellschaft beizutreten, und stimmten dem gemeinsam erarbeiteten Vertragswerk zu.

In der von Bürgermeister Georg Schützinger geleiteten Vorstandswahl wurde Hannes Biller für die ersten drei Wirtschaftsjahre einstimmig zum Vorsitzenden gewählt. Als dessen Stellvertreter fungiert Manfred Englmeier. Komplettiert wird der Vorstand von Martin Daxenberger. Wer von ihnen die Funktion des Kassierers einnimmt, ist noch nicht abschließend geklärt. Andreas Daxenberger und Sebastian Stampfl sind für die Kassenprüfung zuständig. Vor der Inbetriebnahme der "Bürger-Solar Grabenstätt II" werde eine weitere Versammlung einberufen, betonte die Vorstandschaft, die sich zum Jahreswechsel zu einer ersten Sitzung treffen will.

Im Hinblick auf die Standorte der Fotovoltaikanlagen einigten sich die Teilnehmer der Gründungsversammlung "auf die Dächer der Feuerwehrhäuser Grabenstätt und Erlstätt und gegebenenfalls weiterer geeigneter Gebäude". Grundlage des Vertrages sei "das Zustandekommen eines entsprechenden Pachtvertrages mit der Gemeinde Grabenstätt beziehungsweise anderen Verpächtern".

Was die Beteiligung der Gesellschafter anbelangt, wurde eine Mindestzeichnung von 1000 Euro und eine Höchstbeteiligung von 5000 Euro pro Person festgelegt. Die Stückelung beträgt laut Vertrag jeweils 1000 Euro. "Bisher wurden 86.000 Euro gezeichnet", betonte Biller und verwies darauf, dass der Vorstand über die Aufnahme der Gesellschafter entscheide und "Anträge noch bis zum 31. Dezember 2011 angenommen werden". Freilich könne die Aufnahme der entsprechenden Person in die Gesellschaft erst dann erfolgen, wenn die Zahlung eingegangen sei, fuhr Biller fort. Darüber hinaus verständigten sich die Teilnehmer darauf, dass die Bürger-Solar Grabenstätt II nur mit Eigenkapital Sinn mache, und deswegen keine Darlehen aufgenommen werden sollen.

In punkto Abstimmungen einigten sich die Teilnehmer nach einer längeren Diskussion auf "eine Stimme pro Kopf". Die ebenfalls von verschiedenen Seiten ins Spiel gebrachte Abstimmungsform "mehr Stimmen für mehr Kapitaleinsatz" war damit vom Tisch.

Was die Gewinnverwendung anbelangt, kamen die Beteiligten überein, dass die Gesellschafter darüber nach Aufstellung des Jahresabschlusses entscheiden.

mmü/Chiemgau-Zeitung

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