Bürger in Gstadt müssen für Trinkwasser tiefer in Tasche greifen

Die Entwicklung der Gebühren für Trinkwasser in der Gemeinde Gstadt. Klinger
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Die Entwicklung der Gebühren für Trinkwasser in der Gemeinde Gstadt. Klinger
  • vonHans Thümmler
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Gemeinderat Gstadt gibt einstimmig grünes Licht: Die Kanal- und Wassergebühren werden ab 1. Januar erheblich teuerer.

Gstadt – Für Trinkwasser und Abwasser werden die Gstadter Bürger ab 1. Januar tiefer in die Tasche greifen müssen. Das wurde in der jüngsten Sitzung des Gemeinderats deutlich, die Corona bedingt aus dem Rathaus in die Chiemsee-Halle verlegt worden war. „Wir werden jetzt alle in den sauren Apfel beißen müssen“, erklärte Bürgermeister Bernhard Heinz (Freie Wählergemeinschaft), „aber wir hatten keine Möglichkeit, die Erhöhungen abzuwenden.“

Trinkwasserpreis steigt um 81 Prozent auf 1,18 Euro

Um knapp 82 Prozent wird der Preis für einen Kubikmeter Trinkwasser von 0,65 Euro auf 1,18 Euro ab 1. Januar angehoben. Die Grundgebühr wird beim niedrigsten Jahresverbrauch von vier Kubikmetern von 0,96 Euro auf 1,10 Euro erhöht.

Für die Einleitung von Schutzwasser ins gemeindliche Kanalnetz sind ab Januar statt wie bisher 1,70 Euro je Kubikmeter dann 2,12 Euro fällig. Die jährliche Grundgebühr wird wie beim Trinkwasser auf 1,10 Euro festgelegt.

Keine Kostendeckung mehr erreicht

Vor dem Hintergrund des drastischen Einbruchs bei den Gewerbesteuer-Einnahmen hatte eine Wirtschaftlichkeitsberechnung der Verwaltungsgemeinschaft Breitbrunn deutlich gemacht, dass in den Bereichen der Wasserver- und -entsorgung keine Kostendeckung mehr erreicht werden konnte, wie Kämmerer Thomas Wagner in der Sitzung erklärte. In den vergangenen Jahren habe die Gemeinde „aufgrund der sehr guten Finanzlage“ auf einen kostendeckenden Ausgleich verzichten können, um die Bürger zu entlasten.

Gemeinderat verabschiedet Satzung einstimmig

Der Gemeinderat stimmte sowohl der Erhöhung der Wassergebühren wie auch der Gebühren für den Schmutzwasserkanal einstimmig zu.

Wagner erinnerte, dass bereits bei der Beschlussfassung zum Haushalt 2019 festgelegt worden sei, ab dem Jahr 2021 kostendeckende Gebühren zu erheben. Die Satzungen für Wasser und Entwässerung wurden in diesem Sinne geändert. So war der Diskussionsbedarf darüber wegen der unbedingten Notwendigkeit äußerst gering.

Berechnungsbeispiele vorgestellt

Der Kämmerer erläuterte an Berechnungsbeispielen, wie sich die Erhöhung bei den Wasserverbrauchern auswirken werde. Ein Kleinverbraucher mit bis zu 50 Kubikmetern im Jahr muss demnach mit einer monatlichen Mehrbelastung von Brutto 3,38 Euro rechnen. Bei einer vierköpfigen Familie mit 160 Kubikmeter Wasserverbrauch sind es laut Wagner 8,23 Euro und bei einem Großverbraucher mit 2000 Kubikmeter 89,50 Uhr Euro Mehrkosten im Monat.

Der Gemeinderat genehmigte einstimmig die notwendigen Änderungen der Gebührensatzungen für Wasser und Kanal, die ab 1. Januar 2021 gelten.

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