Besonders Bauwerk

Brückenbauer im besten Sinn: Forst und Gemeinde Ruhpolding errichten Messsteg über die Traun

Nach gelungener Arbeit überzeugten sich (von links) Forstbetriebsleiter Paul Höglmüller, Sebastian Wimmer vom Bauhof und Bürgermeister Justus Pfeifer vonder gelungenen Konstruktion in Fritz am Sand.
+
Nach gelungener Arbeit überzeugten sich (von links) Forstbetriebsleiter Paul Höglmüller, Sebastian Wimmer vom Bauhof und Bürgermeister Justus Pfeifer vonder gelungenen Konstruktion in Fritz am Sand.

Wortwörtliche Brückenbauer sind die Gemeinde Ruhpolding und der Forstbetrieb geworden. Ein Ortsbesuch macht deutlich, warum die Messstegbrücke über die Weiße Traun etwas besonderes ist.

Von Ludwig Schick

Ruhpolding – Die Kooperation zwischen der Gemeinde und dem örtlichen Forstbetrieb und dem forstlichen Bildungszentrum in der Laubau schlägt „Brücken“. Und das nicht nur im sprichwörtlichen Sinn. Die Messsteg-Brücke nahe des Gasthofs Fritz am Sand wurde im Sommer fertiggestellt. Sie löst ihre in die Jahre gekommene Vorgängerin ab.

Bürgermeister Justus Pfeifer und Forstbetriebsleiter Paul Höglmüller überzeugten sich bei einem Besichtigungstermin von der gelungenen Konstruktion.

Längste Brücke aus Lärchenholz

Mit ihrer stattlichen Gesamtlänge von 45 Metern ist die komplett aus heimischem Lärchenholz bestehende Brücke über die Weiße Traun, die längste ihrer Art. Jedenfalls kann sich Paul Höglmüller an keinen vergleichbaren Übergang in der Umgebung erinnern.

-

+++ Mit der diesjährigen Weihnachtsaktion unterstützten die OVB-Heimatzeitungen das Haus Christophorus in Brannenburg. Hier finden Sie unsere Themenseite zur OVB-Weihnachtsaktion. Alle Informationen zur Aktion gibt es hier. Sie wollen für die OVB-Weihnachtsaktion spenden? Hier geht‘s zum Spendenformular. +++

Sowohl Pfeifer als auch Höglmüller bekräftigten, bei Bedarf weitere Projekte gemeinsam angehen zu wollen. „Da macht die Arbeit Spaß, wenn es zielorientiert Hand-in-Hand vorangeht wie hier“, kommentierte der Rathauschef.

Dass es nicht bei Worthülsen bleibt, zeigte bereits das konstruktive Zusammenwirken, als es um die Schaffung neuer Kindergartenplätze im Waldkindergarten Glühwürmchen in der Laubau ging. Hier stellte der Forstbetrieb nach kurzer Absprache mit dem Rathaus die benötigte Fläche zur Verfügung.

Reparaturen an alter Brücke keine Alternative

Als feststand, dass Reparaturen an der alten Brücke nur Flickwerk wären und es keine Alternative zum Neubau gab, waren die Weichen für einen solchen zügig gestellt. Drei Organisationen arbeiteten Hand in Hand. Die Bayerischen Staatsforsten (BaySf), vertreten durch den Forstbetrieb Ruhpolding stellte das nötige Lärchenholz, während die Gemeinde mit den Bauhof-Mitarbeitern für die Errichtung zuständig war.

Geschlägert wurden die Lärchenstämme von angehenden Forstwirten im Gebiet der Schwarzachen-Alm unter Leitung der Ausbilder Sepp Wolf und Sepp Bauer vom forstlichen Bildungszentrum.

Lesen Sie auch:

Biathlon-Ikone Wolfgang Pichler nach seinem Herzinfarkt: „Ich war drei Minuten tot“

Für die Azubis eine echte Herausforderung in dem steilen Gelände, wie der Forstwirtschaftsmeister Wolf hervorhob. „Des war a knackige Gschicht“, stufte er die anspruchsvolle, aber zugleich lehrreiche Aktion ein. Im Bauhof machten sich die beiden Zimmerer Sebastian Wimmer und Martin Kloiber daran, die Einzelteile für die Brückenauflage sowie das Geländer zurechtzuschneiden und abzubinden.

27 Kubikmeter verbaut

Die anschließende Montage erfolgte unter Mithilfe weiterer Bauhof-Mitarbeiter. Es waren, wie Wimmer mitteilte, insgesamt 27 Kubikmeter Lärchenholz nötig. Seinen Angaben zufolge ist die Brücke mitsamt Geländer 45 Meter lang, davon beträgt die Belag-Länge 36 Meter bei einer Breite von 3,80 Meter.

Beitrag für Klimaschutz

Forstbetriebsleiter Höglmüller brach in diesem Zusammenhang eine Lanze für den Werkstoff aus heimischen Wäldern. „Jedes verbaute Stück Holz bindet in höchstem Maße Kohlenstoffdioxid und ist dadurch ein wichtiger Beitrag für den Umweltschutz“, so der Forstexperte.

Ihren Namen erhielt die Messstegbrücke von der danebenliegenden Messeinrichtung des Wasserwirtschaftsamts Traunstein, die dort ganzjährig Abfluss und Wasserstand misst.

Kommentare