Brücke in Prien wird abgerissen: Spaziergänger müssen lange Umwege in Kauf nehmen

Schädlinge und Pilzehaben der Holzkonstruktion arg zugesetzt. Deshalb muss sie nun aufwändig erneuert werden. Berger
+
Schädlinge und Pilzehaben der Holzkonstruktion arg zugesetzt. Deshalb muss sie nun aufwändig erneuert werden. Berger
  • Dirk Breitfuß
    vonDirk Breitfuß
    schließen

Eine Brücke über die Prien im idyllischen Eichental ist so stark mit Schimmel befallen, dass sie abgerissen und erneuert werden muss. Der einzige Übergang über den Prien-Fluss muss deshalb für voraussichtlich zwei Monate gesperrt werden.

Prien – Das Eichental im Westen Priens ist ein Freizeitparadies. Besonders an Wochenenden und bei schönem Wetter tummeln sich dort hunderte Spaziergänger, Jogger, Radlfahrer und Hundebesitzer mit ihren Vierbeinern. Einheimische schätzen die intakte Natur weitab vom touristischen Hotspot Chiemsee.

+++

Tipp der Redaktion: Kennen Sie schon unseren kostenlosen Feierabend-Newsletter? Die Top-Themen der Region um 17 Uhr per E-Mail – sauber ausrecherchiert und aufgeschrieben von Ihrer OVB-Redaktion. Jetzt Newsletter ausprobieren!

+++

Zahlreiche ausgeschilderte Wanderwege führen durchs Eichental. Sie alle haben ab Montag, 25. Mai, eins gemeinsam: Sie werden weiträumig umgeleitet. Denn ein Nadelöhr im Naherholungsgebiet der Priener wird abgerissen: die Holzbrücke über die Prien bei Aumühle zwischen Schützenhaus und dem alten Elektrizitätswerk (E-Werk) der Gemeinde.

Erst vor zehn Jahren aufwändig saniert

Erst vor gut zehn Jahren hatte der Markt Prien die Brücke aufwändig saniert. Die Gemeinde muss sicherstellen, dass nicht nur Landwirte ihre Wiesen und Felder jenseits der Prien erreichen können, sondern auch die Bewohner das eine Haus, das einsam unweit der Brücke steht.

Lesen Sie auch Jedse Menge Müll und Scherben im Eichental

Die Brücke ist von Schädlingen und Pilzen befallen. Die Weichen für die Erneuerung hatten Verwaltung und Kommunalpolitik schon im Herbst 2019 gestellt. Die damalige Kostenschätzung belief sich auf fast 180 000 Euro, Gelder wurden im Haushalt dieses Jahres eingestellt.

Kostenschätzung: Knapp 180 000 Euro

Einstimmig hatte der damalige Marktgemeinderat dem Vorschlag aus dem Bauamt im Rathaus zugestimmt und den Auftrag an den wirtschaftlichsten Bieter, die Firma Chembau GmbH aus Mils in Tirol vergeben.

Die Baufirma wollte schon im Februar loslegen, aber dann kam die Corona-Pandemie dazwischen. Die Grenzen wurden dicht gemacht und der Baubeginn verschob sich auf unbestimmte Zeit.

Jetzt dürfen die Österreicher wieder einreisen und werden laut Martin Plenk vom Ordnungsamt aus dem Rathaus am Montag, 25. Mai, mit den Arbeiten beginnen. Veranschlagt ist ein Zeitraum von zwei Monaten, bis die neue Brücke voraussichtlich ab 25. Juli begangen und befahren werden kann.

Sanierung der Brücke war keine Alternative

Damit Radler und Fußgänger nicht plötzlich vor der unpassierbaren Baustelle stehen und weite Wege zurückgehen oder -fahren müssen, soll weiträumig durch eine entsprechende Beschilderung auf die Sperrung hingewiesen werden, kündigte Plenk an.

Lesen Sie auch Neue Chance für das Theaterfestival „Dramasuri“ im Eichental

Eine Sanierung der verhältnismäßig jungen Brücke war nach Einschätzung der Fachleute keine Alternative zum Neubau: „Die Widerlager sind geschädigt. Die Holme, Fußbalken und Holzsäulen sind durch Schädlings- und Pilzbefall zum Teil erheblich beschädigt. Die Standsicherheit des Brückenbauwerks ist eingeschränkt und auf längere Sicht nicht mehr gewährleistet“, hieß es im Herbst in der alarmierenden Analyse aus der Abteilung Bautechnik.Geländer, Belag und Fußbalken der Brücke müssen rückgebaut werden. Im Rahmen der Arbeiten müssen unter anderem auch die Bereiche an den Widerlagern trockengelegt werden.

Statisch nur Holzbau möglich

Weil der Unterbau der Brücke aus statischen Gründen keine viel schwereren Konstruktionen als die bisherige tragen kann, gibt es bei der Wahl der Materialien keine große Auswahl. Die Geländer sollen aus Aluminium sein, der Rest des Neubaus wieder aus Eichenholz.

Kommentare