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Einstimmiger Beschluss

„Britscheln“ und „Gump‘nspringa“: Mund-ART-Weg bringt Riesengaudi am Chiemsee

„De Zwoa auf da Scheidl-Zoa“ (Die Zwei auf dem Scheitholz) sind der Breitbrunner Grafiker Sebastian Huber und seine Frau Sabine. Sie illustrieren eine große Anzahl der Schilder entlang des Mund-ART-Weges.
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„De Zwoa auf da Scheidl-Zoa“ (Die Zwei auf dem Scheitholz) sind der Breitbrunner Grafiker Sebastian Huber und seine Frau Sabine. Sie illustrieren eine große Anzahl der Schilder entlang des Mund-ART-Weges.
  • VonKarl Wastl
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Der bayerische Dialekt hat seinen ganz eigenen Charme. Momentan sind Schüler damit beschäftigt, Ausdrücke wie „Ant‘n“ und „Bochforäijn“ für die Tafeln des Mund-ART-Wegs vorzubereiten, der in Breitbrunn vom Begegnungsplatz bis zum Ortsteil Mühlen aufgestellt werden. Schon jetzt haben alle eine Riesengaudi damit.

Breitbrunn – In seiner jüngsten Sitzung einigte sich der Breitbrunner Gemeinderat unisono für die ausgearbeiteten Begriffe und deren Erklärungen für den Mund-ART-Weg. Diese werden Teil eines Projektes des Mittelschulverbandes Prien, an dem sich auch die Gemeinde Breitbrunn beteiligt. Die Gemeinden, die mitmachen, hatten bereits letztes Jahr im Vorfeld ein Thema ausgewählt. Für Breitbrunn lautet es: „Am Bach“ beziehungsweise „Wasser“.

Am Dorfweiher und entlang des Mühbachs

So sollen bis zum Ende des Schuljahres im Sommer 2022 beginnend am Begegnungsplatz beim Sportgelände in Richtung Dorfweiher und weiter entlang des Mühlbachs bis zum Ortsteil Mühlen am Chiemsee-Uferweg neun Schilder positioniert werden, so Bürgermeister Anton Baumgartner (Parteifreie/ÜWG). Mit Begrifflichkeiten wie zum Beispiel „Britscheln“, „Gump´n springa“, „Brooz“, „Ant´n“ und „Bochforäjn“ wolle man künftig den Spaziergänger begeistern.

Das ist der Entwurf vom „Greana Wossa Froosch“ (Grüner Wasserfrosch).

Im Gespräch mit den OVB-Heimatzeitungen erklärt Rektor Marcus Hübl das Procedere. Der Mund-ART-Weg sei ein Gemeinschaftsprojekt der Franziska-Hager-Mittelschule Prien zusammen mit sieben Gemeinden aus dem Mittelschulverband: Aschau, Bernau, Breitbrunn, Gstadt, Eggstätt, Prien und Rimsting. Die Idee hierzu hatte Lehrer Franz Wagner gemeinsam mit Herbert Reiter, Tourist-Chef aus Aschau.

Auf Schautafeln entlang von festgelegten Spazier- und Wanderwegen durch die Gemeinden, so Hübl, sollen heimische mundartliche Ausdrücke durch die Schüler näher erläutert und durch Zeichnungen von Grafiker Wast Huber illustriert werden.

Die den Kommunen zugeordneten Klassen mussten mundartliche Ausdrücke zu einem gemeldeten Thema suchen. Hierzu befragten die Schüler neben Eltern vor allem auch Großeltern, waren aber auch erstaunt über die bayerischen Sprachfertigkeiten so mancher Lehrkraft, die im Schulalltag oft gar nicht so zur Geltung komme, berichtet Hübl. So zum Beispiel auch die beiden Priener Lehrerinnen Andrea Fischer und Daniela Heß, die das Mund-ART-Projekt federführend leiten.

Mit Erklärungen und QR-Code versehen

Aus diesem Sammelsurium wählten die beteiligten Gemeinden bis Mitte Januar dann ihre Begriffe aus. Im nächsten Schritt sollen die Schüler in ihren Klassen – bis zu den Faschingsferien – kurze Texte auf hochdeutsch erarbeiten, welche die Ausdrücke dem interessierten Spaziergänger näher erklären. Zudem sei in bayerischer Sprache eine Audiodatei mit Zusatzinformationen zum jeweiligen Wort zu erstellen, welche über einen QR-Code für Jedermann abrufbar sind.

So sieht das grafisch aufbereitete Endprodukt aus, hier die „Bochforeijn“, die „zwei Stanzn fangt“.

Fachleute unterstützen bei der bayerischen Schreibweise

Damit am Schluss die bayerischen Ausdrücke auch richtig geschrieben und erklärt sind, erhalten die Schüler Unterstützung von Professor Ludwig Zehetner, Mundartexperte von der Universität Regensburg, außerdem vom BayernBund mit dem stellvertretenden Landesvorsitzenden, dem Eggstätter Bürgermeister Christian Glas, sowie Ministerialdirigent a.D., Dr. Dr. Helmut Wittmann aus Seeon, listet der Rektor die Sachverständigen auf.

„Ziel des Projekts ist es nicht, den Schülern bayerisch zu lernen“, meint der Rektor. Vielmehr solle es für die Protagonisten zum Anlass genommen werden, sich mit dem heimischen Dialekt auseinanderzusetzen und dessen Bedeutung als wichtigen Teil unserer Kultur zu erfahren, resümiert Hübl.

Riesengaudi:

Gemeinderätin und Grafikerin Sabine Huber schildert den OVB-Heimatzeitungen ihre ersten Eindrücke bezüglich des Projekts. Als der MundART-Weg in der Gemeinderatssitzung vorgestellt worden sei, habe sie sich gedacht: „Oje – nicht schon wieder Schilder“. Trotzdem habe sie dafür gestimmt, weil sie es als ein schönes Gemeinschaftsprojekt für die Schüler ansah. In der Folge erfuhr sie, „dass es sowohl für Schüler als auch Lehrer eine Riesengaudi war“ und sie gemeinsam schon Unmengen von Begriffen gefunden hätten. Da nicht alle abgebildet werden könnten, kann sich Huber gut vorstellen, die ganzen Ideen zu sammeln, um ein kleines „Nachschlagebücherl“ herauszubringen.

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