„Brief an die heiligen Priener“

Professor Dr. Winfried Haunerlandpredigte im Rahmen des 40-stündigen Gebets übers „Nicht-Perfektsein“. Berger
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Professor Dr. Winfried Haunerlandpredigte im Rahmen des 40-stündigen Gebets übers „Nicht-Perfektsein“. Berger

Prien – In Anlehnung an die Briefe des heiligen Paulus an die Korinther „zitierte“ der heurige Prediger des 40-stündigen Gebets in der Pfarrei „Mariä Himmelfahrt“, Professor Dr.

Winfried Haunerland, aus dem „Brief an die Heiligen in Prien“. Drei Tage lang war der Professor für Liturgiewissenschaft an der Katholisch-Theologischen Fakultät der Ludwig-Maximilians-Universität München und Direktor des Herzoglichen Georgianums in Prien zur fünfteiligen Predigtreihe mit dem Titel „Seid heilig, denn ich, der Herr, Euer Gott, bin heilig“.

„Wir alle, die zur Kirche gehören, sind gut, weil Gott es mit uns gut meint. Ja, wir sind Teil seiner Heiligkeit, aufgrund seiner Gnade gehören wir zu Gott“ – mit diesen Worten begann der Geistliche die Predigt und er führte fort: „Die Gnade gilt es nicht aufzubewahren, sondern es gilt, sie in uns wachsen zu lassen, damit sie fruchtbar werde“. Mit dem Satz „Wir müssen keine Spitzensportler des Christseins werden“ wies Haunerland darauf hin, dass es für jeden möglich ist, auf die ihm geschenkte Gnade zu antworten und er ergänzte dies mit den Worten: „Perfekt sein, geht wohl kaum, alles richtig machen, wer kann das schon? Jedem gerecht werden, das überfordert uns. Deswegen lasst uns ein Lebensprogramm geben, das uns täglich auf Jesus hören lässt.“ Als Beispiele nannte er hierfür, Trauernde zu trösten, Kranke zu besuchen sowie Unrecht und Leid zu ertragen. Schließlich – so der Prediger weiter – kann auf diese Weise durch den Beitrag von jedem Einzelnen die Welt friedlicher und fröhlicher werden. Mit Worten von Papst Franziskus ermutigte er, sich auf dieses Leben mit Jesus einzulassen, das Leben nicht verkümmern zu lassen, denn das Leben wird somit voller und Gebende bekommen mehr zurück als sie gegeben haben. Beim anschließenden Frühschoppen im Pfarrheim auf Einladung des Seelsorgeteams, des Pfarrgemeinderates und der Kirchenverwaltung sowie mit Bewirtung durch die Kolpingsfamilie stellte sich Haunerland den Fragen der Christen. Das selten gewordene 40-stündige Gebet, das er in seiner Jugend im Rheinland und in Westfalen während der Karnevalstage erstmals kennenlernte (auch in Prien war das Gebet viele Jahre während der Faschingszeit), ist nach seiner Meinung eine gute Sache.

„Drei Tage mit einer Predigtreihe setzen zu Beginn der Fastenzeit einen Akzent und sie geben Anstoß, für das persönliche Leben nachzudenken“ – so der Priester des Bistums Essen, der die Priener Pfarrkirche nicht nur wegen ihrer farbigen und starken Ausgestaltung, sondern auch wegen der guten Akustik lobte. Wenngleich an den Wochentags-Gebeten und Rahmenveranstaltungen der Besuch etwas besser hätte sein können, so waren an den Abenden und am Sonntag viele Gläubige nicht nur aus Prien, sondern auch aus dem gesamten Pfarrverband Westliches Chiemseeufer zugegen. hoe

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